Bio-vegan düngen: So geht's auch ganz ohne Tierprodukte.

Mulch aus Gründüngung wird ebenfalls als bio-veganer Dünger verwendet.
Mulch aus Gründüngung wird ebenfalls als bio-veganer Dünger verwendet. Bild: K/Vegpool

Welche Dünger nutzt man eigentlich in der bio-veganen Landwirtschaft? Welche biologischen und pflanzlichen Düngemittel sind als Alternativen zu Gülle, Schlachtresten und anderen Tierprodukten geeignet?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir den Agraringenieur Daniel Mettke befragt. Mettke arbeitet als Gärtner bei der bio-veganen Genossenschaft PlantAge in Frankfurt/Oder.

Im Kurzvideo stellt Daniel Mettke mehrere bio-vegane Dünger vor.

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Grundsätzlich dienen Dünger dazu, die Nährstoffe auf dem Acker auszugleichen. Bei der Ernte werden Nährstoffe entnommen, die durch Dünger wieder aufgefüllt werden. Darüber hinaus wird der Nährstoffbedarf durch Düngemittel an die jeweiligen Sorten von Obst und Gemüse angeglichen.

Superdünger Gülle? Viele Verbraucher glauben, dass Gülle der optimale Dünger wäre. Dabei stammen die Nährstoffe in Gülle ursprünglich ebenfalls aus den Futtermitteln der Tiere. Gülle ist daher ein Nährstoff-Speicher, aber kein Nährstoff-Erzeuger.

In der bio-veganen Landwirtschaft kommen unter anderem folgende Dünge-Methoden zum Einsatz:

  • Komposte,
  • Trockendünger (meist Pellets), zum Beispiel aus Ackerbohne, Soja, Resten aus der Brauerei und so weiter,
  • Flüssigdünger und Jauchen,
  • Gründüngung,
  • ...

Bio-vegane Gärtnerinnen und Gärtner wählen den jeweiligen Dünger nach der Nährstoff-Zusammensetzung aus, um den Pflanzen bestmögliche Wachstumsmöglichkeiten zu bieten.

Komposte sind ein guter Dünger und werden häufig in der bio-veganen Landwirtschaft genutzt.
Komposte sind ein guter Dünger und werden häufig in der bio-veganen Landwirtschaft genutzt. Bild: K/Vegpool

Besonders die Gründüngung spielt bei der bio-veganen Landwirtschaft eine wichtige Rolle. So werden auf geeigneten Flächen zum Beispiel Roggen und Wicken angepflanzt, die noch vor der Reife gemäht und zum Mulchen verwendet werden. Auf die Weise gelangen Nährstoffe in den Boden.

Wicken sind Hülsenfrüchte, die Stickstoff aus der Luft im Boden anreichern können. So gesehen ist die Gründüngung sogar richtig gut fürs Klima. Auch viele andere Hülsenfrüchte werden zur Gründüngung verwendet.
Wicken sind Hülsenfrüchte, die Stickstoff im Boden binden können und zur Gründüngung taugen.
Wicken sind Hülsenfrüchte, die Stickstoff im Boden binden können und zur Gründüngung taugen. Bild: K/Vegpool

Der bio-vegane Ansatz unterscheidet sich von der klassischen Bio-Landwirtschaft vor allem dadurch, dass keine tierischen Dünger verwendet werden. Denn sogar in der Bio-Landwirtschaft werden teilweise Schlachtreste aus konventioneller Tierhaltung ausgebracht!


Das bedeutet übrigens nicht, dass bio-vegane Landwirtschaft Tiere ausschließen würde. Auch bio-vegane Betriebe profitieren von einem gesunden Bodenleben und vielen natürlich vorkommenden Insekten, Käfern, Spinnen, Vögeln und Co. Allein: Bio-vegane Landwirtschaft kommt ganz ohne Tierhaltung aus. Darum geht es.

Übrigens: Hier findet ihr auch unser Porträt der bio-veganen Genossenschaft PlantAge.

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Autor: Kilian Dreißig
Veröffentlichung:

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Report: Düngen in der bio-veganen Landwirtschaft
(13 Antworten)
Letzter Beitrag: 30.05.2021, 19:18 Uhr


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Schlagworte: Reports bio-vegan Landwirtschaft bio-vegane Landwirtschaft Experten


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