Landwirtschaft

Wie vegan sind eigentlich Bio-Produkte?

Veröffentlichung: , Bearbeitung:

Frau beim EinkaufFrau beim Einkauf
Bild: © Boggy - Fotolia.com (bearb.)


Obst- und Gemüse-Produkte aus biologischem Anbau sind oft gesünder und meistens viel umweltfreundlicher, als Produkte aus konventionellem Anbau. Grund dafür sind der Verzicht auf „Totalherbizide“ und chemisch-synthetische Stickstoffdünger, der meist kleinstrukturierte Anbau (statt riesiger Felder) und die Ablehnung der Grünen Gentechnik.

Beim Tierschutz setzen die Bio-Richtlinien zwar höhere Standards fest, doch wirklich tierfreundlich oder „artgerecht“ kann Tierhaltung nach Ansicht vieler Tierschützer wohl niemals sein. Hühner, Schweine und Rinder haben auf Bio-Höfen zwar etwas mehr Platz, als ihre Artgenossen in der Massentierhaltung und dürfen etwas länger leben, doch von Freiheit, natürlichen, sozialen Strukturen (Familien) und Erfüllung ihrer Bewegungs-Bedürfnisse ist auch Bio weit entfernt. Und auch Bio-Wurst stammt von getöteten Tieren. Auch für Bio werden männliche Kücken getötet, weil sie keine Eier legen. Auch für Bio werden Kälber ihren Müttern entrissen, damit die Milch verkauft werden kann.

Tierischer Dünger in der Landwirtschaft

VollwertkücheBio: Nicht immer ganz vegan erzeugt
Bild: © shaiith - Fotolia.com
Wer Bio-Lebensmittel produzieren möchte, muss seinen Betrieb zertifizieren und regelmäßig (teils unangemeldet) kontrollieren lassen. Nur wer bestimmte EU-Richtlinien einhält, darf seine Produkte als „Bio“ verkaufen. Innerhalb des Bio-Spektrums gibt es weitere Bio-Anbauverbände, die ihren Bauern und Verarbeitern weitaus strengere Regeln auferlegen. Verbände wie „Demeter“ und „Bioland“ legen zum Beispiel Wert auf eine möglichst hohe Selbstversorgung eines Hofes, auf regionale Aspekte, natürliche Kreisläufe und auf robuste Pflanzensorten.


Wie konventionelle Betriebe sind auch Bio-Höfe darauf angewiesen, ihre Pflanzen zu düngen. Phosphat und Stickstoff sind wesentlich für eine gute Entwicklung der Pflanzen und damit für eine gute Ernte. Konventionelle Landwirte nutzen zum Beispiel Blutdünger, sowie chemisch und energieintensiv hergestellte Dünger aus fossilen Rohstoffen. Gründüngung (z. B. Leguminosen, die Stickstoff im Boden sammeln und später untergepflügt werden) wird im konventionellen Landbau fast nicht praktiziert.

Auch die Bio-Landwirtschaft ist nicht zwingend vegan

Auch Bio-Bauern können nicht einfach auf Düngemittel verzichten. Um eine gute Ernte sicherstellen, muss eine Alternative zu den anorganischen und leichtlöslichen Düngemitteln her. Häufig werden Mist, Gülle und Hornspäne genutzt, um den Boden mit Nährstoffen für die Pflanzen anzureichern. Rein vegane Anbaumethoden sind selten, auch wenn es hier und da immer wieder Bio-Bauern gibt, die weitestgehend vegane Landwirtschaft betreiben.


Diese Praxis stellt Veganer immer wieder vor die Frage, wie vegan (Bio-)Lebensmittel eigentlich sind. Während Gülle von lebenden Tieren stammt, werden Hornspäne aus Hufen und Hörnern getöteter Tiere produziert. Beides nicht vegan, Hornspäne nicht einmal vegetarisch.

Derzeit ist eine Versorgung über rein vegan angebaute Lebensmittel im klassischen Biomarkt wohl nicht möglich. Einige Landwirte und Initiativen forschen aber an einer veganen Landwirtschaft, die ohne tierische oder fossile Düngemittel auskommt. Ein in Deutschland aktives Netzwerk ist biovegan.org.

Danke für die fachliche Unterstützung an Daisy Kratz von Ackerwinde.net

Autor: Kilian Dreißig
4,3/5 Sterne (15 Bew.)
Kommentare

Verpasse keine Neuigkeiten!
Neueste Artikel, Vegan-Tipps und mehr, direkt ins Mail-Postfach.

E-Mail:
Gratis & jederzeit abbestellbar. Bitte beachte die Datenschutzerklärung und diese Infos.
Abmeldung jederzeit möglich.

Nächster Artikel:

Ist Blätterteig eigentlich vegan?



Dazu passende Artikel:

Thema: Ökologisch leben

Kommentare sind nur noch für registrierte Nutzer möglich.

Kommentare

#1: Daniel
04.11.2016, 16:01 Uhr
Ich bin angehender Veganer. Also bedeutet das, dass mein Brokkoli, egal ob Bio oder nicht, gar nicht vegan ist? Aktuell scheint es keine sinnvolle Alternative zum non-veganen-Dünger zu geben? Ohne die tierischen Dünger ist der Anbau also gar nicht möglich? Ist es denn dann überhaupt ethisch relevant, ob ich die Kuh dann noch esse, die ich sowieso brauche, um die Gülle für den Brokkoli zu erzeugen? Daniel
Du bist nicht eingeloggt. Logge Dich ein oder registriere Dich, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Hey, schön dass du hier bist! 😊

Wir sind eine kleine, unabhängige Redaktion und machen uns stark für vegane Ernährung.

Dafür benötigen wir Einnahmen, z. B. über Werbung. Dein Werbeblocker lässt das nicht zu.

Hilf uns, unsere Arbeit fortzuführen.

Mal eben was überweisen:
Paypal

oder

Unterstützer werden

Ladezeiten

header 0.00147s
Gap 2 0.00085s
Gap 4 0.00076s
Gap 5 0.00081s
Gap 6 0.36824s
Spalten (Gaps) parsen 0.38258s
Hauptbild 0.01026s
Artikel parsen 0.39597s
Naechster Artikel 0.18713s
Amazon-Anzeige 0.00133s
Aehnliche Artikel Sidebar 0.00363s
Aehnliche Artikel 0.01915s
Themengruppen 0.01602s
Gesamt: 0.768 Sekunden
© Vegpool.de 2011 - 2020.
Renderzeit: 0,768 Sek.