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Ernährungstrend

Ernährung nach Blutgruppe – die Blutgruppendiät


Wer sich mit seiner Ernährung beschäftigt, wird vielleicht schon einmal von einer sogenannten Blutgruppen-Diät gehört haben. Die Theorie, die auf den amerikanischen Autor und Naturheilkundler Peter J. D'Adamo zurück geht, besagt im Grunde, dass Menschen ihre Ernährung je nach Blutgruppe unterschiedlich verarbeiten. Da sich die Blutgruppen zu unterschiedlichen, entwickungshistorischen Zeiten entwickelt hätten, sei auch der jeweilige Träger auf die jeweils vorherrschende Ernährungsform vorbereitet. Eine „falsche“ Ernährung könne über längere Zeit zu Krankheiten und sogar zum Tod führen.

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D'Adamo hat mehrere Bücher zur Blutgruppendiät veröffentlicht, die in über 50 Sprachen übersetzt wurden und eine Zeit lang sehr populär waren. Doch was ist dran an dieser Ernährungs-Theorie? Ist die Blutgruppen-Diät gesund? Und gibt es wissenschaftliche Studien, die die Blutgruppendiät stützen?

Erntemaschine
Getreide: bei der Blutgruppendiät oft gemieden
Bild: Dan Davison, CC-BY
Die Theorie nach D'Adamo geht zudem davon aus, dass Menschen je nach Blutgruppe auf verschiedene Einflüsse wie Umweltfaktoren und insbesondere auf Lektine (bestimmte Proteine) in Nahrungsmitteln reagieren. So sollen Lektine, die sich mit Antigenen aus der eigenen Blutgruppe nicht vertrügen, Verklumpungen im Blut verursachen und Krankheiten auslösen können. Natürliche Lektine sind in vielen Lebensmitteln enthalten und werden durch Hitze beim Kochen meist deaktiviert, was in der Theorie der Blutgruppendiät aber oftmals vernachlässigt wird.

Die Blutgruppendiät bezieht sich auf das AB0-Blutgruppensystem und unterscheidet grob gesagt zwischen folgenden Typen und Ernährungsformen:

Die verschiedenen Blutgruppen in der Diät-Theorie

  • Blutgruppe 0: Menschen („Jäger“) mit dieser angeblich ältesten Blutgruppe verfügen der Blutgruppen-Theorie zufolge über ein robustes Verdauungs- und Immunsystem. Entwicklungshistorisch seien sie eher die Jäger und vertrügen Fleisch und bestimmte Gemüsesorten gut, während sie auf Getreide und Hülsenfrüchte verzichten sollten. Diese Ernährung ähnelt der Paleo-Diät.
  • Blutgruppe A: Diese Blutgruppe sei die zweitälteste und in der Jungsteinzeit entstanden. Menschen mit Blutgruppe A entsprächen daher eher den „Landwirten“, die damals aber noch keine Tiere gehalten haben und daher gut Obst und Gemüse sowie kleine Mengen Fisch vertrügen.
  • Blutgruppe AB: Menschen mit dieser Blutgruppe („die Rätselhaften“) könnten als einzige auch Getreide vertragen. Auch einige Hülsenfrüchte, Milch und Fisch seien bekömmlich, auf Fleisch solle eher verzichtet werden.
  • Blutgruppe B: Menschen mit dieser Blutgruppe („Nomaden“) seien Allesesser und vertrügen die meisten Lebensmittel. Einzig bei Geflügelfleisch sowie einigen Getreidesorten und bestimmten Hülsenfrüchten sollten sie zurückhaltend sein.

Die Blutgruppendiät in der Wissenschaft

Urmensch auf der Jagd
Blutgruppen aus der Steinzeit?
Bild: dkuhne1976 - Fotolia.com
Die Blutgruppendiät wird von Ernährungswissenschaftlern und Medien in der Regel nicht ernstgenommen. Meist wird darauf verwiesen, dass die Theorien von D'Adamo wissenschaftlich nicht nachgewiesen wurden und teilweise sogar auf Missverständnissen basieren würden. Es gebe zwar Hinweise darauf, dass sich das Risiko für bestimmte Krebsarten je nach Blutgruppe unterscheiden könne. Dies aber als Basis für eine Blutgruppen-bezogene Ernährung zur Gesundheitsförderung zu nehmen, so schreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), entbehre jeder Grundlage. [1].

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Die Stiftung Warentest schrieb, die Blutgruppendiät sei ein „Mythos ohne Grundlage“ [2]. Der UGB resümiert, dass es zwar für einzelne Personen günstig sein kann, Hülsenfrüchte zu meiden – dies läge aber nicht an der Blutgruppe, sondern an individuellen Allergien und Unverträglichkeiten. Die Blutgruppendiät sei stellenweise fast „Blutgruppen-Astrologie“. [3]. Häufig wird beklagt, dass die Blutgruppendiät eine gewisse Angst vor hochwertigen Lebensmitteln schüre und einfache Lösungen anbiete.

Ist die Blutgruppendiät vegan möglich?

Die Blutgruppendiät-Theorie besagt, dass sich die Ernährung nach genetischen Faktoren wie zum Beispiel der Blutgruppe richtet. Dementsprechend ist eine vegane Ernährung bei bestimmten Blutgruppen prinzipiell denkbar, während sie bei anderen (z. B. Blutgruppe 0) kaum vollwertig durchfürbar ist. Eine Blutgruppendiät könnte durch die bewusst geplante Ernährung immerhin zu einem Gewichtverlust beitragen.


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