Ist Branntweinessig eigentlich vegan?

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Eingelegtes Gemüse in Branntweinessig
Eingelegtes Gemüse in Branntweinessig Bild: Kari Sullivan, flickr.com (bearb.) Bildtitel: Homemade spicy pickles, CC-BY

Gemüse-Konserven, Feinkostsalate, Mayonnaisen, Soßen und zahlreiche weitere Fertiggerichte enthalten Branntweinessig. Doch was ist Branntweinessig eigentlich – und ist er überhaupt vegan? Wird Brannweinessig nicht aus Wein gewonnen, der wiederum häufig mit Gelatine geklärt wird?

Diese Fragen sind nicht unberechtigt, denn einige Hersteller klären ihre Weine tatsächlich mit Gelatine, also mit einem Produkt aus Schwarten und Knochen. Das findet zwar sogar manch ein Fleischesser nicht besonders appetitlich – dennoch findet nur langsam ein Umdenken in der Industrie statt. Übrigens sind auch viele Fruchtsäfte davon betroffen – selbst manche Fruchtsäfte, denen nach der Klärung wieder Fruchtfleisch zugefügt wird.
Aber zurück zum Essig.

Essig aus mit Gelatine geklärtem Wein?

Wer sich schon ein wenig mit der Ernährung beschäftigt hat, weiß, dass Speiseessig fast immer aus Wein hergestellt wird. Aus diesem Grund sind die handelsüblichen Weiß- und Rotweinessige oft nicht vegan. Dies betrifft auch Apfelessig und Balsamico-Essige. Es gibt durchaus eine große Auswahl veganer Essige – insbesondere im Naturkost-Bereich – doch gerade bei Billig-Produkten ist es wahrscheinlicher, dass bei der Herstellung Gelatine verwendet wurde.


Beim Branntweinessig sieht es aber etwas anders aus. Denn Branntweinessig wird nicht aus normalem Wein, sondern aus Branntwein oder Industriealkohol hergestellt, der wiederum aus Kartoffeln oder anderen stärkehaltigen Rohstoffen gewonnen wird. Der Branntwein wird anschließend durch Fermentation zu Essigsäure umgewandelt. Dabei können bis zu 0,5% Alkohol im Essig verbleiben (dazu: Trinken Veganer Alkohol?).

Mini-Gurken
Können gut in Essig eingelegt werden: Mini-Gurken. Bild: Rebecca Siegel, flickr.com (bearb.) Bildtitel: Pickling - Bushel o' cukes, CC-BY

Branntwein kann schnell und im industriellen Maßstab erzeugt und verwendet werden – die Reifung wie bei Genussweinen fällt weg. Aus dem Grund eignet sich Brannweinessig auch eher als unaromatisches Säuerungs- und Konservierungsmittel und weniger in Dressings, in denen kräftigere Essig-Aromen gewünscht sind.
Übrigens: Auch bei manch einem hochprozentigen Getränk wie klassischem Rum handelt es sich um eine Sorte Branntwein (die ebenfalls vegan ist).

Brannweinessig ist praktisch immer vegan.

Die gute Nachricht für Veganer: Brannweinessig wird praktisch nie mit Gelatine geklärt und ist daher fast immer vegan. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, beim Hersteller direkt anzufragen.
Und noch ein Hinweis am Schluss: Bei allem Interesse an der Herstellung von Lebensmitteln sollte nicht der Spaß an der gesunden Ernährung verloren gehen. Der Eifer, 100% vegan zu leben, endet sonst schnell in Frustration. Siehe auch: Kann man zu 100% vegan leben?

Autor: Kilian Dreißig
3,8/5 Sterne (35 Bew.)

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