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Südamerika

Das vegane Leben in Brasilien


Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern wird die vegane Ernährung immer populärer. Daher haben wir eine Serie gestartet, in der wir einen Blick über die Ländergrenzen werfen, Veganer aus aller Welt zu Wort kommen lassen und um ein paar Insider-Tipps bitten.
Auch Brasilien gehört zu den Ländern, in denen Veganismus immer beliebter wird. Im Interview gibt Laura Kim Barbosa Tipps.

Gemeinsam die Vegan-Vorteile bekannter machen. Supporter werden
Laura Kim Barbosa
Laura Kim Barbosa
Bild: privat

Vegpool: Wie verbreitet ist Veganismus in Brasilien? Wie viele Veganer leben dort?

Laura Kim Barbosa: Veganismus verbreitet sich über die Jahre immer mehr in Brasilien. Ich lebe seit 2003 vegan und habe bemerkt, dass es jetzt viel mehr vegan deklarierte Produkte in den Supermärkten gibt. Immer mehr Menschen stellen ihr Leben um, es gibt mehr Beachtung in den Nachrichten und die Restaurants bieten mehr vegane Optionen. Es gibt auch viel mehr öffentliche Veranstaltungen.

Trotzdem sind wir noch weit von dem entfernt, wo wir sein müssten. Die Tiere brauchen viel mehr für ein würdiges Leben. Vor ein paar Jahren hat eine renommierte Organisation eine Studie durchgeführt, um herauszufinden, wie viel Prozent der Bevölkerung vegetarisch sind. Das Resultat: Weniger als 10%. Und natürlich wurden Veganer mit Vegetariern in einen Topf geworfen.

Vegan in Brasilien – gar nicht so schwierig!

Vegpool: Wo bekommt man denn vegane Produkte?

Laura Kim Barbosa: Für die, die ein ethisches Leben in Brasilien führen wollen, ist es sehr einfach, vegane Produkte zu finden. Übliche Dinge wie Shampoo und Seifen findet man leicht in Supermärkten und Drogerien. Wenn man mehr Optionen will, gibt es viele vegane Onlineshops, die unterschiedliche Produkte verkaufen und im ganzen Land zustellen, wie zum Beispiel Makeup und Ergänzungen.

Lebensmittel sind noch einfacher. Die meisten Restaurants, sogar Grill-Restaurants, bieten auch Mahlzeiten ohne Tierprodukte an. Wir haben reichlich frisches Obst und Gemüse, also gibt es natürlich eine Auswahl.
Man muss aber aufpassen, welche Sorte Öl genutzt wird und die Zutaten im Zweifel lieber doppelt prüfen. Aber grundsätzlich kann man alles, was man benötigt, ohne allzu große Schwierigkeiten finden.

Stand in Rio de Janeiro
Stand in Rio de Janeiro
Bild: Dimitry B., flickr.com (bearb.), CC-BY

Vegpool: Welche Orte sind gut für vegane Touristen geeignet?

Laura Kim Barbosa: São Paulo ist die größte Stadt im Land und bietet wahrscheinlich die unterschiedlichsten Möglichkeiten, vor allem in der Rua Augusta Street, die für ihre alternative Kultur bekannt ist. Hier gibt es eine Menge veganer Angebote. Ein Beispiel ist Maoz Vegetarian. Sie haben ursprünglich als vegetarisches Restaurant eröffnet, sind jetzt aber zu 100% vegan. Gleich gegenüber gibt es vegane Pizza. Geschäftsleute wissen, dass es Bedarf nach veganen Angeboten gibt – und es sind ja nicht nur Veganer, die nach diesen Angeboten suchen.

Rio de Janeiro ist ein weiterer guter, veganer Ort in Brasilien. Obwohl wenn es beträchtlich kleiner als São Paulo ist, bietet Rio mehr 100% vegane Restaurants und Liefer-Shops.
Curitiba, in Paraná State gelegen, ist ein weiterer guter, veganer Ort mit vielen veganen Restaurants und guten Einkaufsmöglichkeiten.
Mehr findet man unter http://www.veganismo.org.br/p/restaurantes-veganos.html.

Rio de Janeiro veganer als São Paulo

Vegpool: Was ist die häufigsten Gründe, vegan zu werden?

Laura Kim Barbosa: Die meisten beginnen wahrscheinlich mit einem ethischen Standpunkt. Aber viele scheinen, ausgehend von der Begeisterung für gesundes und exotisches Essen, auch Verständnis für die veganen Hintergründe zu entwickeln. Es kann mit dem Wunsch beginnen, abzunehmen oder in Form zu kommen, und sich dann zu einer Motivation aus Mitgefühl entwickeln.

Vegpool: Wo können Menschen mehr Informationen und Unterstützung in Brasilien bekommen?

Laura Kim Barbosa: Das Internet ist die meistverwendete Informationsquelle und Facebook die meistbesuchte Website, obwohl viele vegane Websites und Blogs tonnenweise Informationen bieten. Viele neue Veganer versammeln sich in Gruppen und besuchen Veranstaltungen, die durch diese Seiten und Blogs beworben werden. Hier ein paar Beispiele: https://www.facebook.com/veganismo.org.br.


Fragen und Übersetzung: Kilian Dreißig.


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