Rezension

Cheaponomics – warum billig zu teuer ist


Das Buch „Cheaponomics“ sieht ganz schön billig aus! Es trägt einen gelben Umschlag mit großem roten Preisschild und schreit den Kunden im Buchhandel an: Kauf mich! Dabei kostet das Buch 22,95 Euro und gehört damit sicher nicht zu den billigen Lektüren. Und keinesfalls zu den Leichtverdaulichen.
Hier ist die Rezension zum Buch!

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Warum sind Produkte eigentlich so unglaublich billig, fragt der Autor zu Beginn des Buches „Cheaponomis“. Wie kann es zum Beispiel sein, dass eine Mikrowelle für 14,99 Dollar erhältlich ist? Oder dass wir alle paar Monate ein neues Smartphone kaufen? Wenn wir nachrechnen merken wir schließlich selbst, dass der Preis eigentlich völlig unrealistisch ist. Wie entstehen also billige Produkte also – und wer bezahlt dafür?

Cheaponomics: Warum Billig teuer ist.

Solchen Fragen (und noch einigen mehr) geht der Autor Michael Carolan im Buch „Cheaponomics“ auf den Grund. Carolan ist Professor für Soziologie an der Colorado State University und hält Vorträge darüber, warum „billig“ oft viel zu teuer ist. Dabei betont Carolan schon zu Beginn des Buches, dass es ihm nicht darum geht, alles einfach teurer zu machen. Bloß sei „billig“ eben meist nicht „erschwinglich“ – und zwar für Alle.

Von „virtuellen“ Kosten möchte der Autor in „Cheaponomics“ gar nicht erst sprechen – viel zu offensichtlich seien schließlich die Auswirkungen „billiger“ Produkte auf einzelne Menschen, auf die Gesellschaft, Tiere und Umwelt. Gigantische, nicht ökologisch abbaubare Plastikinseln in den Weltmeeren. Tonnenweise Abfall bei der Herstellung von Unterhaltungs-Elektronik, Grauenvolle Zustände in den Arbeiterfabriken für Handys, Computer oder auch Fleisch... Die heutige Wirtschafts-Ideologie, die darauf basiere, Kosten zu sozialisieren (also anderen Parteien aufzuhalsen), nennt Carolan „Cheaponomics“.

Dabei betreffe diese Ideologie nicht „nur“ die Umwelt, Billig-Arbeiter und Nutztiere, sondern durchaus auch das gesamte Gesellschaftsgefüge. Es führe zu mehr Stress, zu weniger Zeit für soziale Aktivitäten, zu geringerer demokratischer Teilhabe, zu höheren Ausgaben und letztendlich zu geringerer Lebensqualität. Bei Cheaponomics werden Kosten sozialisiert, während der Nutzen nur wenigen Menschen vorbehalten bleibe.

Ein Buch mit leichtem Schreibstil – und erschütternder Ernsthaftigkeit

Auch wenn „Cheaponomics“ als eindringliches und unterhaltsames Buch angepriesen wird, kann man den Unterhaltungs-Faktor getrost vernachlässigen. Die Berechnungen Carolans sind zwar oft so konsequent, dass sie fast schon satirisch wirken, zeigen dadurch aber umso deutlicher, wie vertrackt das System Cheaponomics offenbar ist. Carolans spickt seine Ausführungen mit zahlreichen Belegen und verleiht ihnen damit eine erschütternde Ernsthaftigkeit! Keine Frage: Das Buch „Cheaponomics“ wurde in einem angenehmen Schreibstil verfasst, ist dabei aber keinesfalls leichte Kost.

Michael Carolan hält sich im Buch „Cheaponomics“ mit ökologischer Besserwisserei sehr zurück und betont die gesellschaftlichen Vorteile einer Lebensweise, die auf „erschwingliche“ (also z. B. ökologisch und sozial erzeugte, langlebige und reparierbare) Produkte setzt. Diese untermauert er immer wieder mit durchaus harten, wirtschaftlichen Zahlen – zu seinem eigenen Missfallen, da sich „weiche“ Werte wie Gesundheit und Wohlbefinden nur selten in Zahlen fassen lassen. „Cheaponomics“ ist ein Buch, das jeder lesen sollte.

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Buch „Cheaponomics“
Wie soll es möglich sein, dass alles immer billiger zu kaufen ist? Es ist nicht möglich. Über die Hintergründe „billiger“ Produkte erfährt man mehr im Buch „Cheaponomics“.
ab 22,95 Euro Zum Produkt

Ein Tipp voraus: Kaufen Sie das Buch gebraucht!

Das Buch „Cheaponomics“ ist 2015 im Oekom-Verlag erschienen (ISBN: 9783865817341) und kostet 22,95 Euro (Österreich: 23,60 Euro), mit Hardcover.


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