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Ökologischer lesen mit einem eBook-Reader?

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Ein eBook-ReaderEin eBook-Reader der Tolino-Serie
Bild: K/Vegpool


Viele Aspekte des täglichen Lebens haben Einfluss darauf, wie groß unser ökologischer Fußabdruck ist, den wir auf der Erde hinterlassen. Eine vegane Lebensweise, das Hauptthema dieser Seite, spielt dabei wohl die Hauptrolle. Schließlich benötigt eine pflanzliche Ernährung bis zu 90% weniger Ressourcen.

Heute möchten wir uns der Frage widmen, ob das Lesen mit einem eBook-Reader eigentlich ökologischer ist, als das Lesen klassischer Papier-Bücher. Diese Frage treibt offensichtlich viele Menschen um, die sich überlegen, ob sich die Anschaffung eines eBook-Readers lohnt - nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern auch aus ökologischen Gründen.

Der Hintergrund für diese Frage ist, dass Rohstoffe für die Herstellung von Elektrogeräten nicht immer ökologisch nachhaltig gewonnen werden. Auch von Menschenrechtsverletzungen ist immer wieder die Rede - besonders beim Abbau von Cobalt. Gleichermaßen verbraucht aber auch die Herstellung herkömmlicher Bücher eine Menge an Ressourcen und Energie.

Gute Planung schützt vor Fehlkäufen.

Da ich mich mit einem eher minimalistischen Lebensstil wohl fühle und gerne mit leichtem Gepäck reise, habe ich mir angewöhnt, mir vor dem Kauf neuer Elektrogeräte ein paar Fragen zu stellen. Diese Fragen haben mich bisher vor übermäßig viel Gerümpel und Elektroschrott bewahrt - und ganz nebenbei auch den Geldbeutel geschont.

Diese Fragen lauten:

  • Werde ich das Gerät wirklich benutzen, oder landet es in irgendeiner Ecke und verstaubt?
  • Kann ich ein solches Gerät aus einer Vorgänger-Generation oder auf dem Gebrauchtmarkt finden, ohne Qualitätseinbußen in Kauf zu nehmen? (Dies vor allem deshalb, weil der Trend zu immer neuen Geräte-Generationen dazu führt, dass alte (aber unbenutzte) Geräte teilweise sogar unbenutzt entsorgt werden).
  • Welches Modell bietet das beste Verhältnis aus Preis und Leistung? Ein billiges aber kaputtes Gerät macht schließlich auch wenig Sinn.

Bei der ersten Frage war ich mir nicht sicher. Ehrlich gesagt empfinde ich das Aussehen der meisten handelsüblichen eBook-Reader mit ihrem 1980-er Charme weder sonderlich modern, noch anderweitig ansprechend und hatte das Gefühl, dass das Gerät schnell langweilig wird.

Andererseits war genau das ja auch die Chance: Ein solches Gerät lockt einen nicht mit unnötigen Funktionen, sondern mit schlichter Funktionalität. Man kann damit lesen, und das war's. Es ist also vorab viel leichter zu beurteilen, ob man diese Funktion braucht. Und da ich gerne und viel lese, war die Antwort für mich schnell klar.

eBook-Reader: Lesen ohne Schnickschnack.

Da die Zeit bis zu meiner Reise knapp war, habe ich mich kurzerhand für ein Einsteigermodell mit guten Bewertungen entschieden - mit dem Vorhaben, dieses bei Nichtgefallen einfach wieder zu verkaufen. Nach kurzer Recherche habe ich mich für einen Tolino Page für damals ca. 70 Euro entschieden (heute viel günstiger zu haben).

Es hat sich als richtig erwiesen, ein Tolino-Modell zu wählen. Denn anders als z. B. die Kindle-Reader von Amazon, kann der Tolino Page auch Bücher aus der Onleihe nutzen (dafür ist ggf. ein kostenloser Account bei Adobe nötig, um die entsprechenden Rechte für den Kopierschutz zu erhalten). Mitglieder einer angeschlossenen Bücherei haben damit die Chance, etliche Titel als eBook abzurufen. Darunter neben Krimis und Romanen übrigens auch Fachbücher über vegane Ernährung. Bei ca. 15 Euro im Jahr lohnt sich eine solche Mitgliedschaft schnell - auch ökologisch.

Und das hat sich wohl als der entscheidende ökologische Vorteil herausgestellt. Schon in den ersten Wochen habe ich über 1000 Seiten auf dem eBook-Reader gelesen - und musste dafür nicht ein einziges Buch oder eBook kaufen. Ziemlich praktisch, finde ich.

eBooks: Inhalte statt Material.

Der Zweck von Büchern ist schließlich die Vermittlung von Inhalten, nicht der Besitz. Deshalb ist es wohl immer ökologischer, Bücher aus einer Bücherei auszuleihen. Besonders dann, wenn diese dadurch nicht abgenutzt werden. Wie bei einem eBook-Reader, der ja bloß digitale Inhalte abruft.

Nicht zuletzt spart das aber auch bares Geld. Bei Kosten von locker 10 Euro für ein eBook macht das schnell ein paar hundert Euro aus. So kann eine (potentiell) ökologische Entscheidung auch richtig Geld sparen. Ein gutes Beispiel dafür, dass Öko nicht unbedingt teuer sein muss.

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Man kann natürlich auch noch darauf verweisen, dass auch das gesparte Gepäck die Umwelt schont - ich selbst halte den Aspekt aber für so verschwindend gering, dass ich das geflissentlich ignoriere. Wobei auf Dauer auch hier etliche Bücher zusammenkommen werden.

Der Wahrheit halber sei gesagt, dass sich mit dem Reader deutlich mehr lese als zuvor. Dass der Ressourcenverbrauch für den Kauf neuer Bücher damit zwar verringert wurde - mein Bücherkonsum dafür aber deutlich erhöht. Außerdem kann ich nur mutmaßen, wie viel Energie und Ressourcen in Bücher und in die eBook-Herstellung fließen, sodass dieser Artikel in erster Linie als Gedankenanregung zu verstehen ist.

Schonende Behandlung verlängert die Lebensdauer des eBook-Readers.

Die pflegliche Behandlung des eBook-Readers ist natürlich Voraussetzung für eine lange Lebensdauer. Denn die tatsächlichen, ökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Büchern ergeben sich erst mit der Dauer der Nutzung. Ich habe daher von Anfang an in eine Hülle investiert, um Bildschirm und Gehäuse zu schützen.

Unterm Strich lässt sich wohl sagen:
Ein eBook-Reader ist für Vielleser eine lohnenswerte Anschaffung, die den Ressourcenverbrauch - zumindest auf Dauer - deutlich reduzieren könnte. Zumindest wenn dadurch der Kauf gedruckter Bücher entfällt. Gleichzeitig handelt es sich natürlich um ein Elektrogerät, dessen Produktion - und letztlich auch die Entsorgung - aus ökologischer Sicht nicht ganz unproblematisch ist.

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Wer sich überlegt, einen eBook-Reader anzuschaffen und damit Ressourcen - und Geld - zu sparen, der sollte auf ein paar Dinge achten:

  • Der Reader sollte in der Lage sein, Bücher der Onleihe zu lesen (inkl. Kopierschutz), denn damit lässt sich richtig viel Geld sparen, bei demselben Komfort (mit dem Unterschied, dass geliehene Bücher nur befristet lesbar sind). Für mich sind deshalb die Kindle-Geräte von Amazon sofort rausgefallen.
  • Der eBook-Reader sollte ein integrierte Beleuchtung haben. Diese vermisse ich beim Tolino Page, besonders bei Nachtfahrten oder an dunklen Bushaltestellen. Der Tolino Shine 2 HD bietet ein solches Leselicht.
  • Wer gebrauchte Geräte kauft, nutzt Ressourcen effektiver und kann dabei oft richtig Geld sparen. Einfach mal auf Ebay oder in den Ebay Kleinanzeigen suchen!
  • Ein eBook-Reader benötigt nicht viel Leistung. 2 GB Speicher reichen locker. Und auch die Akku-Kapazität reicht selbst bei den Einsteiger-Geräten meist für Wochen aus. Hier sollte man also eher auf die Verarbeitungs-Qualität achten.
  • Auch bei Vorgänger-Modellen kann man oft ordentlich Geld sparen. Da ein eBook-Reader ohnehin nur wenige Funktionen bietet, sind die technischen Unterschiede oft wirklich gering.
  • Eine WLAN-Verbindung macht Sinn, da man so unterwegs bequem eBooks runterladen kann (auch aus der Onleihe).
Autor:
4,8/5 Sterne (8 Bew.)

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Kommentare

#1: Sunjo
19.01.2018, 13:10 Uhr
Das mit der Onleihe ist ein gutes Argument
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