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Plastik und Co.

Ist Erdöl eigentlich vegan?


Erdöl ist nicht nur der Rohstoff, aus dem Benzin und Diesel hergestellt wird – auch unzählige Alltags-Gegenstände enthalten Teile, die aus Erdöl produziert werden. Doch Erdöl ist aus organischen Materialien entstanden, darunter auch aus Tieren der Urzeit. Es stellt sich also die Frage, ob Erdöl und die daraus produzierten Produkte eigentlich vegan sind. Diese Frage bezieht sich natürlich nicht auf den Verzehr von Erdöl, sondern auf die allgemeine Nutzung von Produkten aus weiterverarbeitetem Erdöl.

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Erdöl in allen Lebensbereichen

Zahncreme
Erdöl steckt auch in Zahnbürsten
Bild: Marc Samsom (bearb.), CC-BY
Tatsächlich wäre ein Lebensstil ohne Erdöl-Produkte heute kaum vorstellbar. Aus Erdöl wird zum Beispiel Kunststoff erzeugt, das wiederum zu unzähligen Produkten oder Produkt-Teilen verarbeitet wird. Von der Einkaufstüte bis zum Sitzbezug im Auto; von der Polyesterfüllung in der Bettdecke bis zur Gardine. Viele Farben, Putzmittel und Cremes enthalten ebenfalls hochverarbeitete Erdölprodukte. Praktisch in allen Bereichen des täglichen Lebens treffen wir Erdöl-Produkte an. Auch in vielen Kosmetik- und Medizinprodukten – sogar in manch einer Zahncreme – werden Erdöl-Produkte verwendet. Die Industriestaaten sind so abhängig von Erdöl, wie nie zuvor.

Obwohl sich Erdöl als so genannter fossiler Rohstoff aus Abbauprodukten toter Tiere und Pflanzen gebildet hat, ist es vegan. Bei der veganen Lebensweise geht es unter anderem darum, Tiere nicht für die eigene Lebensweise auszubeuten. Auf die Entstehung von Erdöl über mehrere Jahrtausende hat man als Veganer natürlich keinen Einfluss. Zudem ist Erdöl nicht durch die Ausnutzung von Tieren entstanden, sondern vielmehr aus den sterblichen Überresten von Tieren und Pflanzen.

Supporter sehen weniger Werbung.

Sind Benzin und Diesel vegan?

Die selbe Antwort gilt natürlich auch für Treibstoffe, die aus Erdöl hergestellt werden: Benzin, Diesel, Kerosin und auch Erdgas.
Anders sieht es allerdings aus mit Biogas und mit Ökostrom aus, sofern diese aus der Gülle von Massentierhaltungen gewonnen wurden. Denn dadurch werden – wenn auch indirekt – Massentierhaltungen wirtschaftlich gefördert. Viele Veganer lehnen derartig erzeugte Energie ab. Einige Ökostrom- und Biogas-Hersteller nutzen pflanzliche Methoden zur Energie-Gewinnung, so dass es hier gute Möglichkeiten gibt, rein veganes Biogas und Ökostrom zu beziehen.


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Kommentare

Sandro
Kommentar #3 17.07.2017, 08:52 Uhr
Erdölprodukte sind nicht vegan, da bei der Förderung um Umkreis der Bohrstelle tausende Tiere verenden. Ebenso tritt bei Tiefseebohrungen immer wieder Erdöl aus, und vergiftet die Fische und Wasservögel. Ganz zu schweigen, von den Tieren, die jedes Jahr elendiglich sterben, durch Kontakt mit Ölteppichen, und Plastikteilen in den Mägen der Tiere, die sie dann verenden lassen.

Gondi
Kommentar #2 22.02.2017, 21:13 Uhr
Später Hinweis von einer Geologin: Erdöl bildet sich auch aus Zooplankton, dazu gehören tierische Einzeller und auch Larven von z.B. Würmern.

chaoscommander
Kommentar #1 11.03.2015, 18:22 Uhr
Kurzer Hinweis von einem Geologen: "Tiere" sind nicht oder wenn, dann nur in nicht nachweisbaren Spuren in Erdöl enthalten, sondern nur Landpflanzen, Algen und Bakterien (so weit ich weiß, werden Bakterien nicht als Tiere im Sinne des Veganismus betrachtet?).

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