Erfahrungsbericht

Kerstin P: Vegan gegen Psoriasis Arthritis

Zuerst muss ich erwähnen, dass ich in meiner Kindheit kein Fleisch und keine Wurst essen wollte und jeden Brocken an den Tellerrand gelegt habe. Hat mir mein Instinkt damals eventuell schon gesagt, dass ich keine tierischen Lebensmittel vertrage? Heute glaube ich fest daran, dass mein Körper mich mit dem Ekel vor Fleisch schützen wollte. Aber wie das im Leben so ist, verlernt man auf sich selbst zu hören und gibt dem Druck von außen, also Erziehern, Eltern und Großeltern, irgendwann nach.

Im Alter von ca. 14 Jahren fingen meine Probleme mit der Haut an. Ich bekam Schuppenflechte an den Ellenbogen, in den Kniekehlen auf den Augenlidern und in den Ohren. Nach ca. einem Jahr hatte ich massive Schuppenflechte an den Handinnenflächen, den Fußsohlen und auf den Finger-und Fußnägeln.
Es begann eine Odyssee von Behandlungen und Kuraufenthalten.

Von der Unverträglichkeit zum anaphylaktischen Schock.

Mit ca. 17 Jahren begann mein Körper sich gegen Milch zu wehren, zunächst mit Unwohlsein und Herzrasen, bis ich dann einen anaphylaktischen Schock erlitten habe und ein Allergologe mir erklärte, dass ich sämtliche Milchprodukte für den Rest meines Lebens meiden muss.

Womit jedoch keiner rechnete war die Tatsache, dass meine Schuppenflechte an den Händen und Füßen von Woche zu Woche mehr abheilte und bis heute auch nicht wieder kam. Nur ein paar kleine Stellen auf den Augenliedern und im Ohr blieben noch zurück.

Den fehlenden Käsegenuss kompensierte ich allerdings nun mit Wurst und wusste oder ahnte nicht, was ich mir damit antat.

Mit ca. 30 Jahren fingen dann unerklärliche Rücken– und Hüftschmerzen an. Irgendwann kamen dann auch Zehengelenke und Fingergelenke dazu. Auch Sehnenansätze begannen sich zu entzünden. Über Jahre hinweg bekam ich Schmerzmittel und durch meine Schuppenflechte (Psoriasis) wurde dann von einem Rheumatologen die Krankheit Psoriasis Arthritis festgestellt.

Hüftgelenke wie eine alte Frau.

Mit ca. 38 Jahren entsprachen meine Hüftgelenke denen einer 70-jährigen Frau und man teilte mir mit, dass ich aufgrund meiner Psoriasis Arthritis in spätestens 10 Jahren künstliche Hüftgelenke brauche. Ich war inzwischen so immobil und steif, dass ich auch meinen geliebten Ausdauersport nicht mehr ausüben konnte. Vor sechs Jahren, mit 39, war es so schlimm, dass ich in die Uniklinik eingewiesen wurde und man eine Therapie mit MTX (MTX = Methotrexat. Anmerkung der Redaktion) begonnen hatte.

Ich habe das Medikament nicht besonders gut vertragen und war völlig unzufrieden damit. Für die weiterführende Therapie meiner Psoriasis Arthritis musste ich mir eine rheumatologische Praxis suchen und so kam ich zu meiner jetzigen Ärztin. Sie ist sehr aufgeschlossen und beschäftigt sich mit ganzheitlichen Therapien.

Verzehren Sie Milchprodukte?
Ja
Nein

Sie riet mir dazu, mich mindestens ein halbes Jahr zu 100% basisch zu ernähren und vor allem keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren. Sie erklärte mir den Zusammenhang zwischen der in tierischen Lebensmitteln vorkommenden Arachidonsäure und den entzündlichen Vorgängen bei Psoriasis Arthritis im Körper.

Bei einer basischen Ernährung wird auf Lebensmittel verzichtet, die eine Übersäuerung des Körpers begünstigen. Zu den säurebildenden Lebensmitteln gehören insbesondere Tierprodukte wie Fleisch und Milch, aber auch einige pflanzliche Lebensmittel wie z. B. Weißmehl, Zucker und raffinierte Fette. Viele Menschen mit Arthritis können von einer solchen Ernährung profitieren. Anmerkung der Redaktion.

Mit der basischen Ernährung trat endlich Besserung ein.

Anfangs konnte ich gar nicht glauben, dass meine Gelenke immer weniger schmerzhaft waren. Wir setzten nach nur drei Monaten das MTX ab. Nach einem halben Jahr begann ich dann allmählich zweimal pro Woche wieder Getreideprodukte zu essen und habe es gut vertragen.

Jetzt, nach fast sechs Jahren lebe ich zwar nicht mehr 100%-ig basisch, aber zu 100% vegan und bin von meiner Krankheit fast geheilt. Im letzten September hatte ich ein MRT meiner Hüftgelenke und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Ich bin meine Psoriasis Arthritis durch eine reine Ernährungsumstellung so gut wie losgeworden. Früher hätte ich mir das nie vorstellen können!

Da ich seit fast fünf Jahren auch meinen Laufsport wieder betreibe, haben sich beide Hüften wieder so regeneriert, dass ich mir über künstliche Hüftgelenke keine Sorgen mehr machen muss. Selbst meine fast versteiften Fingergelenke kann ich problemlos wieder bewegen, was kein Arzt erklären kann. Heißt es doch immer, dass es sich bei Psoriasis Arthritis um eine degenerative Gelenkserkrankung handelt.

Ich bin der Beweis, dass sich die durch Psoriasis Arthritis geschädigten Gelenke sehr wohl wieder regenerieren können. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen das hier lesen und endlich begreifen, dass wir unsere Gesundheit und unseren Planeten nur mit einer gesunden veganen Lebensweise retten und erhalten können. Auch dass ich das einmal sagen würde, hätte ich mir vor wenigen Jahren nicht vorstellen können.


Kerstin P. ist Supporterin von Vegpool.de. Gemeinsam machen wir die Vorteile einer veganen Lebensweise bekannter. Jetzt Supporter werden!



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Kommentare

gargelchen
Kommentar #1 11.03.2018, 11:28 Uhr
Ein guter Freund von mir leidet sehr unter Psoriasis Arthritis. Schon seit einigen Jahren muss er Morphine einnehmen, um die Schmerzen aushalten zu können.
Im Gegensatz zu mir ist er leidenschaftlicher Fleischesser, aber der Leidensdruck ist so groß, dass er entschieden hat, sich ab sofort basisch und vegan zu ernähren.
Dieser Artikel macht uns ganz große Hoffnung. Danke!

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