Bio-vegan & saisonal: So wird Deine Ernährung klimafreundlich

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Äpfel an einem ApfelbaumÄpfel an einem Apfelbaum
Bild: K/Vegpool


Die Klimakrise bedroht das Überleben der Menschheit. Und die Politik ist offenbar handlungsunfähig. So hat die deutsche Regierung am 19. September 2019 ein "Klimapaket" beschlossen, das Wissenschaftler fassungslos macht: Es wird nicht einmal ansatzweise den Herausforderungen unserer Zeit gerecht.

Die Menschheit schlittert bislang ohne zu bremsen in eine Katastrophe, die Verteilungskriege, Flüchtlingswellen und Wetterextreme auslösen wird - und sogar das Überleben der menschlichen Zivilisation gefährdet. Seit den 1960-er Jahren kennen Forscher die Mechanismen des Klimawandels. Und der Menschheit läuft die Zeit davon.

Doch auch wenn die großen Zusammenhänge in der Verantwortung der Politik liegen, können auch wir als Verbraucher Verantwortung übernehmen. Mit der Wahl unserer Ernährung entscheiden wir, wer unser Geld bekommt: Kleine, bäuerliche Betriebe, die sorgsam mit Umwelt und Klima umgehen - oder jene Konzerne, die unsere Umwelt seit Jahren immer weiter zerstören.


Eine pflanzliche Ernährung ist die klimafreundlichste Art der Ernährung. Und besonders klimaschonend wird es, wenn wir pflanzliche Lebensmittel der Saison aus biologischer Landwirtschaft bevorzugen.

Bio-vegan gegen die Klimakatastrophe

Für ein Kilo Fleisch werden Futtermittel aus Soja, Getreide und Co verfüttert! Dieses Futter wird nicht etwa "konzentriert", sondern größtenteils wieder ausgeschieden. Für ein Kilo Fleisch gehen so bis zu 15 Kilo Getreide verloren. Dazu später mehr.

Damit die Futterpflanzen möglichst schnell wachsen und hohe Erträge liefern, wird Dünger eingesetzt, der reich an Stickstoff, Kalium und Phosphor ist. Schon die Produktion der Düngemittel ist ökologisch problematisch. Auch, weil Phosphor als Rohstoff knapp wird und der Abbau in Bergwerken immer intensivere Maßnahmen erfordert. [1]

Die Energie für die Produktion synthetischer Düngemittel stammt zu großen Teilen aus Kohle- und Kernkraftwerken. Also aus Energiequellen, die aus ökologischer Sicht besonders fatal sind.


Beim Einsatz von stickstoffhaltigen Düngemitteln entsteht Lachgas. Dieses ist 300 mal so klimawirksam wie CO2. Es schädigt das Klima also 300 mal so stark - und verstärkt das Risiko einer galoppierenden Klimakatastrophe, in der Dominoeffekte auftreten, die für Menschen nicht mehr kontrollierbar sind. Doch damit nicht genug:

Die Rodung von Urwäldern zur Gewinnung von Ackerflächen für Futtermittel führt dazu, dass sogenannte "CO2-Senken" vernichtet werden. Waldbrände im ökologisch wertvollen Amazonas-Regenwaldgebiet sind eine Folge des Hungers nach Tierprodukten!

Ressourcen gehen für Tierprodukte verloren

Wie oben kurz erwähnt, werden die meisten Futterkalorien von den "Nutztieren" zu Gülle und Wärme umgewandelt. Die globale Tierhaltung macht Energie und Rohstoffe buchstäblich zu Mist.

Die Rodung der Anbauflächen. Die Produktion der Düngemittel. Der Anbau der Futterpflanzen. Die Verarbeitung zu Futtermitteln und der Transport. Alles reine Verschwendung!




Dazu kommt, dass Nutztiere im Laufe ihres Lebens große Mengen an Methangas ausstoßen, das seinerseits etwa 25 klimawirksamer ist als CO2. Die globale Tierhaltung gehört zu den bedeutendsten Klimakillern unserer Zeit.

Pflanzliche(re) Ernährung ist alternativlos.

Der Anbau der Futtermittel ist für die globale Tierhaltung systemimmanent. Es gibt also keine ökologisch nachhaltige Alternative der Tierhaltung im heutigen Maßstab. Auch Bio-Tierprodukte sind nicht ökologisch. Wir Verbraucher in den reichen Industrieländern tun daher gut daran, Tierprodukte schnellstmöglich und umfassend zu reduzieren - und besser ganz zu meiden.

Der vermeintliche Verzicht beim Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung ist nichts im Vergleich zum realen Verzicht, den wir dadurch vermeiden können.

Veganer nutzen pflanzliche Lebensmittel direkt. Ihr Bedarf an Ackerbauflächen ist geringer. Sie benötigen weniger Düngemittel. Sie verschwenden weniger Energie, die gesamte Tierhaltung mit ihren ökologischen Folgen entfällt - und Veganer leben überraschender Weise oft sogar deutlich gesünder als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Vegane Ernährung spart bis zu 2 Tonnen CO2 im Jahr

In Deutschland erzeugt jeder Mensch im Laufe eines Jahres 10-11 Tonnen CO2-Äquivalenzen (wir belasten das Klima also mit Klimagasen die der Klimawirkung von 10-11 Tonnen CO2 entsprechen). Nach den Berechnungen einer Studie aus der Universität Oxford können Veganer davon zwei Tonnen im Jahr einsparen. [2]


Kaum ein anderer Einspar-Effekt hat diese Auswirkungen aufs Klima. Auch wenn wir natürlich versuchen sollten, effektiver zu heizen und möglichst umweltfreundlich zu reisen, ist der Umstieg auf eine klimafreundlichere Ernährung der wichtigste Schritt. Denn er wirkt auf Dauer - und besonders nachhaltig.

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, bevorzugt pflanzliche Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft, besser noch: Aus bio-veganer Landwirtschaft, in der keine Gülle eingesetzt wird.

Wichtig: Bio-Tierprodukte sind ebenfalls klimaschädlich. Bio-Rindfleisch gilt aufgrund der längeren Lebenszeit der Tiere sogar als klimaschädlicher als Rindfleisch aus konventioneller Mast! Die hier genannten Klima-Vorteile beziehen sich also auf eine pflanzliche Ernährung mit Bio-Produkten.

Vorteile der bio-veganen Landwirtschaft für das Klima

Im Bio-Anbau kommen gar keine synthetischen Düngemittel zum Einsatz. Bio-Bauern arbeiten mit Fruchtfolgen und organischen Düngern, die sich ökologischer auf den Nährstoffgehalt der Böden auswirken als synthetische Dünger. Und sie pflanzen Leguminosen, die Stickstoff binden und im Boden anreichern.


In der biologischen Landwirtschaft entstehen so deutlich weniger klimaschädliche Gase als in der konventionellen Landwirtschaft. Zudem schont Bio-Landwirtschaft die Böden und bewahrt das Bodenleben.

Importierte Bio-Produkte wirklich ökologisch?

Die Kritik an importiertem Bio-Obst und -Gemüse aus Spanien ist oft trügerisch - denn auch konventionelle Lebensmittel werden importiert. Frische Äpfel aus Neuseeland sind mitunter immer noch ökologischer als regionale Bio-Äpfel aus dem Kühlhaus. Besonders umweltfreundlich sind bio-vegane und saisonale Lebensmittel!

Wenn du also möglichst ökologisch essen möchtest, dann iss pflanzlich und bevorzuge regionale und saisonale Bio-Produkte. Du kannst auch Lebensmittel der Saison schonend einmachen oder fermentieren (z. B. Sauerkraut oder Kimchi). So, wie es unsere Vorfahren gemacht haben. Unser Saisonkalender hilft dir dabei.

Sei Teil einer mutigen Bewegung für die Zukunft.

Eine Million Veganer in Deutschland beweisen Tag für Tag, dass vegane Ernährung mit den immer noch gängigen Klischees nichts gemeinsam hat. Sie widerlegen die Kritiker und Hetzer, die von der Industrie bezahlt werden, und ein Zerrbild über Veganer verbreiten, das mit der Realität nichts zu tun haben. Sie ernähren sich gesund, abwechslungsreich und voller Genuss. Manche konnten sogar ihr Übergewicht loswerden, oder ernährungsbedingte Erkrankungen in den Griff bekommen.

Kurz gesagt: Selbst wenn uns das Klima egal ist - und wir der Katastrophe ins Auge blicken, die unser Überleben auf der Erde in Frage stellt - kann eine fundierte, pflanzliche Ernährung mit biologischen Lebensmitteln dazu beitragen, unsere eigene Lebensqualität zu steigern. Und wir unterstützen damit jene Bauern und Hersteller, die alternative, nachhaltige Methoden nutzen, und unsere Umwelt schonen.

Autor: Kilian Dreißig
4,6/5 Sterne (11 Bew.)

Veganes Forum
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Artikel: Klimafreundlich essen
(8 Antworten)
Letzter Beitrag: 25.10.2019, 12:34 Uhr


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