Mailserie: Veganer Ökostrom

Veganes Essen verkaufen

So geht's: Imbiss-Stand auf Festivals


Ein veganer Essensstand kann auf Festivals, Konzerten und Co ein wahrer Renner werden, schließlich entscheiden sich immer mehr Menschen für eine vegane Ernährung. Auch Vegetarier und Menschen mit bestimmten Unverträglichkeiten von Tierprodukten sind oft dankbar für ein geeignetes Speise-Angebot und gehören damit ebenfalls zur Zielgruppe eines veganen Imbiss-Standes.
Ganz nebenbei sind vegane Lebensmittel auch aus lebensmittelhygienischer Sicht deutlich einfacher zu handhaben – was die Vorbereitung des Standes und die Freigabe durch das Gesundheitsamt vereinfachen kann.

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Die allgemeinen Anforderungen an das Speise-Angebot auf einem Imbiss-Stand auf Festivals oder Konzerten (für einfache, schnelle Verpflegung):

  • Speisen müssen in großen Mengen und mit möglichst geringem Aufwand zubereitet werden können.
  • Die Ausgabe muss unkompliziert sein und schnell erfolgen und keine allzu hohen Anforderungen an hygienische Einrichtungen stellen.
  • Die Zutaten müssen auch in großen Mengen erschwinglich sein, der Wareneinsatz muss möglichst gut planbar sein. Eventuelle Abgaben an die Festival-Organisatoren müssen einkalkuliert werden.
  • Die Speisen sollen auch bei unregelmäßiger Abnahme (längere Warmhaltezeiten) noch appetitlich sein.
  • Bei der Ausgabe sollte Müll nach Möglichkeit vermieden werden.

Besonders gut eignen sich also Speisen, die in großen Töpfen bzw. Wannen warmgehalten werden können, oder Snacks, die einfach erwärmt und in wenigen Handgriffen appetitlich ausgegeben werden können. Gerichte wie veganes Gulasch, Soljanka oder Eintopf eignen sich daher besonders gut. Aber auch Burger, Döner, Gyros usw. lässt sich – natürlich in veganer Variante – recht einfach zubereiten und servieren. Besonders beliebt: Vegane Hotdogs aus Seitan oder Tofu.

Veganer Essens-Stand auf Umsonst&Draußen
Dieser vegane Hot-Dog-Stand (orange, Mitte) wurde vor einigen Jahren vom Autor organisiert
Bild: K/Vegpool

Vegane Snacks kommen besonders gut an.

Wenn ausreichende Kühlmöglichkeiten vorhanden sind, eignen sich Fertigprodukte wie z. B. vegane Hot-Dog sehr gut, weil man damit gut auf die schwankende Nachfrage (Konzertpausen, Wetter, ...) reagieren kann und nicht allzu viele fertig zubereitete Speisen lagern muss. Der Nachteil hierbei liegt natürlich in den höheren Kosten (im Vergleich zu komplett selbst zubereiteten Speisen) und daraus resultierend die höheren Verkaufspreise bzw. die geringere Gewinnmarge. Allgemein kommt veganes Fast-Food besonders gut an, kann leicht konsumiert werden und Besucher verstehen sofort, was sie erwartet. Eintöpfe eignen sich eher an regnerischen, kälteren Tagen und müssen – gerade bei internationalen Gerichten – oft noch genauer erklärt werden (und sich ggf. gegen einige Mitbewerber durchsetzen können).

Übrigens: Gerade bei kleineren, nicht-kommerziellen Festivals sind einige Vegan-Hersteller bereit, einen Teil der Produkte zu sponsern. Dafür kann man z. B. ein paar Produkt-Informationen auslegen, die ohnehin für viele Kunden interessant sein dürften.

Eintöpfe sind vom Wareneinsatz kostengünstiger, allerdings kann damit nicht immer flexibel auf spontane Nachfrage reagiert werden, da die Zubereitung doch erheblich länger dauert, als bei Snacks. Bei der Lagerung muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Inhalt auch in der Mitte ausreichend durchgekühlt wird, sonst fängt er schnell an zu gären. Eintöpfe sollten daher möglichst mehrmals täglich frisch zubereitet werden.

Preisliste
Vegan lohnt sich mehrfach
Bild: K/Vegpool
Grundsätzlich gilt: Vegane Speisen haben den Vorteil, dass sie auch für Vegetarier, für Menschen mit bestimmten Unverträglichkeiten sowie für Omnivore genießbar sind. Der Zubereitungs-Aufwand kann gering gehalten werden, indem von vornherein Gerichte geplant werden, die sich in wenigen Töpfen und mit wenig Zwischenschritten zubereiten lassen und außerdem schnell serviert werden können. Durch die rein pflanzlichen Inhaltsstoffe sind die Gefahren einer Lebensmittelvergiftung durch Salmonellen geringer (allerdings nicht ausgeschlossen), was durch die Gesundheitsämter meist durch eine unkompliziertere Abnahme des Standes belohnt wird.

Oft ist es sinnvoll, einzelne Zutaten nachzukaufen (Brötchen, Gewürzgurken, Ketchup, ... z. B. jeden Vormittag des Festivals), statt große Mengen „auf Risiko“ einzukaufen – denn das Wetter und der Hunger der Gäste sind schwer vorherzusehen und auch wenn sich Ketchup und Co lange hält, möchte man davon vielleicht doch nicht allzu viel fürs nächste Jahr lagern.

Die Einkäufe und Verkaufsmengen planen

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Da Festivals natürlich meistens an Wochenenden stattfinden, sollte schon am Samstag Vormittag die Nachfrage für Samstag und Sonntag geschätzt werden. Hierbei sollte man sich allerdings nur grob an den Einnahmen vom Freitag orientieren, da die Wochenenden meist deutlich mehr Besucher bringen. Außerdem sollte natürlich die Programmdauer und Wetteraussicht berücksichtigt werden.

Der Aufwand, die amtlichen Vorgaben zu erfüllen (insbesondere, wenn man das erste Mal einen solchen Festival-Stand betreiben möcht) sollte nicht unterschätzt werden. Hierzu sollte man sich rechtzeitig beim Amt und beim Veranstalter des Festivals erkundigen. Oft kann der Veranstalter Erfahrungen aus vorherigen Festivals vermitteln, denn die Auflagen unterscheiden sich je nach Region teils deutlich. Oft ist es lohnenswert, Gerichte in einer angemieteten und vom Gesundheitsamt zugelassenen Küche zuzubereiten und auf dem Festival nur aufzuwärmen. Die direkte Zubereitung kann schnell zu Problemen führen, gerade wenn der Ansturm groß ist oder die Auflagen des Gesundheitsamtes besonders streng sind.


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