Umstrittenes Buch

Rezension: „Ethisch Essen mit Fleisch“

Veröffentlichung:
„Ethisch Essen mit Fleisch“„Ethisch Essen mit Fleisch“
Bild: K/Vegpool


„Ethisch Essen mit Fleisch“ – so lautet der Titel der deutschsprachigen Übersetzung des amerikanischen Buchs „The Vegetarian Myth“. Es hat ein grünes Softcover und erinnert – vielleicht nicht ganz zufällig – an den Bestseller „Tiere Essen“ von Jonathan Safran Foer.

Die amerikanische Autorin Lierre Keith wird auf dem Buchrücken als ehemalige, langjährige Veganerin vorgestellt, die nach angeblich ernährungsbedingter Erkrankung nun wieder Fleisch, Milch und Eier äße. Zugleich setze sie sich für eine gerechte Verteilung der Ressourcen, gegen Tierfabriken und tierquälerische Haltungsformen ein.
Die Übersetzung kommt von Ulrike Gonder, die auch ein paar Bearbeitungen einfließen ließ.


Obwohl ein Buch mit diesen Versprechungen natürlich einer einfachen Vermarktungs-Logik folgt – Trend und Anti-Trend bringen Aufmerksamkeit – ist eine Auseinandersetzung mit neuen Argumenten sicherlich nicht verkehrt. Und wenn die Autorin selbst 20 Jahre vegan gelebt hat, müssen die Argumente gewichtiger sein, als das, was man als Veganer wohl immer wieder zu hören bekommt. So zumindest die These.

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Umweltzerstörung im Namen des Vegetarismus?

Das tiefe Verlangen nach Gerechtigkeit, Mitgefühl und den Planeten zu retten – das sei der wichtigste Grund für Menschen, sich vegan zu ernähren. Sie selbst kenne diese Sehnsucht, die fast an Spiritualität grenze, schreibt Autorin Lierre Keith im ersten Kapitel. Auch heute noch – längst wieder als Omnivore – verstehe sie ihr Leben immer noch als „Schlachtruf“, als „ein Pfeil, gezielt und abgeschossen ins Herz der Dominanzsysteme[...]“. „Ethisch Essen mit Fleisch“ ist kein Buch, das zur Ignoranz gegenüber Tierquälerei aufruft. Massentierhaltung, Unterdrückung und Sadismus – all das lehnt auch die Autorin ab.


Lierre Keith beginnt in „Ethisch Essen mit Fleisch“ mit einer Schilderung landwirtschaftlicher Auswirkungen auf die Ökosysteme: Zerstörung des Mutterbodens, Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen, Gefährdung der Artenvielfalt. Auch für vegane Lebensmittel. Veganismus habe sich für sie zunächst wie eine gute Entscheidung angefühlt – bis sie das wahre Leben kennengelernt habe und in die „Erwachsenenwelt“ eingetaucht sei. Ihr Wissen wolle sie nun weitergeben, damit andere Menschen nicht die selben Erfahrungen machen müssten.

„Pflugscharen und Schwerter sind beides Waffen der Zivilisierten“.
Lierre Keith, „Ethisch Essen mit Fleisch“ S. 98

Eine wirklich nachhaltige Lebensweise basiere auf einem Kreislauf, und dieser bestehe aus einer „Konjugation des Verbes Essen“ [S. 73]. Ein wirklich schöner Satz – wenn die Schlussfolgerung der Autorin nicht so sehr an den Haaren herbei gezogen wäre.




Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter!

Autor: Kilian Dreißig
3,6/5 Sterne (7 Bew.)
Kommentare

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Kommentare

#1: Bob
21.02.2015, 17:55 Uhr
Veganismus ist eine Sackgasse. Es gibt in Deutschland 1 Bioveganen Bauer und dessen Produktion ist nicht ökologisch nachhaltig. Von den 3 Feldern muss immer eins brach liegen um Dünger anzupflanzen der aber nicht ausreicht um die übrigen Felder nachhaltig zu bewirtschaften. Somit muss immer zugedüngt werden was an anderer Stelle angebaut werden muss. Also ökologisch und wirtschaftlich eine Sackgasse. Rinder, Ziegen oder Schafe sind Weidetiere Diese Tiere essen, was wir Menschen nicht nutzen können – die Zellulose der Gräser – und wandeln sie in für uns hochwertige Nahrung um: in Fleisch und Milch, in Eiweiß und Fett. Euer text ist schlecht geschrieben und geht auf keine Argumente ein.
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