Dieses Ferkel entkam dem Schlachthof. Jetzt darf es leben!

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Ferkel Frederik erkundigt die Umgebung.Ferkel Frederik erkundigt die Umgebung.
Bild: K/Vegpool


Das Glück, das Ferkel Frederik hatte, lässt sich kaum in Worte fassen! Es überlebte den Sturz von einem Tiertransporter und gelangte auf einen Lebenshof. Hier kann Frederik in der Erde wühlen und die Umgebung erkunden.

Täglich werden etwa 160.000 Schweine in Deutschland getötet. Dass ein Ferkel dieser Industrie entkommt, ist so selten, dass jede dieser Geschichten für größte Sympathie bei Menschen sorgt: Das kluge Ferkel, das dem Schlachthof entkam!

Der Start ins Leben war für Frederik jedoch keineswegs von Glück geprägt.

Bild: K/Vegpool

Wie alle männlichen Mastschweine wurde auch Frederik kurz nach seiner Geburt kastriert. Zudem wurden ihm der Schwanz und die Zähne gekürzt und eine Ohrmarke mit einer Nummer verpasst. Bis dahin war Frederik also ein anonymes Lebewesen in einer maschinellen Verwertungs-Industrie. Nichts weiter als ein Stück Vieh.


Das Glück für Frederik bestand also gewissermaßen darin, dass er vom Transporter fiel. Der Fahrer hatte diverse Vorschriften für den Transport von Ferkeln missachtet, und so fiel der winzige Frederik bei voller Fahrt durch eine Luke auf die Autobahn A1, in der Nähe von Bremen. Dabei zog er sich zwar einige Blessuren zu, blieb aber ohne schwerere Verletzungen.

Bild: K/Vegpool

Durch Zufall fuhr hinter dem Tiertransporter eine Tierfreundin, die den Sturz des Ferkels sah - und kurzentschlossen handelte und sich um das Ferkel kümmerte. So kam der kleine Frederik über Umwege zu Hof Butenland, einen Lebenshof für ehemalige Nutztiere.


Ferkel Frederik unterscheidet sich also nicht von anderen Ferkeln. Es war nicht die eigene Leistung, die ihm das Leben rettete. Es war einfach purer Zufall und Glück. Glück, das sich jetzt darin äußert, dass Frederik unermüdlich über den Hof streift, mit dem Rüssel in der Erde wühlt, die Gegend erkundet und die wärmenden Sonnenstrahlen auf seiner weichen Haut genießt.

Frederik liebt es, mit dem Rüssel in der Erde zu wühlen.Frederik liebt es, mit dem Rüssel in der Erde zu wühlen.
Bild: K/Vegpool

Wäre Frederik nicht vom Transporter gefallen, wäre er jetzt wohl ein Mastschwein, das in kürzester Zeit ein Schlachtgewicht erreichen muss. Niemand hätte sich gefragt, wen er da eigentlich verzehrt.


Schweineproduktion erfolgt hinter dicken Mauern. Es ist für Verbraucher so leicht, das Leben der Tiere auszublenden und zu ignorieren. Sich aus der eigenen Verantwortung zu reden. Um nicht an Tiere wie Frederik zu denken.

Als drei Wochen altes Ferkel hätte Frederik noch einige Monate bei seiner Mutter gesaugt. Es hätte viele Geschwister gehabt und könnte das Leben in der eigenen Rotte verbringen. Dieses Glück hat ihm die Fleischindustrie dauerhaft verwehrt - auch wenn er auf Hof Butenland Kontakt zu anderen Schweinen hat.

Ferkel Frederik lebt jetzt auf Hof Butenland.Ferkel Frederik lebt jetzt auf Hof Butenland.
Bild: K/Vegpool

Frederik ist also kein Held. Er ist das Opfer einer Industrie, das durch einen glücklichen Zufall dem Tod entkommen konnte. Er hatte großes Glück im Unglück. Und jetzt darf er leben.


Das kleine Ferkel Frederik ist eine Erinnerung an die Millionen Schweine in Deutschland, die allenfalls ein paar Ketten als "Spielzeug" haben, und niemals die Sonnenstrahlen auf der Haut spüren können. Die nie die Nase in die Erde stecken und einfach nach Herzenslust wühlen können. Weil da einfach keine Erde ist, sondern nur eigene Exkremente und Spaltenböden.

Bild: K/Vegpool

Die wahren Helden sind sicherlich jene Menschen, die der millionenfachen Tierquälerei einen Strich durch die Rechnung machen - indem sie keine Tierprodukte kaufen. Und Jene, die sich um Tiere wie Frederik kümmern - und ihm ein Leben fernab der Ausbeutung ermöglichen.


Frederik darf von nun an sein ganzes Schweineleben auf Hof Butenland genießen. Hof Butenland ist ein Projekt der "Stiftung für Tierschutz", die sich um ehemalige Nutztiere kümmert. Darunter viele Rinder und Schweine. Wer mag, kann die Arbeit der gemeinnützigen Stiftung mit einer Spende unterstützen.

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