Sind E-Autos eigentlich auch "Auto-Ersatz"?

Ein Elektroauto an der Ladestation
Sind E-Autos "Ersatz" - oder Nachfolger der Verbrenner? Bild: pixabay.com

Sind vegane Fleischalternativen, Vegan-Käse, Ei-Ersatz oder Pflanzendrinks eigentlich nachgemachte, unechte, irgendwie gefälschte Produkte?

Diesen Eindruck könnte man manchmal bekommen, wenn es wieder einmal darum geht, dass Veganer ja bloß alles "nachmachen", "faken" oder "ersetzen" würden.

Doch ist es wirklich so, dass Veganer zwanghaft versuchen, den "echten" Geschmack der "originalen" Tierprodukte nachzumachen - aber daran irgendwie immer scheitern? Dass sie sich mit Mittelmaß zufrieden geben müssen, während Fleischesser vom Altbewährten profitieren?

Natürlich nicht.

Vegane Alternativen zu Tierprodukten sind kein Ersatz, sondern die zeitgemäßen, modernen Nachfolger der Tierprodukte. Ähnlich, wie Autos mit ökologisch nachhaltigem Antrieb die Nachfolger der Verbrenner sind.

Oder sind Elektroautos etwa auch Auto-Ersatz?

Als die ersten modernen Elektroautos auf den Markt kamen, gab es einerseits die begeisterten Enthusiasten, denen es gar nicht schnell genug gehen konnte. Die bereits jeden elektrisch gefahrenen Kilometer feierten.


Wie die Vegan-Pioniere, die ja deshalb begonnen haben, vegan zu essen, weil pflanzenbasierte Ernährung weniger Ressourcen verbraucht, das Klima weniger belastet und auch keine Tiere killt. Und ganz nebenbei oft auch noch gesünder ist (Stichwort: Darmkrebs).

Vegane Burger - wie Fleisch, aber besser.
Vegane Burger: Schmeckt ähnlich wie Fleisch, aber ohne die Nachteile. Bild: pixabay.com

Und es gab die Ängstlichen, die diese rasante Neuentwicklung skeptisch beäugten. Und all die Menschen, die sie gleich strikt ablehnten und aus Angst vor dem Neuen all die Nachteile der Verbrennungsmotoren in Kauf nehmen wollten. Den Gestank, die Auswirkungen für die Umwelt, die Energieverluste, die Klimakrise ...


Natürlich nur wegen der Arbeitsplätze. Oder wegen der Wirtschaft. Oder wegen Diesem oder Jenem. Was man eben so sagt, wenn man Veränderung ablehnt.

Und die dann irgendwann einfach mit den Tatsachen konfrontiert wurden und sich überholt fühlten.

Das Einzige was dabei hilft: Einfach mal was Neues ausprobieren und sich darauf einzulassen - und erst dann zu werten.

Der Erfolg der veganen Alternativprodukte zeigt, dass viele Hersteller bereits hervorragende Produkte erzeugen, die beim Geschmack von den altmodischen Fleischprodukten nicht mehr zu unterscheiden sind (oder auf ganz andere Weise gut schmecken). Die Menschen also dabei helfen, nachhaltiger zu leben, ohne ihr Verhalten grundsätzlich verändern zu müssen.

Wenn etwas gleiche Funktion bietet, aber zugleich besser ist, ist es kein Ersatz, sondern ein Nachfolger.

Und klar: Es gibt immer auch Menschen, die gleich noch weiter gehen wollen. Die das Fahrrad benutzen, oder Carsharing, und die gar keine Fertigprodukte verzehren. Die neue Wege ausprobieren und dabei vielleicht schon einer neuen Lösung zukünftiger Probleme auf der Spur sind. Die Zukunft wartet nicht. Die Frage ist nur: Gestalten wir sie mit, oder kommentieren wir sie bloß?

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Autor: Kilian Dreißig
Veröffentlichung:

4,7/5 Sterne (13 Bew.)

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(3 Antworten)
Letzter Beitrag: 15.05.2021, 22:13 Uhr


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