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Crowdfunding: "Garum", der Fleischersatz aus Pilzen.

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Sieht aus wie Fleisch: Grillteller mit SeitanSo ähnlich könnte später ein Bratstück mit "Garum" aussehen.
Bild: Fotolia.com


Ein Produkt das schmeckt wie Fleisch, Biss hat wie Fleisch, natürliches Vitamin B12 und D enthält, und dabei Umwelt und Gesundheit schont? Klingt nach Zukunftsmusik! Doch wohl nicht mehr lange. Denn mit ihrer Erfindung, "Garum", haben Ernährungsspezialisten aus Siegen einen Fleischersatz auf Basis von fermentierten Pilzen entwickelt, der genau das leisten soll.

Im Labor "Quh-Lab" aus Siegen tüfteln Prof. Dr. med. vet. Martin Frettlöh und seine Kollegen daran, das Produkt zur Marktreife zu bringen. Dabei soll das Produkt Lebensmittelherstellern als Basis für eigene vegane Kreationen dienen. "Garum" ist also vergleichbar mit Seitan oder Tofu, die ebenfalls als Basis für vegane Würstchen, Burger und Co eingesetzt werden.

Um die nötigen Mittel für die weitere Forschung zu sammeln, haben die Erfinder nun ein Crowdfunding auf Kickstarter.com gestartet. Hier können jetzt also auch Privatmenschen zum Erfolg dieser pflanzlichen Fleischalternative beitragen.

Garum basiert auf einem Pilz ("Pleurotus sapidus") aus der Familie der Seitlinge, und ähnelt Fleisch nicht nur bei Geschmack und Biss, sondern auch ernährungsphysiologisch. So sollen in Garum alle 20 essentiellen Aminosäuren vorkommen, die man auch in Fleisch findet. Aber auch Vitamin B12 und D2 sind enthalten, teilten uns die Erfinder mit.

Während für Fleisch Unmengen an Futtermitteln angebaut werden (die zum Großteil als Gülle verloren gehen), haben die Lebensmittelexperten vom Quh-Lab von Beginn an auf sogenannte "Nebenströme" gesetzt - also auf Rohstoffe, die ohnehin bei der Erzeugung von Lebensmitteln anfallen.

Denn der Pilz wächst zum Beispiel auf Apfeltrester, der in Saft-Keltereien anfällt. Das Produkt soll damit nicht nur viel nachhaltiger sein als Fleisch - es könnte bei der ökologischen Nachhaltigkeit sogar Tofu und Seitan übertrumpfen. "Nebenströme" werden somit nicht nur recycelt, sondern erfahren regelrecht ein Upgrade.

Im Grunde ist "Garum" also so wie Fleisch, nur besser. Weil es schmeckt wie Fleisch, aber unheimlich effizient und nachhaltig produziert werden kann.

Angesichts des internationalen Erfolgs großer Veggie-Burger-Hersteller kann man also gespannt sein, wann die ersten "Garum"-Produkte in den Ladentheken erhältlich sind. Und wie immer sind des die findigen Visionäre, die ein solches Produkt erst möglich machen.

Das Crowdfunding läuft noch bis zum 22. 6. 2019.
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit den Erfindern vom Quh-Lab, Siegen.

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