Landwirtschaft

Gentechnik durch Tierprodukte


Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland lehnt die Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Proteste der Bevölkerung haben 2004 dazu geführt, dass genetisch veränderte Produkte gekennzeichnet werden müssen. So haben Verbraucher die Wahl, Produkte ohne genetisch veränderte Zutaten zu kaufen.
Keine Chance also, für die grüne Gentechnik? Nein!

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Gentechnik in Futtermitteln

Obwohl es in Deutschland fast keine Lebensmittel mit genetisch veränderten Inhaltsstoffen zu kaufen gibt, unterstützen deutsche Kunden alltäglich den Einsatz und die Verbreitung der grünen Gentechnik – denn sie kaufen Tierprodukte, für deren Erzeugung gentechnisch veränderte Futtermittel eingesetzt wurden. Diese Produkte sind nicht extra gekennzeichnet und finden sich – ganz legal – im Sortiment deutscher Supermärkte und Discounter!

Grüne Gentechnik?
Unter dem Begriff „grüne Gentechnik“ (oder Agrogentechnik) versteht man die landwirtschaftlich genutzte Gentechnik. Gentechnik findet auch Anwendung in Biotechnologie („weiße Gentechnik“) und Medizin („rote Gentechnik“). Alle Bereiche sind – mehr oder weniger – umstritten. In diesem Artikel geht es um die „grüne Gentechnik“.

Energieverbrauch für Fleisch Für die Erzeugung von Tierprodukten wie Fleisch, Milch und Eier werden Unmengen an Futtermitteln benötigt – für ein Kilo Fleisch etwa 10-16 Kilo. Den Großteil des Futters verstoffwechselt das Tier – und scheidet ihn wieder aus. Große Mengen Energie werden umgewandelt in wenig Energie und jede Menge Mist. Diese (wenig effiziente) Verwertung ist der Grund dafür, dass selbst der Verzehr geringer Mengen Tierprodukte große Auswirkungen hat.
Selbst wenn alle Verbraucher ausschließlich gentechnisch verändertes Obst und Gemüse verzehren würden (aber keine Tierprodukte), hätte die grüne Gentechnik nicht annähernd den heutigen Marktanteil erreicht.
Die Erzeugung von Tierprodukten ist der Hauptgrund für die Verbreitung der Gentechnik.

Übrigens: Nur etwa 5% der der weltweit angebauten Soja werden für die Herstellung von Lebensmitteln verwendet. Die in Deutschland erhältlichen Sojaprodukte werden – gerade wegen der kritischen Haltung der Verbraucher – fast ausschließlich aus gentechnikfreien Bohnen hergestellt und streng kontrolliert. Um Verunreinigungen mit genetisch veränderten Organismen zu vermeiden, setzten Lebensmittelhersteller zunehmend auf den Anbau von Sojapflanzen in Mitteleuropa.

Genfood: Nein Danke Der Anbau gentechnisch veränderter Organismen (genetically modified organism, GMO) wie Soja ist kostengünstiger als bei konventionellen Pflanzen. Ein Grund: die genetisch eingebrachten Resistenzen gegen bestimmte Herbizide ermöglichen eine kostengünstige „Breitband-Behandlung“, bei der andere Pflanzen absterben. Ohne „Konkurrenten“ bringen diese Futterpflanzen mehr Ertrag – auf Kosten der Natur, die durch den Einsatz der Pestizide auf lange Zeit verseucht wird. Auch Subventionierung und Querfinanzierung spielt eine Rolle. Der wirtschaftliche Nutzen der grünen Gentechnik besteht für Gentech-Konzerne in der Kontrolle des patentierten Saatguts.

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Inzwischen ist der größte Teil der auf dem Weltmarkt erhältlichen Futtermittel gentechnisch verändert. Selbst in Brasilien ist der Anteil an gentechnisch verändertem Soja auf über 80 Prozent gestiegen.

Gentechnik spielt auch in Deutschland eine Rolle

Deutschland könnte den Bedarf der Tierindustrie an eiweißhaltigen Futtermitteln nicht allein decken – zudem gibt es in der Bevölkerung großen Widerstand gegen den Einsatz der Gentechnik auf deutschen Äckern. Aus dem Grund werden Futtermittel importiert, zu großen Teilen aus Südamerika. Dort werden Urwälder und ganze Ökosysteme gerodet, um genügend Anbauflächen zu schaffen. Zusammen mit teils systematischen Menschenrechtsverletzungen (u. A. Vertreibung, Einsatz giftiger Chemikalien) ergibt das einen äußerst fragwürdigen Mix auf Kosten von Menschen und Natur.

In Deutschland müssen Futtermittel gekennzeichnet werden, wenn der Anteil genetisch veränderter Inhaltsstoffe über 0,9 Prozent liegt. In der Praxis spielt das keine Rolle, denn auf dem Endprodukt ist die Herkunft der Futtermittel ja nicht mehr ersichtlich.


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