Argumentation

Gesetze treiben Tierquäler ins Ausland - stimmt das?

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Lebendes HuhnTierquälerei im In- oder Ausland? Diesem Huhn ist es egal.
Bild: jans canon (bearb.) Bildtitel: Chicken, CC-BY


Tierquälerei wird von den meisten Menschen in Deutschland aus gutem Grund abgelehnt, besonders dann, wenn sie aus egoistischen, eigennützigen Motiven erfolgt. Dass in der Praxis bestimmte Tiere (nämlich Rinder, Schweine, Hühner und andere "Nutztiere") ausklammert werden, sei hier einmal unbeachtet, schließlich macht es die Anonymität der Tierproduktion zu leicht, das tatsächliche Leid der Tiere zu verdrängen.

Müssten Verbraucher selbst Tiere töten (auch Kälbchen für Milch und Küken für Eier), gäbe es wohl viel mehr Veganer. Doch immer wieder gelangen düstere Bilder aus den Mastanlagen und Schlachthäusern ans Licht der Öffentlichkeit, die sich nicht mehr so leicht verdrängen lassen. Es entsteht eine öffentliche Diskussion über den Umgang mit Tieren.

In der Diskussion wird von Agrar-Funktionären und -Politikern immer wieder das Argument eingebracht, strengere Tierschutzgesetze würden Tierhalter ins Ausland treiben. Die Aussage ist: Wenn Tierquäler einfach ins Ausland abwandern, kann man hierzulande gar nichts mehr für die Tiere tun. Also sei es besser, die Auflagen nicht allzu streng zu machen, um die Tierhalter im Lande - und damit unter Kontrolle - zu behalten.
Was ist wirklich dran an diesem Argument?

Produkte aus Tierquälerei sind bereits auf dem Markt

Das Argument ist fadenscheinig und lenkt vom eigentlichen Problem ab. Es werden Tiere im Ausland gequält - und auch im Inland. Längst gelangen Tierprodukte aus europäischen Ländern, aber auch aus Ländern wie z. B. Argtentinien und China auf den deutschen Markt. Das Problem ist nicht, wo Tiere gequält werden, sondern dass Produkte aus Tierquälerei auf dem Markt sind. Denn der Verkauf dieser Produkte fördert weitere Tierquälerei, unabhängig vom Ort der Produktion.

Junges SchweinSchwein: Ob Inland oder Ausland - Tierquälerei ist immer falsch
Bild: liz west, flickr.com Bildtitel: this little piggy, CC-BY

Auch wenn deutsche Agrar-Funktionäre immer wieder behaupten, Deutschland sei beim Tierschutz ein internationales Vorbild, kritisieren Tierschützer, dass bestehende Tierschutzgesetze selten konsequent umgesetzt werden. Deutschland hat also eine vergleichsweise strenge Tierschutz-Gesetzgebung, die aber mangels konsequenter Umsetzung ebenso zahnlos ist.

Deutsches Tierschutz-Gesetz: Streng aber zahnlos

Ein Beispiel: die massenhafte Tötung von Eintagsküken. Auch in diesem Zusammenhang wird von Funktionären immer wieder gedroht, dass Tierhalter bei einer Verschärfung der Gesetze ins Ausland auswandern könnten. Man setzte lieber auf Freiwilligkeit und die Bemühungen der Branche (die das Küken-Schreddern schon seit Jahrzehnten praktiziert und noch keine Lösung gefunden hat. Männliche Küken sind wirtschaftlich schlicht nutzlos.).

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Wer Tiere wirklich schützen wollte, sollte nicht mit schlimmeren Zuständen im Ausland argumentieren, sondern Lösungen vorschlagen. Durch ein konsequentes Produktions- und Import-Verbot von Tierprodukten aus Tierquälerei (und damit Verbunden einem Stopp von EU-Subventionen) würde bereits ein deutliches Zeichen gesetzt werden - und auch ein internationaler Impuls. Dadurch würde Tierquälerei im Ausland zwar nicht verhindert, aber auch nicht weiter finanziell unterstützt werden. Es spielt schließlich keine Rolle, ob Tierhalter im Ausland Tiere quälen, oder im Inland. Und Geld war schon immer ein stärkerer Anreiz für Tierquälerei als der Standort.

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