Bewusst und lecker: 3 Tipps um nachhaltiger zu grillen.

Bewusster grillen: Nachhaltiger, gesünder, leckerer.
Bewusster grillen - für Umwelt, Tiere und Gesundheit. Bild: pixabay.com (Kombi

Wenn die Sonne am Himmel lacht, treffen sich Familien und Freunde, um in gemütlicher Runde Zeit miteinander zu grillen. Wirklich nachhaltig ist das leider oft nicht. Deshalb zeigen wir euch drei wichtige Tipps, um nachhaltiger, bewusster und gesünder zu grillen. Genuss ist garantiert.

Wenn es um bewussteres, ökologisches Grillen geht, denken viele Menschen gleich an Dinge wie Grillkohle (und vielleicht an die vielen Müllberge in den öffentlichen Parks). Noch wichtiger ist aber meist die Frage sein, was auf dem Grill vor sich hin brutzelt.

Buntes, gegrilltes Gemüse
Buntes, gegrilltes Gemüse Bild: Fotolia.com

Bewusster grillen fängt mit dem Grillgut an

Fleisch und Käse gehören zu den am häufigsten gegrillten Nahrungsmitteln - und zugleich zu den wichtigsten Klimakillern. Deshalb ist einer der wichtigsten Schritte für bewussteres Grillen die Vermeidung oder Reduzierung von Tierprodukten.


Vor dem Hintergrund, dass Käse und Fleisch unsere Umwelt und unser Klima ruinieren, wird schnell nachvollziehbar, warum es immer mehr pflanzliche Fleisch- und Käse-Alternativen in den Supermärkten gibt. Die schmecken wie die "Vorbilder", haben aber nicht deren Nachteile. Es sind sozusagen die modernen Nachfolger von Tierprodukten.

Aus Umweltsicht macht es keinen großen Unterschied, ob Tierprodukte "bio" sind. Bei Rindfleisch schneidet "Bio" mitunter schlechter ab, weil die Tiere länger leben und dabei besonders viele Methan-Gase ausstoßen. Auch "regionale" Tierhalter beziehen Futter aus dem Ausland. "Regionalität" macht bei Obst und Gemüse teilweise Sinn. Bei Tierprodukten ist es mitunter Verbrauchertäuschung.

Auch Fisch ist kein ökologisches Nahrungsmittel. Sieh dir dazu am besten einmal die Doku "Seaspiracy" an! Bevorzuge daher immer pflanzliche Alternativen, auch bei Fisch. Ökologischen Toleranzschwellen sind bereits überschritten - das Leben in den Ozeanen stirbt.

Lieber Tofu, Seitan oder Tempeh?
Tofu
Seitan
Tempeh
weder noch

Aber es muss nicht immer pflanzlicher Fleischersatz sein. Gemüse, Pilze, selbstgemachte Bratlinge, Stockbrot und marinierte Leckereien aus Seitan und Tofu bringen richtig Abwechslung auf den Grillrost! Dazu kommen Salate, Soßen, Dips und Desserts. Finde hier weitere Ideen rund ums vegane Grillfest.

Nachhaltige Grillkohle

Grillkohle stammt meistens aus dem Ausland und ist alles andere als nachhaltig. Manchmal wird sie sogar aus Tropenhölzern hergestellt und fördert so die Abholung tropischer Urwälder. Bei importierter Grillkohle weiß man als Verbraucher nicht, aus was für einer Art von Forstwirtschaft sie stammt. Man weiß nicht, ob Pestizide gespritzt wurden, oder ob das Holz sogar illegal geschlagen wurde. Denn auf Siegel und Qualitätsversprechen ist oft kein Verlass.


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt davor, dass erfundene Siegel nicht mehr als Augenwischerei seien. [1] Daher gilt: Auf vertrauenswürdige und kontrollierte Siegel achten. Nachhaltige(re) und ökologischer erzeugte Grillkohle (z. B. aus Kokosnussschalen, Maiskolben oder Traubenkernen) erhält man z. B. in Biomärkten.

Grillkohle besteht (anders als die Siegel behaupten) oft aus Tropenholz und/oder aus illegaler Abholzung. Bild: pixabay.com

Besser aber noch als möglichst nachhaltig erzeugte Grillkohle sind Grills, die mit Gas oder Strom betrieben werden. Denn hier lässt sich die Hitze besser regeln und somit effizienter nutzen. Soll sogar noch deutlich gesünder sein. Manch ein Waffeleisen taugt ebenfalls als kleiner Elektrogrill!


Auf den typisch rauchigen "Grill-Geschmack" muss man auch mit einem Elektro- oder Gasgrill nicht verzichten - denn einfach ein paar Tröpfchen Flüssigrauch in die Marinade gemischt (oder mit Räucherpaprika bestreut), und schon schmeckts wunderbar rauchig.

Bewusst grillen: Selbst machen statt Fertigprodukte

Burger, Würstchen und Grillspieße lassen sich sehr gut vorbereiten und in wiederverwendbarem Behältern transportieren. Mehrweggeschirr ist immer nachhaltiger - auch gegenüber "ökologischen" Einweg-Produkten aus Holz- oder Bambus. Wiederverwertbarkeit schont die Rohstoffe und macht das Grillen nachhaltiger.

Aluminiumfolie ist bei vielen Grillpartys omnipräsent - aber ebenfalls ökologisch höchst zweifelhaft. Die Gewinnung von Aluminium verbraucht sehr viel Energie und belastet die Umwelt (Stichwort: Bauxit). Außerdem können kleine Anteile Aluminium in das Grillgut übergehen und beim Verzehr aufgenommen werden. Mitunter werden dabei sogar die empfohlenen Höchstmengen überschreiten.

Mehrweggeschirr statt Einweg - macht das Grillen nachhaltiger. Bild: pixabay.com

Als Alternative zu Alufolie beim bewussten Grillen eignen sich - je nach Einsatzzweck - Grillkörbe, Grillbrettchen, Bleche oder kleine Töpfe. Auch eine Eisenpfanne kann hier gute Dienste leisten. Klassische Grillkartoffeln können übrigens auch vorgekocht und dann ohne Alufolie auf den Grill gelegt und fertig gegart werden.


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Autor: Kilian Dreißig

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Nachhaltig(er) grillen
(4 Antworten)
Letzter Beitrag: 19.04.2021, 13:26 Uhr


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Schlagworte: grillen Nachhaltigkeit Bewusstsein vegan


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