7 Gründe gegen Leder, die ihr kennen solltet

Eine Reihe von Lederschuhen
Umwelt, Tiere, Gesundheit: Es gibt viele gute Gründe gegen Leder! Bild: pixabay.com

Es gibt gute Gründe, Leder zu meiden. Ob Schuhe, Gürtel oder Geldbeutel: Als Verbraucherin oder Verbraucher erfährt man selten, woher Leder wirklich stammt und wie es verarbeitet wurde. Man kann sich vorstellen, warum! Denn Leder ist weder ein "Naturprodukt", noch ein "Abfallprodukt".

Die 7 wichtigsten Gründe gegen Leder:

  1. Leder stammt aus Tierquälerei.
    Bei Leder handelt es sich um die Haut eines zuvor getöteten Tieres. Ein Großteil des Leders in Europa kommt aus Ländern in Asien oder Lateinamerika. Aus Ländern, in denen es Menschen so schlecht geht, dass an Tierschutz kaum zu denken ist. Oft handelt es sich übrigens um einen eigenen Industriezweig - also Tiere, die extra für Leder gezüchtet werden.
  2. Leder ist kein "Abfallprodukt".
    Leder fällt nicht einfach so an. Oft werden Tiere extra für die Lederproduktion gehalten. Manchmal ist Leder auch ein Nebenprodukt der Fleischerzeugung. In jedem Fall ist es ein wirtschaftlich relevantes Produkt, das die Ausbeutung von Tieren lohnender macht. Es gibt aus dem Grund auch kein "vegetarisches" Leder aus Tierhaut.
  3. Leder stammt oft aus miesen Arbeitsbedingungen.
    Wo Tiere gequält werden, geht es auch den Menschen meist nicht gut. Und so wird Leder sehr oft in Ländern "produziert", in denen bittere Armut herrscht. In denen auch Kinder und alte Menschen arbeiten müssen, damit die Familien überleben. Auch in der Gerbung, wo sie in Kontakt mit hochgefährlichen Chemikalien gelangen (siehe unten). Die Arbeitenden haben kaum eine Wahl. Der Hinweis "Made in Germany" auf Schuhen, Geldbörsen oder Gürteln lässt keinen Rückschluss auf die Herkunft des Leders zu. Gemeint ist meist nur der Ort der letzten Verarbeitung.
  4. Leder vernichtet Ressourcen.
    Die globale Tierhaltung vernichtet Ressourcen. Tiere erhalten Futtermittel aus landwirtschaftlicher Erzeugung. Dafür werden Anbauflächen benötigt und Düngemittel und Pestizide ausgebracht. Die pflanzlichen Futtermittel benötigen (Süß-)Wasser, das in vielen Regionen der Welt längst knapp geworden ist (und dann mit Energie aus Meerwasser gewonnen werden muss). Dazu kommt die Verarbeitung und der Transport der Futtermittel. Die Tiere wandeln jedoch einen Großteil des Futters zu Gülle um. Nur ein geringer Teil der "investierten" Futter-Kalorien wird zum gewünschten Tierprodukt inkl. Leder. Während Menschen an Hunger sterben, werden "Nutztiere" mit Futtermitteln aus Ackerbau gemästet. Ein System, unter dem Menschen und Tiere leiden.
  5. Leder verschärft die Klimakrise.
    Die Haltung von Tieren ist eine der wichtigsten Ursachen für die Klimakrise. Nicht nur wegen dem Anbau der Futtermittel, sondern auch, weil Wiederkäuer (wie z. B. Rinder, Ziegen, Schafe usw.) Methangas ausstoßen (rülpsen und pupsen), das 25x so klimaschädlich ist wie CO2.
  6. Leder verpestet die Umwelt.
    Leder ist kein Naturprodukt. Würde man die Tierhaut unbehandelt verarbeiten, würde sie schon nach Tagen beginnen, fürchterlich zu stinken und zu verwesen. Aus dem Grund wird Leder chemisch gegerbt und damit denaturiert. Leder ist dann wegen der enthaltenen Chemikalien nicht mehr ökologisch abbaubar. Manche Experten sagen, dass gegerbtes Leder so voll mit Schadstoffen ist, dass es als Sondermüll entsorgt werden müsste. [1] Übrigens werden auch bei "pflanzlicher Gerbung" Schadstoffe eingesetzt (z. B. Aldehyde). "Pflanzlich gegerbtes Leder" ist daher keine gute Alternative.
  7. Leder ist oft mit Chrom-IV und anderen Umweltgiften belastet.
    Bei der Gerbung von Leder werden Chromsalze und Schwefelsäure verwendet. Bei unsachgemäßer Anwendung kann das zur Bildung von Chrom-IV führen, einem Stoff, der als stark krebserregend gilt, Allergien auslösen kann und offenbar über die Haut aufgenommen wird. Besonders in Ländern mit geringen Standards zum Schutz der Arbeitenden gelangt Chrom-IV in das Leder. Mit Chrom-IV belastete Produkte werden vom Europäischen Warn-System "RAPEX" besonders häufig aufgelistet - darunter oft auch Kinderschuhe! [2] Man kann wohl davon ausgehen, dass nur ein winziger Bruchteil entdeckt wird. Das ZDF hatte vor einigen Jahren eine Doku veröffentlicht, die teilweise noch im Internet auffindbar ist: "Gift auf unserer Haut".

Die gute Nachricht: Es gibt viele pflanzliche Leder-Alternativen. Diese reichen von rein pflanzlichem "Ananas-Leder" über Textilien wie Baumwolle und Hanf bis hin zu halb- oder voll-synthetischen Materialien.


Nicht immer sind tierfreie Leder-Alternativen ökologisch nachhaltig - aber meist doch deutlich weniger umweltschädlich als die Lederproduktion. Selbst hochwertige synthetische Leder-Alternativen können daher zumindest ein erster Schritt zu einer nachhaltigeren Lebensweise sein.

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Autor: Kilian Dreißig

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Argumente gegen Leder
(2 Antworten)
Letzter Beitrag: 28.08.2021, 19:41 Uhr


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Schlagworte: Leder Tierquälerei Umweltschutz Wasserverbrauch Sammlungen Argumente


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