Argumente

Gründe für den Veganismus


Welche Gründe gibt es für den Veganismus? Warum ernähren sich Menschen vegan?
Die wichtigsten Gründe für den Veganismus sind die Gesundheit, der Tierschutz, der Umweltschutz und der religiöse oder spirituelle Glaube. Die meisten Veganer entscheiden sich allerdings aus mehreren Gründen für ihren Lebensstil – zum Beispiel, weil sie sich sowohl der Natur, als auch den Tieren verbunden fühlen. Oft ergeben sich aus der Beschäftigung mit einem Aspekt weitere Erkenntnisse und bestärken die Entscheidung.

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Tierschutz: Unzählige Gründe für den Veganismus, jeden Tag

Junges Kätzchen – nicht vegan, aber süß.
Schutz nur für Haustiere?
Bild: London looks (bearb.), CC-BY
Das Wohl der Tiere liegt den meisten Menschen in Deutschland am Herzen. Tierquälerei, Gewalt gegen Wehrlose, ist für viele Menschen ein schlimmes Verbrechen. Doch während Hund und Katze zu Hause liebevoll aufgepäppelt und versorgt werden, bleiben die „Nutztiere“ in fernen Ställen verborgen. Massentierhaltungen sind so weit entfernt vom alltäglichen Leben, dass es kaum Kontakt zwischen Fleischkonsumenten und den lebenden Tieren gibt.
Obwohl regelmäßig in TV-Dokumentationen über die Zustände in Massentierhaltungen berichtet wird, ist es doch leicht, das Gesehene als „Ausnahme“ zu verdrängen, oder sich in abstrakte Theorie zu flüchten.

Die Anerkennung der Tatsache, dass das Stück Fleisch auf dem Teller einmal ein Tier war, das für den menschlichen Komfort getötet wurde, lässt viele sensible Menschen innehalten. Manchmal ist das wachsende Bewusstsein über die eigene Verantwortung der Grund, kein Fleisch mehr zu essen.

Ethisch-moralische Gründe – wen essen, wen töten?
Ethisch-moralische Gründe – wen essen, wen töten?

Die amerikanische Psychologie-Professorin Melanie Joy bezeichnet die willkürliche Unterscheidung zwischen (liebenswertem) „Haustier“ und (essbarem) „Nutztier“ als Karnismus. Sie sieht den Karnismus als Grund für den gnadenlosen Umgang mit Tieren.


Rind im Schlachthof
Bild: K/Vegpool
Über die Beschäftigung mit der Herkunft des Fleisches gelangt man schnell zu den Legehennen und Milchkühen. Auch in der Eier- und Milchproduktion werden Tiere getötet, damit Menschen Eier und Milch verspeisen können. Männliche Küken, Kälber und mittelalte Milchkühe sterben, damit Konsumenten Produkte verzehren können, die ihnen oft nicht einmal besondes gut tun.
Das Tier ist in der kommerziellen Landwirtschaft (auch beim Bio-Bauern) ein Wirtschaftsfaktor. Für viele Menschen ist es mit dieser Erkenntnis nicht mehr akzeptabel, Lebewesen wie Schweine, Hühner oder Rinder zu quälen und zu töten. Der kurze Genussmoment zählt nicht mehr als Grund für diese Behandlung von Tieren. Die vegane Lebensweise ist hier ein konsequenter Schritt.

Ökologische Gründe für den Veganismus

Die Erzeugung von Tierprodukten geht nicht nur einher mit direktem Leid und Tierquälerei – sie ist auch enorm umweltschädlich. Das Klima wird durch die Erzeugung tierischer Produkte stärker belastet, als durch den gesamten Verkehrssektor. Für den Anbau von Futtermitteln werden riesige Flächen Land gerodet. Monokulturen, Pestizide und Gentechnik sind eine Bedrohung für die Artenvielfalt. Ureinwohner werden vertrieben, Böden entwässert, Gewässer verschmutzt. Die Liste ließe sich lange fortsetzen.

Energieverschwender Fleisch
Tierprodukte: Viel Gülle, wenig Nahrungskalorien
Bild: K/Vegpool
Auch bei einer rein pflanzlichen Ernährung der Weltbevölkerung wäre Landwirtschaft notwendig. Durch die Verstoffwechslung (Verdauung) der Tiere in der Tierproduktion geht allerdings ein Großteil der im Futter enthaltenen Energie verloren. Soja und Getreide wird zu Körperwärme und Gülle, während das Tier selbst nur einen geringen Teil als Fleisch ansetzt. Berechnungen gehen davon aus, dass je nach Tierprodukt 7-15 Futter-Kalorien eingesetzt werden, um eine Nahrungs-Kalorie zu erhalten. Eine enorme Ressourcen-Verschwendung!

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Würden sich alle Menschen vegan ernähren, bräuchte man nur einen geringen Bruchteil der derzeitigen Anbaufläche, um alle zu versorgen. Statt gentechnisch verändertes Getreide und Soja als Futtermittel anzubauen, könnte man gesunde Grundnahrungsmittel für den menschlichen Verzehr anpflanzen.

Mit einem Kilo Getreide lassen sich ca. 1,5 Kilo Brot herstellen (mit Wasser und weiteren Zutaten). Mit ähnlich viel Futtermittel-Kalorien ließen sich gerade einmal ca. 75-100 Gramm Fleisch „erzeugen“.

Tierprodukte: Ein Grund für den Klimawandel

Der Verzehr von Tierprodukten bestimmt maßgeblich den „ökologischen Fußabdruck“. Konsumenten, die häufig Fleisch essen, verbrauchen mehr Ressourcen und belasten das Klima stärker, als Menschen, die selten oder nie Fleisch verzehren. Welchen Anteil die Ernährung am ökologischen Fußabdruck hat, lässt sich z. B. im Footprint-Rechner des BUND ablesen.

Was ist Ihre vegane Haupt-Motivation?
Gesundheit
Umweltschutz
Tierschutz / Ethik
Sonstige

Der westliche Lebensstil ist nicht nachhaltig und kann nicht auf Dauer bestehen, da er zum großem Maße von fossilen Energieträgern wie Erdöl abhängig ist (z. B. zur Erzeugung von Düngemitteln). Der ernorme Energie- und Flächenverbrauch drängt bereits heute viele Regionen der Erde an den Rande des Kollaps. Die wahren Kosten für ein Schnitzel im Supermarkt werden nicht an der Kasse bezahlt.

Für viele Menschen sind die ökologischen Auswirkungen der westlichen Ernährung der Grund, vegan zu werden. Auch Institutionen wie das Bundesumweltamt haben die fatalen Auswirkungen der „Tierproduktion“ erkannt. (z. B. hier).

Gesundheit: Vegan gesund alt werden.


Gesund vegan leben
Bild: © Warren Goldswain - Fotolia.com
Tierprodukte gelten als eine der Hauptursachen für Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 2, Übergewicht, koronare Herzerkrankungen und verschiedene Krebsarten. Dies zeigen Studien wie die „Adventist Health Study“, die „China-Study“ und zahlreiche Meta-Studien und Einzelveröffentlichungen zu bestimmten Tierprodukten oder deren Inhaltsstoffen. Das so genannte „metabolische Syndrom“, das sich im Wesentlichen durch Überernährung und Bewegungsmangel entwickelt, mindert die Lebensqualität der Betroffenen beträchtlich – und fordert Jahr für Jahr mehr Menschenleben.

In Deutschland ist die Lebenserwartung relativ hoch – doch die Lebensqualität im Alter wird durch schwere – und wahrscheinlich oft durch gesunde Ernährung vermeidbare – Krankheiten gesenkt. Eine Liste vermeidbarer Krebsarten (sowie weitere Informationen über eine gesunde Ernährung) hat der Verband für unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) zusammengestellt. Ebenfalls vom UGB: eine CD mit veganen Vollwert-Rezepten.


Bild: Minerva Studio - Fotolia.com (bearb.)
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit wenigen oder gar keinen Tierprodukten ist – so ergeben immer neue Studien – einer der effizientesten Wege, um bei bestmöglicher Gesundheit alt zu werden.

Hohe Lebenserwartung, geringe Lebensqualität

Dass eine überwiegend pflanzliche bzw. vegane Ernährung wesentliche Gesundheitsvorteile mit sich bringt, zeigen zahlreiche medizinische Untersuchungen und Veröffentlichungen, z. B. „Dr. Jacobs Weg“, ein medizinisches Fachbuch mit über tausend berücksichtigten Studien. Immer mehr Sportler ernähren sich aus Gesundheitsgründen vegan – und erzielen Höchstleistungen. Immer wieder berichten Veganer von Erfolgen beim Abnehmen, von gesteigerter Leistungsfähigkeit, einer reineren Haut und einer besseren Grundstimmung.

Religion und Glaube – weitere Gründe für den Veganismus


Glaube als Grund f
Bild: Stephen the Photofan (bearb.), CC-BY
Auch Religion und Spiritualität spielen für viele Menschen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, vegan zu leben. Insbesondere in östlichen Ländern werden Tierprodukte oft aus Glaubensgründen gemieden. Im Hinduismus und Buddhismus ist eine vegetarische oder weitgehend vegane Ernährung sehr verbreitet. Auch „Hare Krishna“-Anhänger leben weitgehend vegan, wobei Milchprodukte teilweise „erlaubt“ sind.
Bekannt für ihre Nähe zur vegetarischen bzw. veganen Ernährung sind auch die Siebenten-Tags-Adventisten, die insbesondere im amerikanischen Raum aktiv sind.

Im deutschsprachigen Raum betreibt die Religionsgemeinschaft „Universelles Leben“ (UL) so genannten „Friedfertigem Landbau“, der ohne Tierprodukte auskommen soll. UL-nahe Unternehmen wie „Lebe Gesund“ unterhalten z. B. vegane Ladengeschäfte sowie einen Online-Versand. Zudem wurdem vom UL häufig Demonstrationen, insbesondere gegen die Jagd, durchgeführt. Unter Veganern und Tierrechtlern ist die Religionsgemeinschaft und die Lehre ihrer Prophetin Gabriele Wittek (Leiterin des „Heimholungswerks Jesu Christi“) teils sehr umstritten.


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Kommentare

Friederricke
Kommentar #1 05.05.2015, 09:56 Uhr
Haustiere
Ich bin ein großer Tierfreund, auch beim Tierschutz tätig,
selbst habe ich einen Hund, 2 Katzen. Ich koche für meine Tiere Hirse, kartoffel, Gemüse aber auch Fleisch und das viel.
Wer hilft mir mit Ideen zur Fütterung ohne Tiere? geht das überhaupt?
LG. Friederricke

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