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Tierrechts-Kunst

Künstler Hartmut Kiewert im Interview


Hartmut Kiewert ist Kunstmaler und Veganer. Seine Bilder zeigen befreite Tiere, aber auch düstere Szenen der Ausbeutung von „nichtmenschlichen Tieren“. Was Künstler Hartmut Kiewert antreibt – und ob er von seiner Arbeit leben kann – erfahren Sie im Interview.


Vegpool: Hallo Hartmut, wie bist Du denn zum Malen gekommen?

Hartmut Kiewert: Ich habe schon immer gerne gezeichnet und wollte daher etwas machen, was mit Zeichnen zu tun hat. Ich hatte dann zunächst 2001 angefangen in Berlin Architektur zu studieren. Allerdings mit dem Vorsatz, dass wenn mir dieses Studium keinen Spaß macht, ich zur Bildenden Kunst wechseln würde. Da im Studium kaum zeichnerische Fähigkeiten gefragt waren, fing ich parallel an zu malen und bewarb mich bei verschiedenen Kunsthochschulen. Schließlich brach ich das Architekturstudium gänzlich ab und begann 2003 in Halle (Saale) Malerei zu studieren.

Vegpool: Deine Motive handeln oft von ehemaligen „Nutztieren, die nun frei sind. Manche Motive sind aber auch richtig düster. Wie entstehen Deine Bilder?

Hartmut Kiewert: Als ich begann mich intensiv mit dem Mensch-Tier-Verhältnis auseinanderzusetzen, erschien es mit am sinnfälligsten, beim Verzehr der Tierkörper anzufangen, da dies quantitativ die dominierende Form des Verhältnissses der Menschen zu anderen Tieren ist - also eine von krasser Gewalt geprägte Form. Diese Bilder sind entsprechend düster – sicher nicht so düster wie die Realität der Mastställe und Schlachthäuser – aber eben deutlich düsterer als die Werbe-Bilder auf den Verpackungen der Tierausbeutungspodukte, welche die Illusion von glücklichen Tieren vermitteln, welche gerne ihre Kinder, ihre Eier, ihre Muttermilch und ihre Körper dem menschlichen Verzehr überlassen.

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Entrückte, utopische Bilder zum Mensch-Tier-Verhältnis

Mit der Zeit versuchte ich aber auch andere Perspektiven in meinen Bildern zu zeigen: entrückte und utopische Bilder eines anderen, möglichen Mensch-Tier-Verhältnisses. Im Grunde gibt es bei mir drei verschiedene Bildwelten: die, welche versuchen die Ausbeutung sichtbar zu machen, dann die, welche „Nutztiere“ in aus den menschengemachten Ausbeutungsarchitekturen entrückten Räumen zeigen und schließlich utopische Bilder von befreiten Tieren und Menschen, die ein respektvolles Verhältnis auf Augenhöhe mit nichtmenschlichen Tieren haben. Innerhalb dieser Bildwelten enstehen dann immer wieder neue Einfälle und Assoziationen, aus denen ich versuche, neue Bilder im Malprozess zu extrahieren. Unter teilweiser Zuhilfenahme von Fotos, oder auch in Anlehnung an Malerei des 19. Jahrhunderts – wie die von Manet, Courbet oder Delacroix – erarbeite ich meine Bildräume direkt auf der Leinwand, meist ohne genaue Vorskizzen.

Vegpool: Das Motiv, wo die Menschen picknicken und lauter Schweine herum wuseln, kann man sich gut ins Wohnzimmer hängen. Aber darum scheint es Dir gar nicht unbedingt zu gehen. Was ist der Zweck Deiner Bilder?

Hartmut Kiewert: Durch meine Bilder möchte ich die Menschen zum Nachdenken über ihr Verhältnis zu den anderen, nichtmenschlichen Tieren anregen und den gewohnten Blick auf nichtmenschliche Tiere in Frage stellen, der diese meist nur objektiviert und den Tieren eigene Interessen Handlungsmacht (Agency) abspricht. Ich versuche also auf der Ebene der Malerei das Mensch-Tier-Verhältnis neu zu verhandeln.

Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter und erfahren Sie mehr über den veganen Künstler Hartmut Kiewert.


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