3 Jahre vegan: Mein schönes buntes Leben mit 60+

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Ingrid R. feiert 3-jähriges Vegan-JubiläumIngrid R. feiert 3-jähriges Vegan-Jubiläum
Bild: K/Vegpool


Dieses Jahr werde ich 66 Jahre alt. An manchen Tagen grübel ich: Das ist ja näher an der 70 als an der 60. An guten Tage denke ich an das Lied: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an......

Vor 3 Jahren allerdings hat eine Zeit begonnen, die mein Leben sehr stark verändert hat: Ich wurde vegan! Ein Airbnb-Gast hat mich von der veganen Lebensweise überzeugt, einfach dadurch, dass er anders gekocht hat.

Es gab übrigens keine Vorwürfe wenn ich mein Hühnchen und meinen Lachs im Kühlschrank verstaute, keine genervten Blicke, wenn ich mein Käsebrot kaute. Er hat nur meine neugierigen Fragen beantwortet und ab und zu durfte ich auch von seinem Essen probieren.

Ich schreibe das eigentlich nur, weil man Veganern ja immer nachsagt, dass sie jeden überzeugen wollten. Wie alles begann, kannst Du hier nachlesen.

Diese neue Ernährungsform hat mich neugierig gemacht.

Es schmeckte mir, und das hat mich noch neugieriger gemacht. Dann brauchte ich nur noch einige Dokumentarfilme anzusehen und ich wusste ganz schnell: Massentierhaltung will ich nicht mehr unterstützen. Und: Für mich soll kein einziges Tier mehr aus Eigennutz sterben.
Ich wurde vegan!


Zu der Zeit habe ich noch auf der spanischen Insel Teneriffa gelebt und hatte noch keine Ahnung von „Ersatzprodukten“. Es gab halt nur, was von Natur aus schon vegan war.

Nach kurzer Zeit hatte ich nicht einmal mehr diese Gier nach Käse und Joghurt. Nie hätte ich mir vorstellen können, auf diese zwei Produkte zu verzichten. Wenn ich früher in meinem Kühlschrank keinen Käse und keinen Joghurt mehr fand, machte sich leichte Panik breit und ich sauste los, um meine Vorräte aufzufüllen.

Zuerst ganz unbemerkt schlichen sich Änderungen ein. Ich, die ein Leben lang mit meinem Gewicht kämpfe, ich nahm ab. In meiner Wahrnehmung passierte das von ganz alleine. Ich bewegte mich nicht mehr als vorher, die Kilos purzelten trotzdem. Von 115 kg schrumpfte ich langsam auf 90 kg, und irgendwann hatte ich auf der Waage die 8 als erste Zahl. Immer noch zu dick, aber fühlbar beweglicher.

Meine Blutwerte besserten sich, mein Prädiabetes (Insulinresistenz) war nicht mehr messbar, mein Cholesterinwert wurde gut und mein Bluthochdruck wurde ebenfalls stabiler. Wie oft hatte ich früher hypertone Krisen, musste das Präparat wechseln, weil das alte nicht mehr wirkte. Wie weggezaubert waren auch mein Sodbrennen und meine Anfälle akuter Divertikulitis, meine ständigen Kopfschmerzen... einfach verschwunden.

Was für ein gutes, neues Körpergefühl!

Ich konnte meine tägliche Pillenration von 7 Pharmaprodukten auf eine Blutdruckpille reduzieren. Die werde ich wohl nicht mehr los, der Bluthochdruck ist leider auch familiär bedingt. :)


Aber was für ein gutes Körpergefühl ich auf einmal hatte! Auch nach 3 Jahren staune ich immer noch über diese, für mich an ein Wunder grenzende Veränderung in meinem Leben.

Ich muss gestehen, ich habe mir zu Fleischesser-Zeiten auch Fertiggerichte gekauft. In Deutschland habe ich im Schichtdienst gearbeitet und in Spanien hatte ich sehr lange Arbeitszeiten. Da war es natürlich bequem die Pizza in den Ofen zu legen, oder ein „TV Dinner“ in die Mikrowelle zu schieben. Das kommt für mich nicht mehr in Frage.

Meine ganze Einstellung zur Ernährung hat sich geändert. Ich koche wieder gerne, probiere Nahrungsmittel, die ich vorher noch nie auf meinem Teller hatte. Schnippeln, früher gehasst, ist jetzt für mich ein meditativer Akt. Kochen macht einfach Spaß! Mein Teller ist bunter als je zuvor in meinem Leben.

Es ist nie zu spät für richtige Entscheidungen

Jetzt lebe ich schon zwei Jahre wieder im schönen Frankenlande. Eine Hochburg des Schweinebratens und der Haxe. Die Düfte von Bratwurst und Leberkäse wabern durch die Straßen. Mir ist es unbegreiflich wie ich früher all diese Fleischspeisen mit Genuss gegessen habe, ohne einen Gedanken an die Tiere zu verlieren. Ich kann mir das nur damit erklären: Gewohnheit und Verdrängung!


Wie die meisten Menschen wollte ich die Wahrheit einfach nicht sehen, die Wahrheit über den Umgang mit uns anvertrauten Tieren. Natürlich habe ich die allgegenwärtigen „Ersatzprodukte“ probiert. Hängengeblieben bin ich bei Tofu und ab und zu als Brotbelag einen Käse-Ersatz. Das reicht. Und, Lupinenjoghurt! Den darf ich auch nicht vergessen. Wer braucht schon Kuhmilch?

Mein Gewicht habe ich gehalten. 10 kg sollen gerne noch runter. Ich bin sicher, das schaffe ich auch noch. Ich bin jetzt seit 2 Jahren Rentnerin, habe einen Minijob und fühle mich rundum wohl. Ja klar, die Gelenke knacken, ein Hexenschuss hat mich neulich auch erwischt, aber das sind alles Beschwerden die ich unter „normal“ einstufe.

Kochen macht mir wieder Spaß!

Kochen? Das tue ich täglich frisch. Aber ich koche sehr einfach, ohne Spezial-Zutaten. Am Anfang meiner veganen Zeit habe ich gedacht, ich müsste als jetzt immer ganz aufwändig kochen. Fragt mich nicht warum. Inzwischen koche ich „vegane Hausmannskost“. Dazu werde ich später noch mehr verraten.


Ich kaufe regional, saisonal, bio, genau in dieser Reihenfolge. Ich weiß hier von kleinen regionalen Betrieben, dass ihnen die Zertifizierung für Bioland oder Demeter zu teuer ist, sie aber trotzdem keine Umweltgifte verwenden. Es ist mir wichtig, solche Betriebe zu unterstützen.

Über „vegan“ bin ich auch noch zum Minimalismus gekommen. Davon erzähle ich aber in einem der nächsten Blogs. Was ich zusammenfassend noch sagen möchte: Man ist nie zu alt für richtige Entscheidungen.

Ich will keine 100 Jahre alt werden, aber die 99 bei bester Gesundheit und aktiv erleben. Und was uns die Fleischindustrie einreden will: Vegan = Verzicht, das stimmt auf keinen Fall. Vegan ist bunt und bereichert!

Autor:
4,9/5 Sterne (62 Bew.)
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