Ökologie

Wie das Insektensterben mit Tierprodukten zusammenhängt.

Veröffentlichung:
SchmetterlingAuch das Sterben der Schmetterlinge hängt mit Tierprodukten zusammen.
Bild: ColdSleeper, flickr.com (bearb.) Bildtitel: 揚羽蝶, CC-BY


Seit den 1980-er Jahren hat die Anzahl der Insekten in Deutschland rapide abgenommen. Untersuchungen sprechen von einem Rückgang bis zu 80%! Insekten sind ein wichtiges Zeichen für gesunde Ökosysteme. Das Insektensterben ist daher ein alarmierendes Signal - nicht nur für Insektenfreunde, sondern für die ganze Menschheit.

Beim Anbau von Obst und Gemüse sind wir Menschen von Insekten abhängig - immerhin sind etwa 80% der pflanzlichen Lebensmittel auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Doch Insekten sind auch eine wichtige Futterquelle für unzählige Tiere aller Art. Mit dem Aussterben ganzer Arten wird ein "Domino-Effekt" in Gang gesetzt, der immer mehr Arten für immer verschwinden lässt. Es geht hier keineswegs um bloße Öko-Romantik!

Wälder und Forste sind z. B. auf Tiere angewiesen, die wiederum auf Insekten angewiesen sind. Wer sich für die Hintergründe und Auswirkungen des Insektensterbens interessiert, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Auch wenn wir Insekten vor allem als lästig empfinden, spielen sie doch eine wichtige Rolle in der Natur, von der auch wir Menschen abhängig sind - aller Technologie zum Trotz.

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Tierprodukte sind eine wesentliche Treibkraft hinter dem Insektensterben!

Insektenforscher haben längst die wichtigsten Ursachen für das Insektensterben erkannt: Monokulturen, Einsatz von Pestiziden und Zerstörung natürlicher Lebensräume. In Gegenden, wo praktisch nur eine einzige Pflanze wächst (z. B. Raps), können nur extrem spezialisierte Insekten überleben. Pestizide vergiften nicht nur Insekten, sondern auch deren Futterquellen, wie z. B. Wiesenblumen und andere "Unkräuter".

Warum aber sollen Tierprodukte die Treibkraft hinter dem Insektensterben sein?

Die Produktion von Tierprodukten erfordert deutlich mehr Landfläche als die Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel. Und zwar um den Faktor 10 bis 15! Während man aus einem Kilo Getreide etwa 2 Kilo Brot backen könnte (+ Wasser), muss man etwa 15 Kilo Getreide verfüttern, um ein Kilo Fleisch zu erzeugen. Eine vegane Ernährung heilt daher die Wunden der Erde!

Auch wenn die Tierproduktion einen anderen Zweck verfolgt, produziert sie doch in erster Linie eines: Gülle!

Unserem Körper ist egal, woher die Nährstoffe kommen - wichtig ist nur, dass er sie bekommt. Eine pflanzenbasierte Ernährung ist sehr gut möglich und hat sogar echte Vorteile für die Gesundheit. Das Fatale: Aus Bequemlichkeit und aufgrund von Vorurteilen gegenüber einer pflanzenbasierten Ernährung denken viele Menschen nicht einmal daran, ihre Ernährung umzustellen. Das Insektensterben ist daher nicht etwa ein "Naturkatastrophe", sondern ein durch Menschen verursachtes Öko-Desaster. Es gibt erprobte Alternativen!

Aus Bequemlichkeit manövrieren wir uns in eine äußert unbequeme Situation.

Natürlich sind Tierprodukte zwar der wichtigste Grund für das Insektensterben (einfach, weil sie die meisten Naturflächen beanspruchen) - aber nicht der Einzige. Auch wer Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau kauft, nimmt die Folgen des (oft irrwitzigen) Pestizid-Einsatzes für die Umwelt in Kauf. Das gilt auch für Obst und Gemüse aus Mitteleuropa. Es ist ein Irrtum, dass konventionelles Obst und Gemüse in Mitteleuropa umweltfreundlich angebaut würde.

Die besten Alternativen, die heute verfügbar sind: Bio-Obst und -Gemüse (oder, wenn möglich, ökologischer Eigenanbau). Zwar setzen auch Bio-Bauern auf Monokulturen, doch ist der weitestgehende Verzicht auf Pestizide schon eine große Entlastung für die Artenvielfalt - und damit ein wesentlicher Schritt zu einem ökologischeren Lebensstil. Und: Auch mit wenig Geld kann man gut bio und vegan essen.

Autor:
5,0/5 Sterne (2 Bew.)

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