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Säuglingsernährung: Ist Muttermilch / Stillen vegan?

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Ein Baby mit Mutter und VaterEin Baby mit Mutter und Vater
Bild: Fotolia.com


Eine vegane Ernährung basiert auf pflanzlichen Lebensmitteln, während Tierprodukte gemieden werden. Doch wie sieht es eigentlich bei der veganen Ernährung von Kleinkindern und Säuglingen aus? Werden vegane Säuglinge von ihrer Mutter eigentlich gestillt? Und ist Muttermilch demzufolge eigentlich vegan? Kurz gesagt: "Dürfen" Veganer ihre Kinder überhaupt stillen?

In der Debatte rund um eine gesunde Ernährung von Kindern spielt auch die vegane Ernährung von Babys immer wieder eine Rolle. Viele Menschen lehnen eine rein pflanzliche Säuglings- und Kleinkindernährung ab. Meist aus dem Grund, weil sie Vorurteile haben und nicht genau wissen, was Veganer überhaupt essen. So tauchen immer wieder Sorgen auf, dass Veganer selbst Muttermilch ablehnen, weil diese ja, biologisch gesehen, eher "tierisch" als pflanzlich sei.

Muttermilch: Wichtiger Bestandteil der veganen Säuglingsernährung

Natürlich ist Muttermilch auch ein wichtiger Bestandteil der veganen Säuglingsernährung. Mit "Dürfen" hat Veganismus ohnehin nichts zu tun, da es sich um eine freiwillige, reflektierte und gut begründete Lebenseinstellung handelt. Praktisch alle veganen Mütter stillen ihre Kinder. Den meisten Veganern geht es um die Vermeidung von Leiden bei Tieren, die für Tierprodukte ausgebeutet werden. Sie möchten nicht, dass Tiere eingesperrt, gequält und getötet werden. Und dafür haben sie gute Argumente (auf Vegpool finden Sie zahlreiche Artikel dazu). Das Stillen eines Kindes hat mit dem herzlosen Umgang mit Tieren in der Milchproduktion nichts zu tun. Es ist vernünftig und wichtig, dass auch vegane Kinder gestillt werden.

Fröhliches BabyEin fröhliches Kleinkind
Bild: © Alexandr Vasilyev - Fotolia.com (bearb.)

Die meisten Einwände gegenüber einer veganen Ernährung basieren auf Unwissen. Erschreckend wenige Menschen wissen überhaupt, welche Lebensmittel Veganer überhaupt verzehren. Viele Menschen denken nur an rohes Obst oder Gemüse. Tatsächlich stehen Veganern mehrere hundert verschiedene Grundzutaten zur Verfügung. Getreide, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse, Pilze, Nüsse, Kräuter, Saaten und viel mehr. Veganer verzehren oft sogar deutlich mehr unterschiedliche Lebensmittel als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Viele Vorurteile über eine mangelhafte Säuglingsernährung entstehen folglich aus der Sorge, dass Veganer ebenso unwissend sein könnten, wie man selbst.

Vegane Säuglingsernährung: Mit Verantwortung fürs Kind

Statistischen Erhebungen zufolge sind Veganer durchschnittlich besser gebildet, leben gesünder und neigen weniger zu Vorurteilen als der Durchschnitt der Bevölkerung. Es gibt leider immer wieder fatale Fälle von veganer Fehlernährung bei Babys, die oft auf allgemeine Verwahrlosung oder psychische Erkrankungen zurück gehen.

Für Medien sind solche Fälle ein gefundenes Fressen, da sie Vorurteile bestärken und für allgemeine Empörung und Aufregung sorgen. Doch gemessen an der Zahl der vegan ernährten Kinder weltweit (und dem Desinteresse der Medien gegenüber Fehlernährung bei nicht-veganen Kindern, die allgemein unter "Verwahrlosung" fällt), kann man die wenigsten solcher Berichte wirklich ernst nehmen.

Schwangere Mutter mit KindEine gute Ernährung im Kleinkindesalter ist eine gute Voraussetzung fürs spätere Leben.
Bild: Halfpoint - Fotolia.com

Vegane Säuglingsernährung erfordert viel Wissen

Natürlich erfordert auch eine vegane Säuglingsernährung fundiertes Wissen. Kinder sollten an allen ärztlichen Untersuchungen teilnehmen, um eine altersgemäße Entwicklung sicherzustellen. Auch kritische Ärzte sollten als Berater ernstgenommen werden. Kritik sollte sorgfältig hinterfragt werden, denn auch manch ein Vorurteil hat einen wahren Kern. Dennoch sollte man sich bei der veganen Ernährung nicht verrückt machen lassen und Gegen-Argumenten durch Nachfragen auf den Grund gehen.

Unbedingt muss auf eine ausreichende Versorgung des Kleinkindes mit Nährstoffen geachtet werden, insbesondere mit Vitamin B12, das bei veganer Ernährung nicht ausreichend vorliegt. Vitamin B12 ist auch in der Muttermilch nur dann in ausreichender Menge vorhanden, wenn die Mutter gut versorgt ist. Ein B12-Mangel kann zu bleibenden Schäden führen.

Vegane Säuglingsernährung ist anspruchsvoll

Eine vegane Ernährung von Säuglingen ist derzeit noch anspruchsvoller als eine nicht-vegane, "normale" Ernährung. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Ärzte richten sich nach offiziellen Empfehlungen. Meistens haben sie keine Zusatz-Qualifikation zu Ernährungsthemen. Dasselbe gilt auch für Hebammen. Es gibt derzeit nur wenige fachlich qualifizierte Berater rund um die vegane Kleinkinder- und Säuglingsernährung. Vegane Eltern sollten sich also intensiv selbst informieren.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung lehnt eine vegane Säuglingsernährung ab. Auch das kann vegane Eltern verunsichern.
  • Das Umfeld reagiert oft mit Vorurteilen und unbegründeten Sorgen, die für verantwortungsvolle, vegane Eltern belastend sein können.
  • Jede Krankheit eines veganen Kindes wird sofort mit der veganen Ernährung in Verbindung gebracht, auch wenn objektive andere Gründe vorliegen. Auch das kann eine faktenbasierte Einschätzung erschweren und die Eltern belasten.

Zusammenfassung: Muttermilch als wichtiger Bestandteil der veganen Säuglingsernährung

Muttermilch ist die beste Babynahrung in der ersten Lebensphase der Säuglinge. Damit die Muttermilch alle benötigten Nährstoffe enthält, sollte die Mutter (wie bei jeder Ernährungsform) darauf achten, sich ausgewogen und gesund zu ernähren und Nährstoffe ggf. zu supplementieren (z. B. über angereicherte Lebensmittel).

Muttermilch ist natürlich nur vegan, wenn es sich um die Milch der eigenen Mutter handelt. Kuhmilch wäre nicht vegan, da für sie Tiere gequält und getötet werden. Ohnehin ist Kuhmilch als Menschennahrung kaum geeignet, wenn Muttermilch zur Verfügung steht. Denn die zusammensetzung von Kuhmilch unterscheidet sich deutlich von der menschlichen Muttermilch, insbesondere was den Fett- und Protein-Anteil betrifft. Überdies soll Kuhmilch sogar die Entstehung von Allergien fördern.

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Kommentare

#1: Anonym
06.06.2018, 16:45 Uhr
Aber es steht doch im Widerspruch, Veganer verzichten komplett auf tierische Produkte, dennoch ist Milch ebenso ein tierisches Produkt ob es nun von einem wirklichen Tier kommt oder von einem Menschen. Milch wird nicht blau auch wenn man es sich hundert mal einredet. Ich sage nichts gegen den Veganen Lebens still aber ich finde das wirklich widersprüchlich.
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