Wird Karmin eigentlich wirklich aus Läusen gewonnen?

Veröffentlichung: , Bearbeitung:

Der Farbstoff Karmin wird tatsächlich aus Schildläusen gewonnen.Der Farbstoff Karmin wird tatsächlich aus Schildläusen gewonnen.


Karmin ist ein natürlicher Farbstoff, der manchmal in Lebensmitteln und Kosmetik eingesetzt wird. Karmin findet man - auch als Cochenillerot bekannt und unter der E-Nummer E 120 - in manchen roten Süßigkeiten, in Zuckerstreuseln und rotem Tortenguss, aber auch in rotem Lippenstift. Grundsätzlich kann Karmin aber auch als Farbstoff in Buntstiften, Wandfarben und anderen Produkten eingesetzt werden.

Doch wird Karmin wirklich aus Läusen gewonnen, wie es manchmal heißt? Oder ist Karmin vegan?

Karmin wird tatsächlich aus Läusen gewonnen. Und zwar aus weiblichen, trächtigen Schildläusen. Diese leben üblicherweise auf Feigenkakteen, die man in südlichen Ländern häufig in großer Zahl antrifft. Auf den kanarischen Inseln gibt es bis heute Farmen, in denen Schildläuse für die Gewinnung von Karmin gezüchtet werden.

Für die Herstellung von Karmin werden die Läuse eingesammelt und ausgekocht. Der Sud wird mit chemischen Zusätzen versehen, sodass das Karmin als Pigment-Farbstoff übrig bleibt.

Auch in roten Deko-Streuseln findet sich oft Karmin (E 120).Auch in roten Deko-Streuseln findet sich oft Karmin (E 120).
Bild: pixabay.com

Karmin ist nicht vegan, da es aus Tieren gewonnen wird. Es ist auch nicht vegetarisch, da die Tiere bei der Gewinnung getötet werden. Produkte mit Karmin, Cochenillerot oder E 120 sind daher weder vegan, noch vegetarisch.

Zum Karmin gehört auch das Cochenillerot, das aus Cochenille-Schildläusen gewonnen wird. Allerdings gibt es einen synthetischen Farbstoff mit dem Namen Cochenillerot A (E 124), der synthetisch erzeugt wird und mit Cochenillerot nur den ähnlichen Namen teilt.

Auch wenn die Produktion von Karmin nicht besonders verführerisch klingt, wird Karmin durchaus auch in roten Lippenstiften und Nagellack eingesetzt. Auch bei Naturkosmetik. Im Bereich der Naturkosmetik haben wir bisher nur wenige Lippenstifte mit roten Farbtönen entdeckt, die kein Karmin enthielten. Es gibt sie, doch man sollte die Augen offen halten, wenn man Karmin meiden möchte.


Leider sind nicht alle veganen Alternativen zu Karmin empfehlenswert. Manche enthalten z. B. Azofarbstoffe, die aus gesundheitlicher Sicht als bedenklich gelten. Eine dieser veganen Alternativen ist z. B. das synthetische Litholrubin BK, ein Inhaltsstoff mit der INCI-Bezeichnung "CI 15850".

In diesen Produkten haben wir bereits Karmin bzw. Cochenillerot oder E 120 entdeckt:

  • Roter Lippenstift und andere dekorative Kosmetik-Produkte
  • Tortenguss rot
  • Konfitüre (sehr selten)
  • Süßigkeiten (roter Farbstoff, z. B. M&M's, Skittles, Fruchtgummi, ...)
  • Back-Dekoration (bunte Streusel, überzogene Schokolinsen, roter Zuckerguss usw.)
  • Desserts (z. B. Rote Grütze)
  • Bestimmte Wurstsorten aus Fleisch
  • Konservierte Kirschen / Obstsalate mit Kirschen
  • Fertig-Torten
  • Gefärbte Getränke und Sirups
  • Zahncreme

Das bedeutet nicht, dass all diese Produkte zwingend Karmin enthalten - und Karmin kann sich auch in vielen weiteren Produkten verbergen. Es gibt aber auch Hersteller, die sich entscheiden, auf Karmin zu verzichten. Ein Blick auf die Zutatenliste ist daher nach wie vor hilfreich.


Kennst du rote Lippenstifte oder Nagellacke ohne Karmin und andere Tierprodukte? Dann teile dein Wissen mit anderen Lesern im Forum!

5,0/5 Sterne (10 Bew.)

Veganes Forum
Diskutiere mit:
Hintergründe Karmin
(8 Antworten)
Letzter Beitrag: 11.11.2019, 08:42 Uhr


Veganer Newsletter

Hol' Dir den kostenlosen Vegan-Newsletter. Neueste Artikel, Vegan-Tipps und mehr.

E-Mail:
Gratis & jederzeit abbestellbar. Bitte beachte die Datenschutzerklärung und diese Infos.
Abmeldung jederzeit möglich.

Nächster Artikel:

Ist Glühwein eigentlich vegan?



Dazu passende Artikel:

Thema: Vegane Kosmetik & Körperpflege