Kinderlos leben

Sollten wir noch Kinder in DIESE Welt setzen?

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Sollten wir noch Kinder in eine Welt setzen, die ökologisch ausstirbt?
Bild: pixabay.com


Kinder zu kriegen gehört für die meisten Menschen zum Lebensplan. Fortpflanzung, so heißt es auch heute oft, sei verantwortungsvoll der Gesellschaft gegenüber. Ein Akt der Selbstlosigkeit.
Und was wäre erst unser Rentensystem ohne Kinder, wo doch die Menschen immer älter werden!?

Doch ist es heute noch zu verantworten, Kinder in die Welt zu setzen? Auf eine Erde, die stirbt?

Vieles spricht dafür, dass es unsere Kinder nicht mehr besser haben werden als wir, sondern deutlich schlechter. Nicht zuletzt, weil der Klimawandel immer mehr Teile der Erde unbewohnbar machen wird.

Wissenschaftler warnen uns seit Jahren davor, dass Unruhen, Hungersnöte und Versorgungskriege schon bald zum Alltag gehören könnten, wenn es uns nicht gelingt, die Klimakrise rechtzeitig zu stoppen. Auch in Europa.

Doch bedeutet gewollte Kinderlosigkeit nicht auch, aufzugeben? Sich der Hoffnungslosigkeit hinzugeben? Die Welt den Pessimisten zu überlassen?


Schon Martin Luther soll schließlich gesagt haben: "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen".

Psychologen würden ihn heute wahrscheinlich bestätigen: Das Anpflanzen von Apfelbäumen ist in der Tat eine gute Strategie, um sich aufs Hier und Jetzt zu konzentrieren und Ängste vor der Zukunft in den Griff zu bekommen.

Doch ein Kind ist kein Apfelbaum.

Und was, wenn es so kommt, wie Wissenschaftler warnen? Wenn unser Apfelbaum still verdorrt - und unsere Kinder uns mit der Frage konfrontieren: "Warum habt Ihr mich in diese Welt gesetzt?"

Denn wir wissen ja, dass die Erde ökologisch am Abgrund steht. Wir wissen um die Menschen (und Kinder), die fliehen, weil sie kein Wasser mehr haben. Und weil sie ohne Wasser keine Landwirtschaft betreiben können. Die vor Europas Mauern stehen und nicht herein gelassen werden.

Wir wissen von den Menschen, die sterben.
Es zu verdrängen ist kein starkes Argument.


Wir werden zugeben müssen: Ja, es stimmt, wir haben es gewusst. Denn so ist es nun einmal.

Wir wissen aus den Nachrichten, dass die Klimakrise sogar das Überleben der Menschheit bedroht. Und wir sehen schon heute, dass eine bis an die Zähne bewaffnete Menschheit nicht redlich miteinander teilt.

Wir wissen auch, dass die Temperaturen weiter steigen werden. Dass das globale Klima zu warm bleiben wird. Das mit Abkühlung in den nächsten tausenden Jahren nicht zu rechnen ist. Dass wir längst auf Pump leben und viel mehr Rohstoffe verbrauchen als ökologisch nachwachsen.

Und wir wissen, dass eine wachsende Weltbevölkerung immer mehr Ressourcen braucht. Und dass die Industrie-Nationen ganz vorne mit dabei sind.

Werden es uns unsere Kinder in Zukunft abnehmen, wenn wir ihnen sagen, dass es ein Akt der Selbstlosigkeit ist, Kinder in die Welt zu setzen? Dass wir gehofft hatten, dass doch noch alles besser wird - auch nachdem wir längst erkannt haben, dass es tatsächlich immer schlimmer wurde?




Sollten wir also noch Kinder in eine Welt mit diesen Zukunftsaussichten setzen?

Diese Entscheidung können Paare nur für sich selbst treffen. Denn nur sie wissen, was sie ihren Kindern mit auf den Lebensweg geben können.

Es wäre jedoch falsch, die Frage nach Kindern allein mit Floskeln über biologische Funktionen und die eigene Rente zu beantworten.

Denn trotz des moralischen Drucks, den Politik und Gesellschaft auf kinderlose Menschen (insbesondere Frauen) ausüben, ist es auch okay und durchaus akzeptabel, Lebenspläne zu machen, in denen bewusst keine (leiblichen) Kinder vorkommen.

Denn wir wissen, dass Liebe keiner Kinder bedarf. Dass aber Kinder Liebe brauchen. Und dass wir - wenn wir Kinder bekommen wollen - auch dafür verantwortlich sind, ihnen eine Perspektive mitzugeben.

Autor: Kilian Dreißig
3,9/5 Sterne (19 Bew.)

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Sollten wir bewusst kinderlos bleiben?
(74 Antworten)
Letzter Beitrag: 20.12.2019, 15:02 Uhr


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