3 Grundregeln, um klimafreundliche Lebensmittel zu erkennen.

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Welche Lebensmittel sind eigentlich klimafreundlich?Welche Lebensmittel sind eigentlich klimafreundlich? Bild: pixabay.com (Kombi)

Immer wieder liest man, dass auch die Ernährung einen Einfluss aufs Klima hat. Dass bestimmte Lebensmittel besonders klimaschädlich seien. Zum Beispiel Butter oder Rindfleisch.

Doch welche Lebensmittel sind eigentlich klimafreundlich und gut fürs Klima?

Die Frage, welche Lebensmittel eigentlich klimaschonend sind, ist durchaus berechtigt. Denn wie soll man das Klima schonen, wenn immer bloß die Rede von "klimaschädlichen" Lebensmitteln ist?

Und doch ist sie gar nicht so einfach zu beantworten. Denn tatsächlich sind die meisten Sorten von Grundnahrungsmitteln ziemlich klimafreundlich. Es sind zahlenmäßig eher wenige Lebensmittel, die hier durch ihre Klimaschädlichkeit auffallen.

Der wichtigste Unterschied fürs Klima ist, ob es sich um pflanzliche oder um tierische Lebensmittel handelt. Denn die globale Tierproduktion trägt immens zur Klimakrise bei. Die wichtigsten Gründe lassen sich in einem Absatz zusammenfassen:

Tiere benötigen Futtermittel und diese wiederum benötigen Anbauflächen (Stichwort: Urwaldzerstörung). Das Futter wird gedüngt, verarbeitet und transportiert. Bei der Verdauung erzeugen die Tiere Methangas, das viel klimaschädlicher ist als CO2. Und: Der größte Teil des Futtermittels kommt als Gülle wieder hinten raus. Hier erfährst du detaillierter, warum Tierprodukte so klimaschädlich sind.


Regel Nummer eins: Klimafreundliche Lebensmittel sind pflanzlich.

Doch ist ein Apfel eigentlich klimafreundlicher als eine Karotte? Sollten wir besser Rüben statt Kartoffeln essen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Viel wichtiger sind die Unterschiede in den verschiedenen Anbauweisen.

In der konventionellen Landwirtschaft werden große Mengen an petrochemischen Stickstoffdünger ausgebracht, um Pflanzen zu schnellem Wachstum zu verleiten. Petrochemisch bedeutet, dass diese Düngemittel auf Erdöl bzw. Erdgas basieren. Dazu kommen "Schädlingsbekämpfungsmittel" und andere Chemikalien.

Bei der Ausbringung von Stickstoffdüngern entsteht Lachgas, das sehr viel klimaschädlicher ist als CO2. Die Anbauweise von Obst und Gemüse entscheidet also darüber, wie klimafreundlich ein Lebensmittel ist. Biologische Landwirtschaft hat hier eindeutig die Nase vorn.

Da auch Futtermittel mit petrochemischen Düngemitteln angebaut werden, ist die Klimawirkung der Tierproduktion noch deutlich dramatischer. Denn es ist viel klimaschädlicher, erst Pflanzen anzubauen und diese zu verfüttern. Klimafreundlich wäre es, die Anbauflächen direkt für menschliche Nahrungsmittel zu nutzen, ohne Umweg übers Tier.


Die zweite Regel lautet daher: Bio-Anbau ist klimafreundlicher als konventionelle Landwirtschaft.

Viele Leser schwören auf regional und saisonal angebautes Gemüse. Und in der Tat ist Regionalität und Saisonalität ein guter Weg zu mehr Klimaschutz - solange die Lebensmittel auch "bio" sind.

Bio ist nämlich viel wichtiger als Regionalität. Selbst ein Bio-Apfel von der anderen Seite der Erdkugel ist unter Umständen noch klimafreundlicher als ein konventionell gedüngter Apfel aus der Nachbarschaft.

Die dritte Regel lautet: Bei Bio-Produkten ist Regionalität klimafreundlicher als der Import. Im Vergleich mit Lebensmitteln aus konventionellen Anbau geht dieser Vorteil aber schnell verloren. Bio ist fürs Klima wichtiger als Regionalität.

Zum Schluss möchten wir dir noch eine vierte Regel erklären. Diese gehört eigentlich nicht direkt zur Frage, wann Lebensmittel klimafreundlich sind. Aber sie ist nicht weniger wichtig.


Die vierte (inoffizielle) Regel lautet: Vermeide Lebensmittel-Verschwendung. Denn nichts ist klimaschädlicher, als ein Lebensmittel anzubauen, zu transportieren, es zu verarbeiten - und dann auf den Müll zu werfen.

Zusammenfassend leitet sich daraus unsere Empfehlung ab:

  • Regel 1: Kaufe pflanzliche Lebensmittel und meide Tierprodukte. Diese sind wahre Klimakiller.
  • Regel 2: Kaufe Bio-Lebensmittel. Diese findest du auch bei vielen Discountern und der Preis-Unterschied ist oft geringer als viele Menschen glauben.
  • Regel 3: Regional und Saisonal ist sinnvoll - aber nur in Kombination mit Bio.
  • Zusatz-Regel: Kaufe die Mengen, die du auch verbrauchst. Nutze Foodsharing, um überschüssige Lebensmittel mit anderen Menschen zu teilen. Vermeide es, Lebensmittel wegzuwerfen.

Kennst du schon diese 15 ökologischen Gründe für eine vegane Ernährung? Erfahre jetzt, wie groß die Wirkung ist - auch fürs Klima.

Autor: Kilian Dreißig
5,0/5 Sterne (29 Bew.)



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