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Mobilität

Interview: Locomore, eine Alternative zur Bahn?

Seitdem das Monopol der Deutschen Bahn gefallen ist, dürfen auch andere Unternehmen im Bahnverkehr mitmischen. Eines davon möchte zukünftig das Unternehmen „Locomore“ sein. Mehrere Bahn-Enthusiasten möchten damit nicht nur besseren Service, sondern auch höhere Umweltverträglichkeit im Fernverkehr erreichen. Dafür wird gerade in einem Crowdfunding Geld gesammelt. Wir haben den Geschäftsführer von Locomore, Derek Ladewig, auf dem „Heldenmarkt“ in Berlin getroffen.

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Vegpool: Hallo Derek, Ihr wollt mit Locomore mal eben eine neue Eisenbahngesellschaft auf die Schienen bringen. Was soll Locomore besser machen als die Deutsche Bahn?

Derek Ladewig: Wir möchten alle ansprechen, die gerne und günstig Bahnfahren. Insbesondere auch Menschen, die aktuell nicht oder selten Bahn fahren oder aktuell eher Fernbus und Flugzeug nutzen. Uns geht es auch um eine ökologischere Bahn. Es soll aber auch Verbesserungen im Service geben, zum Beispiel für Familien und neue Social Seating Angebote.

Vegpool: Eine eigene Eisenbahngesellschaft klingt ja durchaus nach einem größeren Projekt. Wie weit seid Ihr denn mit den Planungen?

Derek Ladewig: Wir haben eine mehrjährige Vorbereitung hinter uns. Wir sind ein zugelassenes Eisenbahnverkehrsunternehmen, haben unsere Fahrpläne bei der DB Netz AG für die nächsten Jahre gesichert und haben Miet-Angebote für Loks und Reisezugwagen vorliegen. Wenn die Finanzierung gelingt, dann fahren wir am 4. September 2016 los.

So stellen sich die Macher die Bahn-Alternative Locomore vor
So stellen sich die Macher die Bahn-Alternative Locomore vor
Bild: Locomore

Vegpool: Eure Züge sollen nicht schneller als 200 km/h fahren. Was ist der Grund dafür?

Derek Ladewig: Ab 200km/h steigt bedingt durch den Luftwiderstand der Stromverbrauch deutlich an. Das verschlechtert die Ökobilanz des Verkehrsmittels Bahn deutlich und treibt die Kosten in die Höhe. Weil der ICE wegen der vielen Haltepunkte oft auf die Bremse treten muss, sind wir trotzdem nur rund 45 Minuten langsamer zwischen Berlin und Stuttgart.

Vegpool: Ihr sagt, dass Ihr "echten" Ökostrom nutzen wollt. Was bedeutet das?

Derek Ladewig: Wir wollen Ökostrom, der einen echten Umweltvorteil bietet. Konkret heißt dass, dass dieser aus Neuanlagen stammen soll. Das heißt der Anteil an Ökostrom im Netz soll sich tatsächlich vergrößern. Außerdem wollen wir unseren Ökostrom nur von Unternehmen beziehen, die nicht gleichzeitig an Atom- oder Kohlestrom verdienen.

Ein Bahnabteil im alternativen Bahnunternehmen
Ein Bahnabteil im alternativen Bahnunternehmen
Bild: Locomore

Vegpool: Bei Euch soll es auch Verpflegung im Zug geben. Sind vegane Angebote mit eingeplant?

Derek Ladewig: Unsere Verpflegung wird überwiegend aus bio-fairen Produkten bestehen. Die konkrete Ausgestalltung wollen wir im Austausch mit unserer Community entwickeln. Da werden vegane Angebote sicher Thema sein. Wir werden dies dann sicher auch aufgreifen. Ob wir das dauerhaft anbieten können, hängt dann aber von der Akzeptanz durch unsere Fahrgäste ab.

Vegpool: So eine Eisenbahngesellschaft kostet ja richtig Geld. Ist die Finanzierung denn grundsätzlich schon gesichert, oder ist der Ausgang komplett ungewiss?

Derek Ladewig: Noch ist alles offen, aber es die letzten Wochen haben uns optimistisch gestimmt. Zahlreiche Menschen haben sich an der bis Jahresende laufenden Darlehenskampagne beteiligt und auf Startnext unsere Ticketgutscheine gekauft. Das zeigt uns, dass der Bedarf nach einer Alternative im Fernverkehr da ist. Wenn sich weiterhin viele so engagiert beteiligen, dann werden wir Ende Januar sicher sein, dass wir loslegen können.


Fragen: Kilian Dreißig.
Locomore sammelt aktuell Finanzierungsgelder im Rahmen eines Crowdfundings auf Startnext.com. Unterstützer können auf der Website auch verzinste Darlehen zeichnen.



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