"Losing Earth": Wie wir dabei versagten, die Erde zu retten

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Das Buch "Losing Earth" von Nathaniel Rich
Das Buch "Losing Earth" von Nathaniel Rich Bild: K/Vegpool

Der Kampf gegen die Klimakrise ist auf wichtigen Feldern verloren. Schon die kommenden zwei Jahrhunderte werden die Menschheit vor eine harte, womöglich existenzielle Probe stellen, sagen Klimaforscher. Doch wir wurden keineswegs überrascht.

Die grundlegenden Erkenntnisse über die Mechanismen des Klimawandels sind schon seit 50 Jahren bekannt. In den 1980-er Jahren haben in den USA sogar Demokraten und Republikaner zusammengearbeitet, um ein internationales Abkommen zum Schutz des Klimas auf den Weg zu bringen.

Doch die Menschheit ist darin gescheitert, der größten Katastrophe ihrer Geschichte rechtzeitig zuvorzukommen. Wider besseren Wissens.


Der Autor von "Losing Earth", Nathaniel Rich, hat zahlreiche Akteure befragt und daraus ein erschütterndes Buch geschrieben, das zu Recht ein internationaler Bestseller geworden ist. Wir haben die Erde wie wir sie kennen bereits verloren. Die kommenden Generationen werden mit den Folgen zu leben haben. Und "Losing Earth" erklärt uns, wie es dazu kommen konnte.


"Losing Earth" erzählt von Top-Wissenschaftlern, die über viele Jahre hinweg versuchen, an den entscheidenden Stellen für die notwendigen Veränderungen zu werben. Es erzählt von Energie-Konzernen und ihren Lobbyisten, die zunächst an einem Strang ziehen - und von Politik-Beratern, die dann alles ins Kippen bringen.

Doch hätte es geholfen, wenn sich alle Länder der Welt zusammengetan und ein internationales Abkommen beschlossen hätten?

Sehr fraglich. Denn schon heute zeigt sich, dass kaum ein Land die selbst gesetzten Grenzen einhält. Und die Länder, die zuerst von der Klimakatastrophe betroffen sind, können keine wirksamen Sanktionen verhängen. Weil ihnen schlicht das Geld fehlt.

Dass die Erde so unwirtlich für Menschen werden wird, ist aber womöglich gar nicht nur die Folge egoistischer Politiker. Der Klimawandel wird seit vielen Jahrzehnten in allen Medien behandelt. Auch wir Menschen in Deutschland wussten längst Bescheid. Die wenigstens Menschen haben etwas verändert. Sie waren stets gut darin, Ausreden zu finden (auch wenn sie das nicht vor den Folgen schützt).


Vielleicht auch, weil ihnen die professionellen Zweifler dabei geholfen haben. Jene Figuren, die Nathaniel Rich als "professionelle Leugner", als Schurken bezeichnet.


Unternehmen, Regierungen und Parteien, die Desinformationskampagnen fahren, mit dem Ziel, Bürger zu verunsichern. Es geht ihnen nicht einmal darum, gute Argumente zu erwidern. Ihnen genügt es bereits, Zweifel zu säen. So verunsichern sie jene Menschen, die tatsächlich noch etwas verändern könnten - aber ihren Profiten schaden könnten.

"Was, wenn sich Klimaforscher irren?", ist so ein Spruch der Zweifel-Säer. Genauso gut könnte man eine Entzündung mit Handauflegen heilen, denn Bakterien sind womöglich auch nur eine Erfindung der Wissenschaften.

Für diese "Schurken" ist der persönliche Profit alles was zählt. Sie erfinden Begriffe wie "alternative Fakten". Sie machen den Menschen Angst vor Vernunft und wissenschaftlicher Arbeitsweise. Sie verbreiten den Egoismus und verhindern Empathie. Denn wenn uns schon die Bewohner der im Ozean versinkenden Seychellen egal sind - wann sind es dann auch unsere Nachbarn?


Dass die Klimakatastrophe so existenziell werden konnte, ist womöglich nicht Ursache, sondern Folge eines grassierenden Verlusts von Menschlichkeit.


Das Buch "Losing Earth" von Nathaniel Rich ist im Rohwohl-Verlag Berlin erschienen. Es hat die ISBN 3737100748 und kostet in Deutschland 22 Euro. Ein erschütterndes, lesenswertes Buch!

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Schlagworte: Rezension Klimakrise Sachbücher


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