Gesundheit

Milch - kein guter Calciumlieferant?


Kuhmilch gilt in Europa und den USA als Grundnahrungsmittel. Sie wird pur getrunken, als Joghurt, Kefir, Airan, Käse oder Dessert konsumiert und unzähligen Produkten beigefügt. „Der Mensch braucht Milch“, sagen die einen und trinken knapp einen Liter Kuhmilch am Tag.
„Da hat die Milchlobby gute Arbeit geleistet“ erwidern Kritiker und verweisen auf den – recht eindeutigen – Fakt, dass Kuhmilch von Natur aus Kälbernahrung ist und den jungen Rindern solange als Nahrung dient, bis sie feste Nahrung verdauen können.

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Die Zusammensetzung von Kuhmilch entspricht – unter natürlichen Umständen – den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand des Kalbes. Ideal für die Bedürfnisse von Kleinkindern ist Muttermilch der eigenen Mutter. Keine andere Tierart beschafft sich artfremde Milch. Keine andere Tierart trinkt Milch auch noch nach dem Säugealter. In vielen asiatischen Ländern wird praktisch keine Kuhmilch konsumiert – bei sehr hoher Lebenserwartung.

In diesem Artikel geht es um die gesundheitlichen Aspekte von Milch. Erfahren Sie Gründe, Kuhmilch zu meiden und warum für Milch Kälber sterben.

Milch als Calciumlieferant?

Milchprodukte gelten zwar als hervorragender Calcium-Lieferant, doch wissenschaftliche Untersuchungen lassen inzwischen ernste Zweifel daran aufkommen, ob dieses Calcium vom Körper auch gut verwertet werden kann. Studien (z. B. die „Nurses Health Study“ der Universität Harvard) geben inzwischen deutliche Hinweise darauf, dass der hohe Konsum von Kuhmilch womöglich gar nicht so gesund ist, wie immer behauptet wird.

Kuhmilch enthält viel tierisches Protein (3,5%) – mehr als menschliche Muttermilch (1,5%). Bei der Verstoffwechslung von tierischem Protein werden im Körper schwefelhaltige Aminosäuren freigesetzt, die vom Körper neutralisiert werden. Unter dem Strich, sagen Experten, kann es sein, dass der Körper zur Neutralisierung der schwefelhaltigen Aminosäuren sogar mehr Calcium aufwänden muss, als ihm zugeführt wurde. Im Notfall „mobilisiert“ der Körper also Calcium aus den eigenen Knochen. Milch für starke Knochen? In dem Fall wohl eher nicht!

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Der Entzug von Calcium macht auf die Dauer die Knochen brüchig und kann die Entstehung von Osteoporose begünstigen. Viele Experten sehen inzwischen einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Entstehung von Osteoporose und dem Milchkonsum, der besonders in westeuropäischen und nordamerikanischen Ländern zu beobachten ist.

Milch: Ideale Babynahrung – von der Mutter für's Kind

Die Natur hat es so eingerichtet, dass jedes Säugetier – ob Kalb, Kitz oder Fohlen – Milch in idealer Zusammensetzung erhält. Bei Walen enthält die Milch zum Beispiel viel Fett – ideal für eine kalte Seewelt. Ein Kalb, das sein Gewicht schon wenige Tage nach der Geburt verdoppelt, braucht entsprechend viel Kuhmilch. Doch Milch ist bei allen Säugetieren Babynahrung: Sie dient allein der Versorgung des neugeborenen Nachwuchses. Nach der Entwöhnung versiegt der Milchfluss der Mutter und das Junge kann die ihm von der Natur vorgesehene Nahrung selbst verwerten und ist von nun an nicht mehr auf seine Mutter angewiesen.

Gleichzeitig mit der Entwöhnung fährt der Körper die Produktion des Enzyms Lactase herunter, das der Verwertung des Milchzuckers gedient hat. Auch Menschen verlieren natürlicherweise die Fähigkeit, Milchzucker zu verwerten. Etwa 75% der Weltbevölkerung haben eine – völlig normale - Laktoseintoleranz. Allein in Ländern mit hohem Milchkonsum tritt vermehrt eine genetische Mutation auf, die bewirkt, dass auch der Körper eines Erwachsenen noch Lactase produziert. Viele Menschen haben eine Laktoseintoleranz ohne sich darüber bewusst zu sein. Das äußert sich zum Beispiel durch Blähungen und Bauchschmerzen nach dem Verzehr von Milchprodukten.

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Bitte beachten Sie: die hier veröffentlichten Informationen wurden nach bestem Wissen recherchiert, können eine professionelle ökotrophologische bzw. ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen und sollten nicht als einzige Informationsgrundlage für gesundheitliche Entscheidungen genutzt werden. Alle Angaben ohne Gewähr! Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss.
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