Lifestyle

Müssen Veganer immer konsequent sein?

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Eine Frau macht einen SmoothieVeganismus erfordert nicht viel Konsequent - Routinen genügen oft schon.
Bild: Fotolia.com


Viele Veganer kennen Situationen, in denen Mitmenschen ihr Erstaunen und ihre Bewunderung aussprechen, für diese angebliche "Konsequenz". "So schwer ist es eigentlich gar nicht", erwidern viele wahrheitsgemäß - nur um dann an die vielen Fälle zu denken, in denen auch ihnen ein Ausrutscher unterlaufen ist.

Zumindest in der Diskussion rund um Veganismus scheint der Fokus in Deutschland stark auf der vermeintlichen "Durchhaltekraft" zu liegen. Vegan ist für viele Menschen offenbar eine Art Sieg gegen die eigene Triebhaftigkeit. Die Dominanz gegenüber dem inneren Schweinehund. Oder anders gesagt: Viele Menschen fühlen sich von den Gründen zwar angesprochen, fürchten aber ihr eigenes "Versagen".
Um nicht zu scheitern, versuchen sie es gar nicht erst, vegan zu leben.

Dabei sind die hohen Erwartungen an sich selbst beim Vegan-Umstieg völlig unnötig. Und die Furcht, von Anderen womöglich ausgelacht zu werden, weil man es nicht "geschafft" hat, müsste gar nicht sein. Vegane Ernährung ist kein Wettbewerb. Es geht nicht darum, der Beste zu sein oder Veganismus zum Lebensinhalt zu machen. Man kann sich auch als Veganer weiterhin für Stricken, Computerspiele oder Drachenflug interessieren.

Aber: Eine vegane Lebensweise ist eine tolle Grundlage für ein gesundes, nachhaltiges, faires und liebevolles Leben. Und der Weg dahin ist leichter als gedacht.

Routine statt Perfektionismus.

Aus der Psychologie ist längst bekannt, dass Lifestyle-Änderungen keinen besonders starken Willen voraussetzen - sondern vor allem Regelmäßigkeit und Routine. Wenn wir etwa 4-6 Wochen konsequent sind und uns mit einer Thematik beschäftigen, entwickeln wir neue Gewohnheiten - und zwar ohne uns anzustrengen und ohne übertriebenen Perfektionismus.

Konsequenz bedeutet nicht Anstrengung. Es ist fast schon ein Klassiker, wenn Veganer im Forum oder auch im echten Leben davon berichten, dass sie durch ihren Vegan-Umstieg eigentlich erst die Lust und Freude am Essen entdeckt haben. Ein echter Gewinn für Jeden, der entdeckt, wie köstlich Essen sein kann. Und ein Effekt, der wirklich nicht selten vorkommt (wir betreiben einen veganen Onlinekurs, mit dem wir Vegan-Umsteiger begleiten).

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Der Umstieg erfordert Konsequenz eigentlich nur in der Hinsicht, dass man sich auf die Attacken des inneren Schweinehundes, durch gezielte Einkäufe und Vorkochen vorbereitet und ganz elegant den typischen Fallen ausweicht. Denn ohne Zweifel ist auch der innere Schweinehund definitiv offen für Neues, braucht aber etwas Zeit. Und die gönnen wir ihm, indem wir uns kulinarisch verwöhnen.

Auch im sozialen Umfeld ist es gar nicht so wichtig, wirklich 100% vegan zu leben. Heutzutage können wir nicht unsere komplette Ernährung kontrollieren - es genügt schon, wenn wir die Dinge tun, über die wir bewusst entscheiden. Und das können wir gewiss.

Niemand braucht sich daher zu schämen oder schlecht zu fühlen, wenn er nicht 100% konsequent vegan lebt. Weil vielleicht Milchpulver im Fertiggemüse war, oder weil man das Stück Kuchen von Oma nicht ablehnen wollte.

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Viel ermutigender ist hingegen der Fokus auf die Vorteile dieser neuen Lebensweise. Zweifelsohne verbraucht ein Veganer nur einen Bruchteil der natürlichen Ressourcen von dem, was ein durchschnittlicher Deutscher verbraucht. Ohne Zweifel hören Veganer auf, eine leider allzu brutale Tier-Industrie durch ihren Einkauf zu finanzieren. Und ganz sicher tun Menschen, die sich fundiert vegan ernähren, sehr viel, um lange gesund, fit und aktiv zu bleiben.

Bleibt abschließend nur zu sagen: Nur Mut. Ein Ausrutscher zwischendurch ist keine große Sache. Denn vegane Ernährung wirkt auf die Dauer. Wer nach 20, 30 Jahren zurück blickt, wird über die kleinen "Versehen" nur schmunzeln können - und sich freuen, am Flächenbrand auf der Erde und an der Verwüstung der eigenen Gesundheit unbeteiligt gewesen zu sein. So gut es eben ging.

Autor:
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