Nitrat aus Gülle: Ist Trinkwasser gesundheitsschädlich?

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In der Nutztierhaltung werden weltweit Unmengen an Futtermitteln eingesetzt. Ein Großteil des Futters wird nicht etwa zu Fleisch, Milch oder Eiern, sondern zu Gülle. Diese Gülle wird in Deutschland normalerweise auf landwirtschaftlichen Flächen entsorgt und versickert dort. Die europäische Düngeverordnung lässt das zu.

Bei der Ausbringung der Gülle gelangen Bestandteile auch in das Grundwasser, darunter Stickstoff, Nitrat, Phosphor und Ammonium. All diese Substanzen gelangen ins Grundwasser und sind in großen Mengen ökologisch sehr bedenklich. In diesem Artikel widmen wir uns jedoch dem Nitrat, das aus der Gülle im Grundwasser landet.

Nitrat ist an sich keine große Gesundheitsgefahr - allerdings bilden Bakterien in unserem Verdauungssystem damit sogenannte Nitrosamine, die ihrerseits im Verdacht stehen, Krebs zu begünstigen.

Nitrat im Trinkwasser birgt latentes Krebsrisiko

Da jeder Mensch täglich mehrere Liter Trinkwasser zu sich nehmen sollte, entsteht eine Dauerbelastung, die über die Jahre hinweg tatsächlich gesundheitsschädlich sein kann.


Eine weitere Gesundheits-Katastrophe bahnt sich an. Doch ein Ende des Problems ist nicht in Sicht!

Der Nitratgehalt im Grundwasser hat in einigen Gegenden von Deutschland dramatische Werte angenommen. Umweltexperten warnen seit Jahren vor den Folgen für Umwelt und Gesundheit - bislang erfolglos. Auch die ohnehin als lax kritisierten EU-Grenzwerte werden regelmäßig überschritten. Aus dem Grund hat die "Deutsche Umwelthilfe" im Jahr 2018 die Bundesregierung verklagt [1] [2].

Allein: Die Gülle-Problematik ist mit den Methoden der industriellen Landwirtschaft untrennbar verbunden.

Gülle-Problematik lässt sich nur durch andere Landwirtschaft lösen.

Deutsche Landwirte verbrauchen deutlich mehr Futtermittel, als sie selbst anbauen könnten. In Deutschland gibt es einfach nicht die nötigen Ackerflächen. Aus dem Grund werden Futtermittel importiert. Meist aus Südamerika, häufig auch aus den USA oder China.

Gülle wird oft einfach auf Äckern und Feldern versprüht.Gesundheitsgefahr: Nitrat aus Gülle.
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Deutsche Nutztiere wie Hühner, Schweine und auch Rinder werden also mit importierten Futtermitteln gefüttert - und wandeln den größten Teil davon zu Gülle um. Inklusive der enthaltenen Nähr- und Stickstoffe. Massentierhalter würden in der Gülle ertrinken, wenn sie diese nicht auf den Feldern kostenlos entsorgen könnten.


Anders als oft behauptet, ist die Ausbringung von Gülle aus Massentierhaltung auf den Wiesen keine "Düngung", sondern schlicht eine Entsorgung. Genau aus dem Grund wird Gülle bevorzugt vor Regengüssen aufgebracht. Die Landwirte wollen nämlich, dass die Gülle möglichst schnell versickert - und sie das Problem los sind. (In der Bio-Landwirtschaft ist das Problem mitunter nicht ganz so drängend, da eine Flächenbindung besteht. [3])

Die Kosten der Trinkwasser-Aufbereitung tragen die Steuerzahler.

Kläranlagen, die das Grundwasser zu Trinkwasser aufbereiten, sind mit dem Problem überfordert. Aktuell wird besonders stark belastetes Grundwasser mit weniger stark belastetem Wasser "gestreckt" [4] - eine Lösung ist dies allerdings natürlich nicht. Nicht zuletzt, weil es immer weniger sauberes Wasser für die Verdünnung gibt. Chemische Verfahren, um das Nitrat aus der Gülle aus dem Grundwasser zu entfernen, sind aktuell kaum verbreitet und kostspielig. [5]


Die Kosten für die Aufbereitung des nitratbelasteten Grundwassers werden indes nicht etwa von den Verursachern - den Massentierhaltern - getragen, sondern von den Steuerzahlern. Darunter auch Veganer, deren Lebensweise komplett güllefrei ist. Die "Externalisierung" von Kosten ist ein Grund dafür, warum Tierprodukte in Deutschland so billig verkauft werden.

Wer aus dem Gülle-System aussteigen möchte, kann dies mit einer pflanzenbasierten, veganen Ernährung tun. Denn beim Anbau von veganen Lebensmitteln entsteht gar keine Gülle. Das schont übrigens auch Ressourcen, da keine Anbauflächen für Futtermittel benötigt werden. Lerne jetzt 15 ökologische Argumente für eine vegane Ernährung kennen.

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