Ökologie

Palmöl: Infos und Hintergründe

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Ölpalmen-Plantage
Ölpalmen-Plantage


Palmöl bzw. Palmkernöl ist ein aromatisches, rötliches Öl, das aus dem Fruchtfleisch von Ölpalmen gewonnen wird. Es schmilzt bei einer Temperatur zwischen 30 und 40 Grad Celsius und ist bei Herstellern ein sehr begehrter Zusatzstoff für die Lebensmittelproduktion. Palmöl wird zum größten Teil in Lebensmitteln verarbeitet, nämlich zu etwa 90%, vor allem in Margarine. Nur etwa 5% werden zu Biosprit raffiniert (Quelle: Zeit.de).
Wegen des relativ geringen Anteils an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, gilt Palmöl als gutes Frittier- und Bratöl.

Soziale und Ökologische Auswirkungen von Palmöl

Die Nachfreige nach Palmöl steigt stark und die Anbaufläche für die Palmöl-Produktion wurde in den letzten 20 Jahren in den Haupt-Anbauländern Malaysia und Indonesien fast verzehnfacht. Medienberichte und Kampagnen von Umweltschützern zeigten wiederholt und eindringlich, wie wenig Rücksicht dabei auf die Bedürfnisse der regionalen Bevölkerung und auf ökologische Belange Rücksicht genommen wird: Lokale Völker wurden vertrieben, Urwälder gerodet, ökologisch wichtige Torfböden zerstört und Monokulturen angepflanzt, soweit das Auge reicht. Zwischen 1990 und 2005 wurden allein in Indonesien neue Ölpalmen-Plantagen auf über 3 Millionen Hektar angelegt - für die Hälfte davon wurden Wälder abgeholzt (Quelle: Wikipedia).

Der vom WWF initiierte Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO, etwa "Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl") sollte dazu beitragen, den Anbau von Ölpalmen nachhaltiger zu machen - allerdings kritisieren Umweltschutzorganisationen, dass der Anbau von Palmöl-Plantagen niemals ökologisch sein könne und der RSPO vielmehr dem "Greenwashing" (Verbesserung des ökologischen Images von Unternehmen) diene. So habe etwa der größte Palmöl-Hersteller ein Zertifikat des RSPO erhalten, obwohl er weiterhin die Rechte der lokalen Bevölkerung missachte (u. A. sollen Einwohner mit Waffengewalt vertrieben worden sein) und weiterhin Wälder rode.

Oft bleibt dem Verbraucher keine Wahl, denn nicht überall, wo Palmöl drinsteckt, steht auch "Palmöl" drauf. Viele Hersteller bezeichnen das Öl lieber als "Pflanzliches Öl" oder "Pflanzliches Fett" - der Kunde erkennt in solchen Fällen nicht, ob Palmöl im Produkt enthalten ist. Oft hilft nur eine Produktanfrage beim Hersteller.

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3,8/5 Sterne (15 Bew.)

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Thema: Lebensmittel-Warenkunde

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Kommentare

#1: EtnaW
13.06.2014, 18:41 Uhr
Das stimmt, dass leider RSPO lokale Bevölkerungen missachtet: ihre Kriterien sind für die Bauern sehr teuer einzuhalten! Eine andere Kennzeichnung sollte also erarbeitet werden.
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