Prof. Volker Quaschning: Vegane Ernährung am besten fürs Klima

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Prof. Dr. Volker Quaschning von der HTW Berlin fordert eine ErnährungswendeProf. Dr. Volker Quaschning von der HTW Berlin fordert eine Ernährungswende
Bild: K/Vegpool


Prof. Dr. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin ist einer der bekanntesten Klimaexperten in Deutschland. Während viele Politiker stets von technischen Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise reden, machte Quaschning im Interview mit Vegpool deutlich, dass es in der Landwirtschaft solche Lösungen praktisch nicht gibt.

Man könne durch Technik - z. B. mit Enzymen - allenfalls minimalen Einfluss darauf nehmen, "dass die Kühe weniger Methan rülpsen", eine echte Lösung sei das aber nicht. Daher müssten wir als Gesellschaft "weg von der stark intensiven Landwirtschaft". Fleisch auf den "Sonntagsbraten" zu reduzieren sei wohl ein gangbarer Weg für viele Menschen. Eine vegane Ernährung sei aber in der Hinsicht das Beste fürs Klima.

"Am besten ist es natürlich dann, komplett vegan zu leben. Das würde fürs Klima am besten sein". Prof. Dr. Volker Quaschning, HTW Berlin

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Prof. Quaschning unterstützt mit seinem Fachwissen auch die "Scientists for Future" ("Wissenschaftler für die Zukunft"), die sich international für eine wirksame Klimapolitik stark machen. Auch bei der hochkarätig besetzten Bundespressekonferenz der "Scientists for Future" am 12. März 2019 hatte sich Prof. Quaschning explizit für eine Ernährungswende ausgesprochen.

Warum die industrielle Tierhaltung dem Klima schadet

Die industrielle Tierhaltung weltweit hat starke Einflüsse auf die Klimakrise. Während in der Diskussion rund ums Klima meist die Rede von CO2 sei, würde in der Tierproduktion vor allem die Klimagase Methan- und Lachgas freigesetzt. Methangas ist etwa 23x so klimaschädlich wie CO2 - Lachgas sogar mehr als 300x!


Der Einfluss auf das Klima beginnt bereits beim Anbau der Futtermittel, sagte uns Prof. Quaschning im Interview. Urwälder wie der brasilianische Regenwald würden auch für die Gewinnung von Anbauflächen für Futtermittel gerodet. Bereits die Zerstörung der sogenannten CO2-Senken sei fürs Klima fatal, denn hier würde gespeichertes CO2 in die Atmosphäre abgegeben.

Beim Anbau von Futtermitteln würden Düngemittel zur Entstehung von Lachgas führen. Und auch die Diesel-Traktoren, die über die Äcker pflügen, stoßen Klimagase aus.

Rohstoffe werden zu Gülle umgewandelt

Am Ende landen Soja und Co im Futtertrog - und werden von Tieren überwiegend zu Gülle umgewandelt. Nur ein Bruchteil der investierten Energie wird so tatsächlich genutzt. Eine riesige Verschwendung von Anbauflächen und Rohstoffen, über die wir auf Vegpool schon häufig berichtet hatten.

"Die intensive Landwirtschaft muss zurückgefahren werden", fordert Prof. Quaschning daher. Eine vegane Ernährung sei die klimafreundlichste Ernährung.


Eine vegane Ernährung ist deshalb klimafreundlicher, weil sie komplett auf den Anbau von Futtermitteln verzichtet. Anbauflächen können direkt für die Produktion von Lebensmitteln genutzt werden, was den Bedarf an Flächen deutlich reduziert. Auch ein Großteil der Klimagase lässt sich auf dem Weg einsparen.

Eine Studie aus Oxford hat gezeigt, dass jeder Veganer mit seiner Ernährung bis zu 2 Tonnen CO2 (und äquivalente Klimagase) im Jahr einsparen kann, im Vergleich mit einer Ernährung, die Tierprodukte einschließt. [1].

Prof. Quaschnings persönliche Ernährungswende

Natürlich wollten wir von Vegpool wissen, ob Prof. Quaschning eigentlich auch selbst schon eine persönliche Ernährungswende gestartet habe.

Prof. Quaschning antwortete, er lebe bereits seit 30 Jahren vegetarisch - und seit einem Jahr vegan. Man könne nicht bloß Forderungen aufstellen, sondern solle auch selbst danach handeln.


Der Anstoß für die pflanzliche Ernährungs-Umstellung sei übrigens von seiner Tochter gekommen. Und: Auch in Wissenschafts-Kreisen sei eine vegane Ernährung eindeutig im Vormarsch. Blöde Kommentare höre man eigentlich kaum - allenfalls Entschuldigungen.

Weiterlesen: Im Verlauf des Interviews mit Vegpool sprach Herr Prof. Quaschning auch über den hohen Wasserverbrauch für ein Kilo Rindfleisch.

Prof. Dr. Volker Quaschning betreibt eine eigene Website sowie einen sehenswerten Youtube-Kanal. Als Einzelkläger unterstützt er außerdem die "Klimaklage".

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