Rezension

Veganer Roman: "Tofu trifft Bratwurst"


Die vegane Lebensweise spielt nicht nur in der Gastronomie eine wachsende Rolle. Immer wieder erreichen uns Romane, in denen es um die vegane Lebensweise geht. So auch der Roman "Tofu trifft Bratwurst" von Alina Alberti und Arne Aureli. Hier unsere Rezension.

In "Tofu trifft Bratwurst" geht es um eine arbeitslose, vegane Köchin und den Betreiber eines gehobenen Wurst-Restaurants, die sich auf einer Kreuzfahrt kennen und lieben lernen.
Alles beginnt damit, dass die Protagonistin Vivian auf dem Kreuzfahrtschiff einen riesigen Streit mit ihrem derzeitigen Freund vom Zaun bricht. Der nämlich möchte gerne die fleischhaltigen Buffets in aller Ruhe genießen, während sie ihn davon abhalten möchte. Dazu hat es offenbar Vereinbarungen gegeben. Jedenfalls endet die Beziehung zu ihrem Freund jäh - und kurze Zeit später fliegt Vivi ihrem zukünftigen Lover in die Arme. Der nämlich fängt sie just in dem Moment auf, als sie auf dem Laufband im Fitnessstudio stürzt.

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Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, dass ihr Verehrer Luis ebenfalls ein Freund fleischhaltiger Speisen ist - und zudem Besitzer eines gutbürgerlichen Restaurants, in dem überwiegend Würste aller Art serviert werden. Anfangs verbirgt Vivian ihre vegane Lebensweise noch hinter Magenproblemen - doch letztendlich kommt sowieso alles heraus und sie muss sich den Vorurteilen von Luis stellen. Ob sich daraus privat und beruflich etwas ergibt? Durchaus!
Aber einfach wird es wahrlich nicht!

"Tofu trifft Bratwurst" ist ein netter Roman mit einer pfiffigen Idee - verspielt aber auch viel Potential.
Die Story eiert turbulent zwischen wilder, filmreifer Romantik und einer - auch für mich als Veganer schwer nachvollziehbaren - halsstarrigen Protagonistin, dass man es ihrem Liebhaber Luis hoch anrechnen kann, dass er sie nicht bereits nach dem ersten "Coming out" auf Nimmerwiedersehen von der Bettkante gestoßen hat.

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Zugleich werden zwar viele Aspekte der veganen Lebensweise erwähnt, bleiben aber emotional schwer greifbar. Die Freunde gutbürgerlicher Fleischwaren wirken in ihrer unwissenden Harmlosigkeit oft deutlich nachvollziehbarer als Vivi, die mit ihrer stellenweise ziemlich selbstgerechten Weise zumindest beim Autor dieser Rezension nicht allzu viel Sympathie gewinnen konnte. Da mag sie mit ihrer Lebensweise noch so gute Argumente haben.

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"Tofu trifft Bratwurst" ist ein netter, unterhaltsamer Roman - und einer der wenigen, die sich so intensiv mit dem Spannungsfeld zwischen Veganern und Fleischessern beschäftigt. Ein Roman, der vor guten Ideen strotzt - und noch mehr Potential gehabt hätte. Ein deutliches Lektorat mit viel Rotstift hätte der Entwicklung der Charaktere und der Story gut getan.

"Tofu trifft Bratwurst" ist bei "Books on Demand" erschienen und umfasst 292 Seiten. Die Druckversion mit Softcover kostet 9,99 Euro. Auch eine E-Book-Version ist erhältlich.


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Kommentare

Lena-Hamburg
Kommentar #1 08.09.2017, 10:56 Uhr
Ich stosse gerade auf den Kommentar zu meinem aktuellen Lieblingsroman, den ich gerade im Urlaub gelesen habe. Und obwohl ich noch im Urlaub bin, habe ich mich hier sofort angemeldet, um meine Meinung zum Buch zu äußern. Also ich bin Veganerin und für mich ist Vivi genau richtig in ihrer Einstellung - ja sie ist hartnäckig und das ist gut so!!!! Die andere Sicht der Dinge liegt wohl am männlichen Rezensenten als Veganer - "für mich als Veganer".
Ich finde das Buch kurzweilig und spannend bis zum Schluss. Es beschreibt meines Erachtens die Situation genauso, wie sie in diesen Fällen ist.
Ich erlebe es regelmässig live bei meiner Freundin und ihrem Fleisch...., na ja. Ok, so gehen halt die Meinungen auseinander. Was mich aber wirklich stört ist der Hinweis zum Schluss auf den "Rotstift". Erinnert mich allzusehr an einen Oberlehrer.

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