Ab wann darf man sich als "Veganer" bezeichnen?

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Vegan werden – heute leicht wie nieAb wann darf man sich eigentlich als "Veganer" bezeichnen?
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Wir hören die Frage immer wieder: Ab wann darf man sich eigentlich als "Veganer" bezeichnen? Muss man dazu erst jahrelang vegan essen, oder worauf kommt es an? Auch im veganen Forum auf Vegpool - unserer veganen Community - wird immer mal wieder diese Frage gestellt.

Wann darf man sich also als Veganer bezeichnen?


Die meisten Veganer können sich wahrscheinlich daran erinnern, wie gut es sich angefühlt hat, den Schritt zu einer veganen Ernährung gegangen zu sein. Die nötigen Routinen zu entwickeln und die einstigen Vorurteile über Bord zu werfen.

So geht es vielen Vegan-Einsteigern. Und so fragt sich manch einer hoffnungsvoll, ab wann er eigentlich ein "richtiger" Veganer ist. Sozusagen mit offizieller Auszeichnung. Wie eine Art Freischwimmer-Abzeichen.

Für uns ist die Sache eigentlich klar: Veganer sind Menschen, die vegan leben möchten. Wir halten nichts von Spitzfindigkeiten und Haarspaltereien. Denn ob jemand nun komplett fehlerfrei vegan lebt, oder hier und da noch ein paar Anfänger-Fehler macht, spielt letztendlich ohnehin keine große Rolle.

Wer die offensichtlichen Tierprodukte aus dem Speiseplan verbannt - Fleisch, Milch und Eier -, der erreicht bereits 80-90% Veränderung. Allein das hat bereits Anerkennung verdient. Wenn du also dabei bist, dich an eine vegane Ernährung zu gewöhnen, dann bist du ganz offiziell Veganer.


Und wenn du lieber noch ein wenig warten möchtest, dich als Veganer zu "outen", dann warte doch einfach noch ab. Wir sind der Ansicht, dass es gar nicht so wichtig ist, wie man sich bezeichnet. Hauptsache ist doch, dass man nicht mehr teilnimmt an der schonungslosen Ausbeutung von Natur und Tieren. Dass man mit den inneren Werten übereinstimmt - und der stets verdrängten Tierquälerei endgültig eine Absage erteilt.

"Veganer" ist keine geschützte Bezeichnung und daher kann sich jeder Veganer nennen. Die gute Sache ist ja die: Je öfter man vegan lebt, desto größer die Vorteile. Denn auch wenn wir die Klimakatastrophe nicht mehr aufhalten können, so können wir mit einer veganen Ernährung doch dazu beitragen, die Folgen zu begrenzen.


Auch wenn wir als Veganer nicht alle Schlachthöfe schließen können, so können wir doch jene Hersteller fördern, die Alternativen anbieten. Wir müssen nicht in jedem Details konsequent sein, denn im Wesentlichen geht es um die Dinge, die wir im Alltag ohne unnötigen Aufwand gut ändern können. Siehe auch: Vegan leben nach dem Pareto-Prinzip.

Du bist daher herzlich Willkommen im Kreise der Veganer. Und wenn du hier und da noch ein paar Fehler machst, dann nimm es nicht so tragisch. Wir alle lernen immer dazu. Als Veganer gehörst Du zu den Veränderern. Zu den Menschen, die Dinge nicht bloß tun, weil es Alle tun.

So gut sich das Gefühl auch anfühlen mag: Bleib mit den Füßen auf dem Boden. Denn vegane Ernährung wirkt auf Dauer. Mit einem gesunden Pragmatismus vermeidest du, dass du irgendwann die Lust verlierst. Veganer sind keine besseren Menschen - sie handeln bloß vernünftiger. Aus dem Grund lies dir auch diesen Artikel durch: Warum man Veganismus nicht überbewerten sollte.

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