Landwirtschaft

Sind Avocados denn nun eigentlich vegan?

Veröffentlichung:
Salat mit Avocado und BeerenBesonders lecker aus Öko-Anbau: Bunter Salat mit Avocado
Bild: Fotolia.com


Es gibt immer wieder Gerüchte, dass bestimmte Pflanzen nicht vegan seien. Auch bei Avocados wird dies immer wieder einmal behauptet. Doch stimmt das überhaupt? Sind Avocados wirklich nicht vegan?
Hier findest Du die Antwort!

Avocados gehören zu den fetthaltigen Früchten, die auch manch ein Veganer gerne verzehrt. Zum Beispiel als Guacamole mit schön viel Pfeffer und Knoblauch aufs Brot. Da es sich eindeutig um pflanzliche Lebensmittel handelt, müssten Avocados doch wunderbar zu einer veganen Ernährung passen.

Und das ist in der Tat der Fall - Avocados sind vegan.

Das Gerücht, dass Avocados nicht vegan seien, wird trotzdem immer mal wieder verbreitet. Und das sind die Hintergründe:

Anbau von Avocados nicht immer ökologisch nachhaltig

Der Anbau von Avocados kann auf viele unterschiedliche Weisen erfolgen. Avocadobäume können auf privatem Grund vor sich hin wachsen, in kleinen Permakulturen gedeihen - oder eben auch im industriellen Maßstab angepflanzt werden. Industrielle Landwirtschaft geht praktisch immer auf Kosten der Natur - so auch beim Anbau von Avocados.

Der industrielle Anbau ist eine der Haupt-Ursachen für die Zerstörung der Böden und der letzten Regenwälder, sowie für die Belastung der Grundwässer. Auch Veganer sind letztendlich auf Bio- und Supermärkte angewiesen, um ihre pflanzlichen Lebemsmittel einzukaufen. Und selbst das ist immer noch ökologischer, als wenn auch Tierprodukte eingekauft würden. Siehe auch: Vegan leben.

Absurde Medienberichte über unvegane Avocados

Das hält manche Journalisten jedoch offenbar nicht davon ab, solch absurde Schlagzeilen zu formulieren:

  • "Veganer aufgepasst: Avocados sollen gar nicht vegan sein" (Berliner Zeitung)
  • "Avocado: Sorry liebe Veganer, aber die Frucht ist nicht vegan" (Stern)
  • "Schlechte Nachricht für strikte Ökos: Avocados sind nicht vegan" (Bild)

Es sind mehr oder weniger Fake-News. "Whataboutism" in Reinform. Journalistische Nebelkerzen, wenn man so will.

Auf diese Weise werden Vegan-Vorurteile bedient und der Leser in einer selbstgerechten "Veganer leben auch nicht ökologisch"-Position bestärkt. Einer Fehlannahme - denn eine vegane Ernährung ist deutlich ökologischer als die heutige Normalernährung. Auf wenn Avocados verzehrt werden.

Whataboutism mit Avocados

Es ist dasselbe, wie wenn man das versehentliche Zertreten von kleinen Spinnen beim Waldspaziergang mit der systematischen, bewussten und vorsätzlichen Ausnutzung von Tieren gleichsetzt.

Avocados können ökologisch nachhaltig angebaut werden. Sie werden es oft aber nicht. Auch beim Anbau von Avocados werden teilweise Bienen eingesetzt, die für die Befruchtung der Blüten extra heran transportiert werden - weil aufgrund der Pestizide alle Insekten vor Ort längst tot sind.

Aus ähnlichen Gründen gab es vor Jahren auch schon das Gerücht, dass Mandeln nicht vegan seien.

Das sind Anbau-Methoden, die in der industriellen Landwirtschaft oft angewendet werden. Nicht, weil Veganer das wollten, sondern weil es u.a. auch politisch gefördert und aus Steuergeldern subventioniert wird.

Würden alle Menschen vegan leben, könnten etwa 75% der Ackerflächen renaturiert, und Avocados in ökologisch nachhaltiger Permakultur angepflanzt werden.

Das Problem ist die industrielle Landwirtschaft

Ebenfalls werden in der Landwirtschaft auch Blut- und Knochenmehl, sowie Gülle verwendet. Die meisten Naturfreunde lehnen solche Methoden ab. Viele Veganer essen daher nicht nur rein pflanzlich, sondern bevorzugen auch Bio-Lebensmittel, die zwar auch nicht perfekt, aber immerhin deutlich nachhaltiger angebaut werden.

Vegane Ernährung bedeutet, so vegan zu leben, wie es im Alltag ohne Probleme möglich ist. Eine 100% hygienisch vegane Lebensweise ist nicht möglich. Den meisten Veganern geht es auch nicht um Rechthaberei und Ego, sondern darum, vermeidbares Leid zu vermeiden.

Die Tierquälerei in Züchtereien, Tiermastanlagen, Schlachthöfen und Tiertransportern findet geplant, im industriellen Maßstab und aus egoistischen Motiven statt. Und die Menschen - inklusive der Presse - schauen weg. Weil das Thema unangenehm ist - und sie potentiell selbst betrifft.

Dabei wäre es die Aufgabe der Presse, denn Top-Wissenschaftler warnen seit Jahren davor, dass sich die Menschheit mit ihrem Verhalten über kurz oder lang selbst ausrotten wird. Und da geht es nicht um Avocado-Anbau, sondern vor allem um die Auswirkungen der Tierproduktion.

Autor:
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