Gibt es Sojamilch auch in Glasflaschen?

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Sojamilch: Sind Glasflaschen eine gute Alternative?Sojamilch: Sind Glasflaschen eine gute Alternative?
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Gibt es Sojamilch in Glasflaschen? Und falls ja: Wo kann man diese kaufen? Die Frage nach in Glasflaschen abgefüllter Sojamilch wird uns immer wieder gestellt. Aus dem Grund haben wir ein wenig recherchiert und Anfragen an verschiedene Sojamilch-Hersteller verschickt.

Doch warum überlegen Leser überhaupt, Sojamilch in Glasflaschen zu kaufen? Was sind die Hintergründe?

Sojamilch in Glasflaschen - ökologischer?

Üblicherweise wird Sojamilch in Getränkekartons verkauft. Diese werden zwar als sehr umweltfreundlich beworben, allerdings enthalten sie auch Bestandteile, die schwer recycelt werden können. Dazu kommt, dass das viel beworbene Recycling in der Regel nur ein "Downcycling" ist. Aus Getränkekartons werden also nicht erneut Getränkekartons, sondern z. B. Parkbänke oder Mülltonnen.

Bis heute findet ist echtes Recycling eine Ausnahme. Ein Großteil aller Verpackungen ist hochproblematischer Müll, der im schlimmsten Fall in der Natur landet und dort über die Jahrzehnte zu Mikroplastik zerfällt. Auch Getränkekartons spielen dabei eine Rolle!


Abfallvermeidung ist daher der wichtigste Schritt gegen diese Form des Ressourcen-Missbrauchs. Und deshalb suchen Verbraucher und Hersteller nach Alternativen - und nach Sojamilch in Glasflaschen.

Doch auch gesundheitliche Bedenken spielen eine Rolle beim Wunsch, Sojamilch lieber aus der Glasflasche zu genießen.

Glasflaschen als gesunde Alternative?

Getränkekartons stehen - wie viele andere Verpackungen - im Verdacht, unerwünschte Stoffe abzugeben. In Tests haben Prüflabore Schadstoffe aus Getränkekartons in Lebensmitteln nachweisen können. Diese Schadstoffe können zum Beispiel aus Klebstoffen oder Druckfarben stammen. Betroffen waren auch Verpackungen von Tetra Pak, dem Hersteller, dessen Name oft als Synonym für Getränkekartons verwendet wird.

Glas hingegen ist ein Material, das sich relativ gut wiederverwenden lässt. Und zwar ohne größere Qualitätseinbußen. Glas hat zudem gesundheitliche Vorteile, da es keine Schadstoffe an Lebensmittel abgibt. Die beste Möglichkeit besteht darin, Glasflaschen nach der Verwendung einfach gut zu spülen und als Mehrwegflaschen erneut zu nutzen.


Nachteilig ist natürlich, dass Glas relativ schwer und zerbrechlich ist. Der Transport von Glas-Verpackungen ist daher aufwendiger und teurer. Bei der Einschmelzung von Glas werden zudem große Mengen Energie und Wasser benötigt, die - bei nicht nachhaltiger Energie-Gewinnung - ebenfalls eine wichtige Rolle für die Öko-Bilanz spielen. In einem Pfandsystem können Glasbehälter aber viele Male wiederverwendet werden. Im Mehrweg-System ist Glas also deutlich ökologischer als in der Wegwerf-Version.

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Die Lichtdurchlässigkeit von Glas ist zugleich Vorteil wie Nachteil. Sie lässt zwar die für die Qualität eher unerwünschte Sonnenstrahlung durch, ermöglicht aber auch, den Zustand des Inhalts zu beurteilen. Für manch eine Studenten-WG wohl nicht ganz unwichtig. Eine solche Vorab-Kontrolle ist bei den undurchsichtigen Getränkekartons kaum möglich.


Unterm Strich gibt es also durchaus gute Argumente für Sojamilch in der Glasflasche.

Bisher keine Sojamilch in Glasflaschen

Auf unserer Recherche nach Sojamilch in Glasflaschen sind wir in Deutschland aber bislang nicht fündig geworden. Allerdings haben uns mehrere Hersteller mitgeteilt, Glas zumindest als Verpackungs-Option im Hinterkopf zu behalten. Es erscheint uns aber nicht als wahrscheinlich, dass Sojamilch auch in den nächsten Jahren in Glasflaschen erhältlich sein wird.

Gründe gegen Glasverpackungen, die uns genannt wurden, sind zum Beispiel:

  • Glasflaschen sind schwerer als Getränkekartons und zugleich weniger robust.
  • Verbraucher sind es gewohnt, haltbare, ungekühlte Sojamilch in Getränkekartons zu kaufen. Dagegen müssten sich (ggf. sogar teurere) Glasflaschen erst einmal durchsetzen.
  • Die Energiebilanz von Einweg-Glasverpackungen ist nicht besonders gut.

Doch während Befürworter und Gegner über Glas und Plastikkartons diskutieren, könnte sich zuletzt vielleicht eine ganz andere Lösung durchsetzen:

Konzept zur Abfall-Vermeidung

Sojamilch besteht in erster Linie aus Wasser und nur zu einem kleinen Teil aus Soja. Als Pulver oder Konzentrat könnte Sojamilch daher direkt zu Hause mit Leitungswasser verdünnt werden. Was uns der Hersteller "Hofgut Storzeln" da vorgeschlagen hat, klingt nach einer wirksamen Art der Abfall-Verringerung. Wir sind gespannt, welcher Hersteller zuerst ein solches Produkt auf den Markt bringt... und ob dieses dann in Plastik, Karton oder Glas zu haben sein wird.


Übrigens: Hast Du Dich mal gefragt, warum Sojamilch eigentlich so teuer ist? Wir haben auch dazu einmal genauer nachgeforscht.

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