Rezension: Buch "SOKO Tierschutz" von Friedrich Mülln

Das Buch "SOKO Tierschutz" von Friedrich Mülln.
Das Buch "SOKO Tierschutz" von Friedrich Mülln. Bild: K/Vegpool

Wenn deutsche Fernsehsender über Skandale im Bereich der Tierhaltung berichten, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Friedrich Mülln an der Aufdeckung beteiligt gewesen.

Mülln ist der wohl bekannteste Undercover-Ermittler im Bereich der Massentierhaltung. Zusammen mit seinem Verein, SOKO Tierschutz e. V., nimmt er Tierquäler aufs Korn - und bringt Missstände ans Tageslicht.


In seinem Buch "SOKO Tierschutz - Wie ich undercover gegen den Wahnsinn der Massentierhaltung kämpfe" schildert er einzelne Stationen seiner Arbeit. Wie mir das Buch gefallen hat, erfahrt ihr in der Rezension.


Friedrich Mülln ist einer, der Grausamkeiten in der Tierhaltung aufdeckt. Seit mehr als 20 Jahren dringt er in Ställe ein, hält die Kamera drauf, wenn Tiere leiden. Damit die Öffentlichkeit davon erfährt und die Behörden einschreiten können. Auch, um einen Systemwandel herbeizuführen.


Ob Lebendrupf für Daunen, Tierversuche mit Affen oder sterbende "Downer"-Kühe in der Milchproduktion: Mülln hat alles schon gesehen. Alleine oder mit einem Team tourt er durch die Welt und macht das sichtbar, was die Tierhalter bewusst hinter Mauern und Stacheldraht verbergen.

Im neuen Buch "SOKO Tierschutz" berichtet Mülln von seinen Kampagnen, seinen Erfahrungen und auch von seinen Misserfolgen. Er berichtet von grausamen Entdeckungen in Betrieben, wie man sie als Verbraucher in Deutschland nie für möglich halten würde. Von der Einsatzbereitschaft der Polizei, dem Zögern der zuständigen Behörden und den Einstellungen von Verfahren, aus offensichtlich politischen Motiven.


Er berichtet von seinem ersten "Erfolg" als Undercover-Ermittler im Tierversuchslabor Covance. Von Mästern, die gesunden und kranken Tieren Antibiotika verabreichen, als wären es Leckereien. Von Bio-Tierhaltungen, die eine heile Welt vorgaukeln, wo in Wahrheit blanker Tierqual-Wahnsinn herrscht. Wo mitunter mehr Tiere sterben als in konventionellen Betrieben.

"SOKO Tierschutz" erfordert einerseits harte Nerven, andererseits kommt es - zum Glück - ohne Bilder aus. Es fällt somit leichter, das Leid der Tiere zu abstrahieren und stattdessen mehr über Zusammenhänge und Hintergründe zu erfahren.


Und wenn Mülln am Ende zu dem Fazit kommt, dass eine vegane Ernährung der wichtigste Schritt gegen Grausamkeit sei, dann zeigt das Buch wieder einmal, dass es bei veganer Ernährung um viel mehr geht als bloß einen Mode-Trend. Boykott von Tierquälerei ist schließlich resistent gegen den Lobbyismus der Tierindustrie.


Sicher kein leichtes Thema, aber fesselnd geschrieben. Und daher auch ein Tipp in unserer Top-Liste der besten veganen Sachbücher.

"SOKO Tierschutz" von Friedrich Mülln ist 2021 im Droemer Verlag erschienen. Das Softcover kostet in Deutschland 18 Euro, in Österreich 18,50 Euro.

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Autor: Kilian Dreißig

4,8/5 Sterne (17 Bew.)

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Schlagworte: Rezension Buch Sachbücher Tierschutz


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