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Kommentar

Stoppt das (dämliche) Hildmann-Bashing!


Attila Hildmann ist der wohl bekannteste Veganer in Deutschland. Mit über einer Millionen verkauften Kochbüchern, dutzenden Auftritten im Fernsehen und einer ansehnlichen Produktlinie ist der junge Unternehmer in der Tat kaum zu übersehen, wenn es um vegane Lebensweise geht.

Hildmann präsentiert sich auf eine Weise, die nur schwer in das Klischee-Raster vom mäkeligen Öko-Veganer passt: Er fährt Porsche, posiert gerne mit Waffen und provoziert, wo er nur kann. Und damit ist Hildmann höchst erfolgreich. Medien zerreißen sich den Mund nur allzu gerne über ihn, stehts mit der Gewissheit, damit einen regelrechten Shitstorm auszulösen.

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Schon oft wurde das Scheitern Hildmanns vorhergesagt. Schon oft war für die Medien die Grenze des Erträglichen erreicht. Und doch vergeht kaum ein Tag, an dem nicht mit großen Schlagzeilen über Hildmann berichtet wird. Über einen neuen Hildmann-Aufreger.

Bezeichnender Weise verdankt Hildmann seinen Ruhm zu großen Teilen seinen hasserfüllten Online-Kritikern.

Unter dem Vorwand der Aufklärung nutzen zahlreiche vegane Online-Aktivisten jede Möglichkeit, um in den sozialen Netzwerken gegen Attila Hildmann zu hetzen. Hildmann gilt längst als Nazi, Sexist, Umweltzerstörer und natürlich Kapitalist. Inhaltlich kann man über viele seiner Aktionen durchaus den Kopf schütteln. Doch tatsächliche Kritikpunkte dienen höchstens noch formell als Ausrede für die Aufregung. Die Hysterie ist längst zum Selbstzweck geworden!

Die Hysterie ist längst zum Selbstzweck geworden.

Den meisten Online-Aktivisten geht es um Selbstinszenierung, um die Befriedigung narzisstischer Bedürfnisse durch Anerkennung, Likes und Kommentare aus der eigenen Peer-Group. Es ist schlicht und ergreifend mentale Selbstbefriedigung. Wäre die nicht so verlockend, hätten Online-Aktivisten längst erkannt, dass sie es selbst sind, die zu der ganzen Aufregung um Hildmann beitragen - und ihn erst so richtig erfolgreich machen.

Ein guter Shitstorm bringt ordentlich Reichweite!
Was missfällt, wird von Online-Aktivisten besonders gern geteilt.
Bild: Fotolia.com

Während Online-Aktivisten wie die Zombies den neuesten "Müll" über den "Idioten" teilen, gerne mit dem Hinweis, "es schon immer gewusst" zu haben, lenken sie das öffentliche Interesse erst auf Hildmann - und machen das Hildmann-Thema für Medien somit schön interessant. Attila Hildmann wäre dumm, würde er die Aufregung nicht nutzen. Und da er echten - oder wenigstens strategischen - Rückhalt aus der Online-Szene offenbar nicht erwarten kann, nutzt er die Aufmerksamkeit eben für die finanzielle Vermarktung seiner Marke - und bringt auch dadurch das "Vegan"-Thema immer wieder in die Medien. Man kann es ihm kaum ankreiden!

Wer wirklich erreichen wollte, dass Attila Hildmann aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwindet, der würde ihn einfach ignorieren - und stattdessen eigene Themen platzieren. Die Auswahl ist wahrlich nicht gering!

Warum nicht einfach mal in allen deutschen Großstädten auf die Straße gehen und protestieren, dass die deutsche Agrar-Industrie mit über 50 Milliarden Euro im Jahr aus Steuergeldern subventioniert wird? Eine Industrie, die Umwelt zerstört, Tiere quält und unsere Gesundheit ruiniert!

Stattdessen geht die Aufmerksamkeit der Online-Aktivisten zu Attila Hildmann, der mit Waffen posiert, um sein Bio-Erfrischungsgetränk zu promoten.
Ernsthaft, liebe Online-Aktivisten? Ist das Euer Beitrag zu einer besseren Welt?

Wo seid ihr wirklich, wenn die Welt brennt?

Wer außerhalb seines abstrakten Gedanken-Gebildes etwas verändern wollte, der würde seine Theorien an der Realität messen. Nicht an Likes und Comments. Und in dem Punkt kann man von Attila Hildmann durchaus lernen. Zum Beispiel, wie man Themen platziert, wie man öffentliche Reichweite generiert und wie man damit umgeht, dass Rationalität und gute Argumente in der Öffentlichkeit einfach schlecht funktionieren.

Wer außerhalb seines eigenen Gedanken-Gebildes etwas verändern wollte, der würde aufhören, wie ein Irrer "Wut"-Emojis in irrelevanten Facebook-Gruppen zu posten und Schwachsinn zu teilen, mit dem dämlichen Gefühl, zumindest theoretisch recht gehabt zu haben, wenn die Welt vor die Hunde geht.

Man kann Attila Hildmann viel Schlechtes nachsagen - zugleich ist er einer der wenigen Menschen, die die Welt nicht bloß kommentieren.

Was halten Sie von Attila Hildmann?
Toller Typ
Echt unsympathisch
Ist mir völlig egal

Wahrscheinlich ist das den meisten Online-Aktivisten aber inzwischen längst egal. Denn die Effekte sind schon bei rudimentärer Selbstreflektion nur schwer zu übersehen. Ein großer Teil der Medien-Artikel hat die Kritik aus der Online-Szene sogar zum Inhalt. Mit ihrem Verhalten präsentieren sich viele Online-Aktivisten als hasserfüllte, neidische und echt unsympathische Klugscheißer. Klischees, die wunderbar in die emotional gefühlte Debatte über Veganismus passen.

Perfekte Bedingungen für Alle, die von den gesellschaftlich relevanten Vorteilen einer veganen Lebensweise ablenken möchten.

Online-Aktivisten verstärken Vegan-Klischees.

Lange bevor Attila Hildmann in der Öffentlichkeit bekannt wurde, hat er bereits vegane Rezepte veröffentlicht. Kostenlos. Seine Mandarinen-Joghurt-Torte, zum Beispiel, war legendär! Früher einmal hatte er sogar einen veganen Onlineshop betrieben und Produkte fast zum Selbstkostenpreis vertrieben. Er wollte die vegane Lebensweise einfacher machen. Er hat nach funktionierenden Wegen gesucht. Und er hat sie gefunden.

Supporter sehen weniger Werbung.

Schon lange bevor Hildmann einen Porsche fuhr, wurde er bereits aus der Online-Szene kritisiert. Dass er Veganismus "nur" über egoistische Themen wie "Gesundheit" und "Lifestyle" befördern wolle. Sogar dafür, dass er Unterwäsche von Calvin Klein trage. Die Kritik hat Hildmann von Anfang an begleitet. Als wäre Ruhm und Erfolg an sich schon kritikwürdig. Auch der Autor dieser Zeilen muss rückblickend zugeben, selbst dann und wann zu der Kritik beigetragen zu haben (im privaten Rahmen und lange bevor es Vegpool gab). Zum Glück besteht die Möglichkeit, sein Verhalten zu reflektieren - und bei Bedarf zu verändern. Auch wenn das bedeutet, eigene Fehler einzugestehen


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