Film-Rezension

Review: "Unser Boden, unser Erbe" von Marc Uhlig

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Protagonist Achim Heitmann in der Doku "Unser Boden, unser Erbe"Protagonist Achim Heitmann in der Doku "Unser Boden, unser Erbe" Bild: W-Film

Die Menschheit befindet sich in der vielleicht größten Krise aller Zeiten: Der Klimakrise. Zu ihren ersten Opfern gehören Landwirte und damit jene Menschen, die unsere Nahrungsmittel anbauen.

Doch die moderne, globale Landwirtschaft ist auch eine wichtige Ursache für die Klimakatastrophe. Wegen ihrem großen Hunger nach Futtermitteln - und weil sie extrem wertvolle Humus-Schichten zerstört, die ein wichtiger CO2-Speicher sind. Das verschärft die Klimakatastrophe.

Das Problem ist real. "Noch 60 Ernten, dann ist Schluss", so Maria Helena Sameda von der Welternährungsorganisation (FAO) im Jahr 2015 angesichts der zunehmenden Verschlechterung der Böden weltweit. Große Teile der Menschheit werden dann denn Zugang zu Lebensmitteln verlieren. Wenn wir nicht grundlegend unsere Landwirtschaft verändern.

Der Schutz des Klimas und der Böden ist also von elementarer Bedeutung für das Überleben der Menschheit. Und diesem Thema widmet sich die neue Dokumentation "Unser Boden, unser Erbe" von Marc Uhlig der am 1. Oktober 2020 in Berlin seine Kino-Premiere feiert.

Hier unser Review zum Film!

"Zivilisationen wachsen mit der Landwirtschaft - und sie sterben mit ihr." Dieser Satz von Permakultur-Designer Stefan Schwarzer ist vielleicht die zentrale Aussage des neuen Dokumentarfilms.

Wir stünden vor den gleichen Herausforderungen wie die Mesopotamier, Maya und Azteken, so der Agrar-Experte. All diese Kulturen sind bekanntermaßen untergegangen.

Boden gelte als "unsexy", so Köchin Sarah Wiener. Daher nähmen wir ihn kaum wahr.Im Alltag nehmen wir kaum wahr, welche Bedeutung gesunde Böden für unser Überleben haben. Bild: W-Film

Vielleicht liegt unser unachtsamer Umgang mit "Mutter Erde" auch daran, dass "Boden nicht sexy" sei, wie es die Köchin Sarah Wiener in die Kamera sagt. Wir nähmen den Boden einfach nicht wahr. Dabei ist bereits nackter Erdboden ein Krankheitsbild. Gesunde Erde sei immer bedeckt, vermittelt uns die Doku.

Ein Problem dabei: Verbraucher erkennen nicht, ob ihre Lebensmittel aus bodenfreundlicher Landwirtschaft stammt, oder nicht. Bauern, die ihre Böden schützen wollten, würden dafür kaum entlohnt, müssten aber viel mehr Arbeit leisten als ihre konventionellen Kollegen.

"Leistungen, die nicht vergütet werden, werden immer weniger erbracht", beobachtet Demeterbauer Urs Sperling, der in seinem Betrieb auf Kompostwirtschaft setzt. Eine "Solidarische Landwirtschaft", bei der sich Kunden und Bauern zusammentun, könnte eine Lösung sein.

"Unser Boden, unser Erbe" ist ein sehenswerter Film, eine wichtige Dokumentation. Mit sorgfältiger Kameraführung und ruhigen Bildern zeigt uns Marc Uhlig, was wir in Begriff sind zu verlieren. Und was wir tun können.

Ein schöner, sehenswerter Film - und eine Motivation für alle, die sich bereits pflanzlich und möglichst bio ernähren. Denn was schützt die Böden besser als eine Ernährung, die möglichst wenig Anbauflächen benötigt?

Gewinne 2 von 10 Kino-Tickets für "Unser Boden, Unser Erbe".
Das Gewinnspiel ist beendet. Teilnahmeschluss war der 13.10.2020, 23:59 Uhr

Website zum Film.

Vegpool ist Medienpartner der Dokumentation "Unser Boden, unser Erbe".

Autor: Kilian Dreißig
5,0/5 Sterne (13 Bew.)

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