Ökologie

Urwaldzerstörung für Soja, Tofu und Co?


Schon als kleine Kinder haben wir gelernt, dass die Urwälder in rasendem Tempo zerstört werden, für Papier, Rinder und Soja. Regenwälder in der Größe mehrerer Fußballfelder werden in kürzester Zeit gerodet. Kein Wunder also, wenn man ein etwas mulmiges Gefühl hat, beim Verzehr von Tofu, Tempeh oder ähnlichen, veganen Sojaprodukten. Manch einer lehnt Soja sogar komplett ab, aus Sorge, damit die Urwaldabholzung zu fördern. Doch diese Sorge ist unbegründet, denn tatsächlich hat die Urwaldrodung so gut wir gar nichts mit der Herstellung von veganen Lebensmitteln zu tun. Tatsächlich hilft eine vegane Lebensweise sogar, die Regenwälder zu schützen und damit die „Lungen der Erde“ zu erhalten.

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Natürlich bestehen Lebensmittel wie Tofu aus Soja, doch der mit Abstand größte Teil der weltweit angebauten Soja wird nicht für Tofu, sondern für Tierprodukte angebaut. Denn Soja ist sehr reich an Protein und eignet sich daher gut als Futtermittel. Ungefähr 95% aller Soja weltweit werden für die Erzeugung von Futtermitteln angebaut. Natürlich erhalten Rinder, Schweine, Hühner und Co. auch andere, pflanzliche Futtermittel, die zum Teil ebenfalls auf ehemaligen Urwaldflächen angebaut werden.
Etwa 2,5% der Soja werden industriell verwendet, z. B. zur Erzeugung von Ölen. Der Rest – also ungefähr 1-2% der weltweiten Soja-Produktion – wird zu Lebensmitteln verarbeitet, davon ist nur ein Teil vegan.

Tofu – Produkt aus Sojabohnen
Urwaldschützer Tofu
Bild: Craig Dugas (bearb.), CC-BY

Warum Veganismus die Urwälder schützt

Doch warum soll die vegane Lebensweise nun urwaldfreundlicher sein? Schließlich muss doch auch für Tofu Soja angebaut werden!
Das hat folgenden Grund: Ein Tier kann Soja nicht direkt zu Fleisch, Milch oder zu einem anderen Tierprodukt umwandeln. Theoretisch müsste es viele Kilogramm fressen, um 1 Kilo Fleisch anzusetzen. Der Rest wird umgewandelt in Körperwärme und Mist. Daher ist es natürlich viel effektiver, das Soja direkt zu Lebensmitteln zu verarbeiten – ohne den Umweg über den Tiermagen. Und wenn man effizienter mit den Lebensmitteln umgeht, braucht man weniger Anbaufläche.

Bei einer weltweiten, rein pflanzlichen Ernährung bräuchte man überhaupt keine weiteren Anbauflächen und könnte ehemalige Urwald-Flächen sogar renaturieren, also der Umwelt zurück geben. Eine vegane Lebensweise ist also praktizierter Umweltschutz – wenn auch sehr genussvoll.

Und es gibt noch einen weiteren Grund, warum die vegane Ernährung Urwälder schützt: Ein Großteil der weltweit angebauten Soja wird gentechnisch verändert. Das betrifft zum überwiegenden Teil die Soja, die für Futtermittel angebaut wird. Denn Futtermittel müssen auf dem Lebensmittel nicht überall deklariert werden – für die Industrie eine prima Möglichkeit, dem Verbraucher Gentech-Soja aufzutischen. Entsprechend schwierig ist es für Lebensmittelhersteller geworden, gentechnikfreie Soja einzukaufen.

Lebensmittelhersteller – vor allem Bio-Hersteller – schließen daher immer öfter Verträge mit europäischen Bauern, die also nicht in Urwaldnähe, sondern in einem europäischen Land Soja anbauen, zum Beispiel in Österreich. Denn Soja lässt sich durchaus auch in Europa kultivieren.


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