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Ingrid bloggt

Vegan 60+: Meine Lebenssituation


Hallo ihr Lieben, ist wirklich schon wieder eine Woche vergangen! Zeit, ein wenig mehr über mein neues, veganes Leben zu berichten.
Wer den Anfang verpasst hat, der kann ihn hier nachlesen. Eine Übersicht meiner Beiträge findet Ihr hier.
Auch gesundheitlich hatte sich ja viel getan (siehe vorletzter Beitrag) - und es hat sich nichts wieder zum Negativen verändert. Ich arbeite weiter daran, dass ich gesund in die Rente gehe!

Supporter sehen weniger Werbung.

Jetzt lebe ich schon seit elf Jahren auf Teneriffa und ich fühle mich richtig wohl. Es ist ein ganz anderes Leben als in Deutschland. Weniger Perfektionismus, weniger Hektik, mehr Zufriedenheit. Teneriffa ist nicht ohne Grund eine beliebte Urlaubsinsel.

Mein kleines Schloss am Meer

Ich lebe hier in einem typisch spanischen Haus, eigentlich zu groß für mich. Ich habe drei Schlafzimmer, zwei Bäder, Wohnzimmer und Terrasse. Es ist kein besonders vornehmes Haus, aber genau das, was mich glücklich macht. Einfach, aber doch einmalig!
Das Zirpen der Grillen, die Mauersegler im Sommer, das Quaken der Frösche im Frühling... ich liebe alle diese Geräusche. Und den Blick auf den Atlantischen Ozean, bis hin zur Nachbarinsel La Palma... Die fantastischen Sonnenuntergänge!

Blick von meiner Terrasse.
Blick von meiner Terrasse.
Bild: Ingrid

Ich wohne abseits von den touristischen Zentren auf Teneriffa. Meine Nachbarn sind Spanier und ich sage: Ich habe es super getroffen, hier in meinem „Schloss am Meer“.
Zu Fuß gut erreichbar ist ein kleiner Bauernmarkt, geöffnet immer Samstag und Sonntag, mit frischen Sachen von nebenan, sozusagen.

Es war am Anfang eigentlich nur als Übergangslösung gedacht.

Von der Finca weggezogen

Ich habe vorher fast ein Jahr in einem kleinen Studio auf einer Finca gewohnt. Ich und meine damals sechs Katzen. Beim Einzug wurde mir versichert, dass auf den Feldern nicht mit Gift gespritzt wird.
Pustekuchen! Es wurde Gift ohne Ende versprüht, was ich allerdings erst merkte als meine drei alten Katzen krank wurden. Ich kam ja immer sehr spät abends nach Hause und habe die täglichen Aktivitäten auf der Finca gar nicht mitbekommen.

Die einzige Konsequenz war, schnell was Neues suchen.
Im Winter ist das hier sehr schwer. Es ist fast alles touristisch vermietet, an Urlauber, die der Kälte in Mittel- und Nordeuropa entfliehen möchten. Ich hatte großes Glück und fand dieses zu große Haus im Norden von Teneriffa.
Erst mal umziehen, alles andere später!

Schmerzhafte Verluste

Grissy, Otto und Rudi waren nicht zu retten. Sie sind ein halbes Jahr später kurz hintereinander gestorben. Kater Safi erkrankte auch, das Immunsystem war total im Keller, aber der kleine Kerl hat hart gekämpft und hat es geschafft. Damals magerte er bis auf 3 kg ab. Inzwischen hat er ziemliches Übergewicht und wir kämpfen beide um jedes Gramm weniger. Er nicht ganz freiwillig :-)


Bild: Ingrid

So bin ich also umgezogen - und habe mich schnell in mein Haus verliebt.
Ich habe nach drei Seiten freie Sicht aufs Meer und auf die Küstenlandschaft, und wenn ich aus dem Haus gehe, ragt der Teide vor mir auf. Manchmal in Wolken, aber ich weiß, dass er da ist. Ich bin kein übertrieben sprirtueller Mensch, aber ein Vulkan vor der Haustüre, das ist ein sehr beeindruckender Anblick. Ich betrachte ihn immer voller Ehrfurcht.

Eine Folge spannender Zufälle

Manchmal habe ich das Gefühl, das wurde alles irgendwie für mich so arrangiert.
Ohne das freie Schlafzimmer im großen Haus keine Vermietung an Feriengäste. Ohne Feriengäste kein veganer Kilian. Ohne Kilian keine Ernährungsumstellung auf Vegan. Viele Zufälle, die sich zu einem stimmigen Ganzen formiert haben.

Ich lebe inmitten von biologisch bewirtschafteten Feldern, diemal wirklich ohne Chemiekeule. Und wenn Bauer Andres, der die Felder nebenan bewirtschaftet, gute Laune hat, finde ich ein gemüselastiges Geschenkpaket vor meiner Haustüre. Im Moment viele verschieden Sorten Kürbisse, Zucchini, Mais, Kartoffeln.
Und Andres hat oft gute Laune!

Meine Experimentierfreude erwacht!

Nach vielen Recherchen im Internet habe ich auch rausgefunden, welche Kürbissorten da vor meiner Haustüre liegen. Beim Ersten war ich gar nicht sicher, ob ist das Melone oder Kürbis ist. Bauer Andres war nicht zu entdecken und ich war neugierig. Ich habe Bilder an meine Schwester in die USA geschickt, sie hatte auch nicht die geringste Idee was das sein könnte. Also habe ich das „Ding“ aufgeschnitten. Es roch nach Gurke, lecker, frisch, ich habe Suppe daraus gemacht und es hat toll geschmeckt!
So experimentierlustig war ich früher nicht.

Ich bin ganz neugierig geworden
Ich bin ganz neugierig geworden
Bild: Ingrid

Der einzige Wermutstropfen: Meine besten Freunde leben und arbeiten im Süden der Insel, fast zwei Autostunden entfernt. Wir sehen uns weniger als wir eigentlich wollen. Dafür telefonieren wir häufig.

Wie meine Freunde reagierten

Ich muss sagen, dass ich schon ziemlich begeistert vom veganen Leben bin. Und ich muss es daher immer rumerzählen.
Und: Sieh da, zwei meiner Freunde sind auch auf dem besten Wege vegan zu leben. Vielleicht haben sie vor meinen Begeisterungsreden auch einfach resigniert... ;-)

Yasmin ist inzwischen seit 40 Tagen vegan. Ihr Freund zieht nicht immer mit, aber wie das bei Männern so ist: Setz im was zu essen vor... wenn es schmeckt ist es egal, aus was es gekocht wurde. Bitte verzeiht mit Ihr Männer :-). Ich glaube, manchmal wundert er sich selbst, wie gut es ihm doch schmeckt, das „veganische“ Mittag- oder Abendessen.

Auch Paola interessiert sich jetzt für vegane Ernährung

Meine italienische Freundin Paola, der erste Mensch den ich vor 11 Jahren hier auf Teneriffa kennengelernt habe, experimentiert, seitdem ich sie kenne, mit ihrer Ernährung. Mal kein Fett, dann keine Kohlehydrate, dann nur Fisch... Ihr Mann Mario hatte immer wieder richtig schwere Gichtanfälle. Nachdem Paola begonnen hatte, fleischlos zu kochen, ging das zurück. Seit ca. einem halben Jahr ist er anfallsfrei und hat auch einige Medikamente (z. B. Allopurinol) absetzen können.
Ich glaube, inzwischen hat auch sie einen weitgehend veganen Weg eingeschlagen.
Paolas Zwiebel-Papaya-Risotto kann ich nur empfehlen. Zum reinlegen!

Meine Schwester, die in Georgia lebt und sich - wie ich früher - nicht so gesund ernährt, war aber von meinen ersten Vegan-Erzählungen zunächst nicht sehr begeistert.
Mehr erfahrt Ihr nächsten Sonntag! Hier geht's weiter!

Bis dahin, sonnige Grüße aus Teneriffa,
Ingrid


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