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Ingrid bloggt

Vegan 60+: Ist Sport wirklich Mord?


Sport ist anstrengend und man schwitzt so dabei!
Das war lange Zeit das das Einzige, was mir zum Thema Sport durchs Hirn sauste :).
Aber als Veganerin habe ich gemerkt, dass es nie zu spät ist, ein paar gute Entscheidungen zu treffen. Und da ich recht schwer bin, würden mir ein paar Kilos weniger sicher gut tun. Nicht nur gesundheitlich, sondern auch vom Lebensgefühl!
Wie ich überhaupt dazu gekommen bin, vegan zu werden, das erfahrt Ihr hier.

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Aber im Vertrauen: Ich weiß ganz gut, dass Sport betreiben unheimlich befriedigend für die Seele ist. Auch von der Endorphinausschüttung weiß ich und habe noch eine ganz dunkle Erinnerung an frühere, sportlichere Zeiten.

Es gab sportlichere Zeiten

Ich war ja nicht immer so eine bequeme Couchpotato, wie ich es heute bin - oder war. In der Zeit, als ich auf Föhr gearbeitet und gelebt habe, hatte ich ein ganzes Jahr lang kein Auto und bin bei Wind und Wetter die 12 km bis zu meinem Arbeitsplatz am anderen Ende der Insel mit dem Fahrrad gefahren. Und so seltsam es klingt, ich hatte bei der Hintour Gegenwind und bei der Rücktour auch.

Außerdem gab es da noch den "Grabenwind". Das war ein Seitenwind, der mich mehr als einmal ganz plötzlich in den Straßengraben gepustet hat. Gerade noch fest radelnd auf der Strasse, plötzlich stehend im Straßengraben. So schnell konnte ich auf die Böen gar nicht reagieren.

Früher bin ich viel Rad gefahren (das Rad auf dem Foto ist mir leider zu groß)
Früher bin ich viel Rad gefahren (das Rad auf dem Foto ist mir leider zu groß)
Bild: Ingrid

Damals habe ich auch alleine eine zehntägige Radtour von Westerstede nach Föhr gemacht. Das waren 1000 km, immer an der Küste entlang, aber auch mit Abstechern ins Landesinnere. Ein unvergessliches Erlebnis! Ich war schon immer ziemlich pummelig, aber damals fit wie ein Turnschuh.

Auf Sylt dann, vier Jahre habe ich da gewohnt, stand tägliches Schwimmen auf dem Programm. Dort hatten wir ja nicht nur die Wattseite ("Mist, wo ist denn das Wasser schon wieder abgeblieben"), sondern auch die Meeresseite, an der das Schwimmen auch bei Ebbe möglich war. Ab 12 Grad Wassertemperatur habe ich mich mit meinen Freundinnen im Wasser getummelt. Alles reine Gewohnheit. Heute kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen, aber Erkältungen hatte ich da nie.

Bis zu den ersten Eisschollen bin ich barfuß am und im Wasser gelaufen. Ich war auf der Insel auch regelmäßig im Fitnessstudio. Zwischen all den schönen bodygestylten Menschen habe ich trotzdem keine Minderwertigkeitskomplexe bekommen, sondern ich habe einfach mein Programm durchgezogen.

Die Angewohnheiten haben sich eingeschlichen.

Wann also wurde ich zum Couchpotato? Und wann habe ich so viel zugenommen? Es war ein schleichender Prozess, und es gibt keinen Punkt an dem ich sagen kann: Ab jetzt!
Aber was ich weiß: Jetzt ist Schluss mit dem Faulenzerleben! Es ist ja nicht so, dass es mich glücklich gemacht hat, so zu leben, oder dass ich davon überzeugt war. Es hat sich halt eingeschlichen. Und das kann sich wieder ausschleichen!

Ich bin inzwischen eine „Uhu-Frau“ das bedeutet: Gewicht unter Hundert... und ich werde bald die 90 knacken. Mein Spitzengewicht war 115 kg. Da bin ich dann vor drei Jahren irgendwann einmal aufgewacht - und schlagartig wurde mir bewusst, wohin ich steuere.

Meine neuen Sport-Utensilien
Meine neuen Sport-Utensilien
Bild: Ingrid

Es darf keiner vergessen: Für einen richtig dicken Menschen ist es schon eine Leistung, nicht weiter zuzunehmen. Ist einmal eine Grenze überschritten und alles fällt schwer, dann ist Essen oft die einzige Befriedigung.

Gott sei Dank bin ich aufgewacht! Und jetzt, mit der veganen Ernährung, geht es ja sowieso bergab mit dem Gewicht. Zwar in kleinen Schritten, aber es ist ja bekannt, dass das gesünder ist. Ich koche ja wieder mit Freude und esse schon dadurch wieder gesünder (auch wenn ich sicher kein Gesundheitsapostel bin).

Bauch, Beine, Po und Rücken

Ich habe vor zwei Wochen bei uns im Wellness-Center mit Gymnastik angefangen. Bauch, Beine, Po und Rückenschule. Das Ziel ist: Meine Beweglichkeit zu steigern und Muskeln aufbauen. Einfach schonende Gymnastik, um die Gelenke nicht zu sehr zu belasten, denn das linke Knie hat schon einen Knacks weg.

Ich überliste meinen inneren Schweinehund täglich. Mein Auto parke ich immer so, dass ich 30 Minuten zu Fuß zur Arbeit gehen muss. Also 30 Minuten hin, 30 Minuten zurück. Hurra, schon eine Stunde gelaufen! Ich merke das auch, es ist inzwischen ganz einfach diesen Weg zu gehen, obwohl da auch einige Steigungen dazwischen sind.

Ich, bei der Gymnastik in der Sportgruppe
Ich, bei der Gymnastik in der Sportgruppe
Bild: Ingrid

Dann lebe ich ja auf einer Insel, und die ist vom Atlantischen Ozean umspült. Gesundes tiefes Meerwasser, bestens zum gelenkschonenden Schwimmen geeignet!
Ich lebe zwar an der Steilküste, aber ganz in der Nähe gibt es Charcos, Felsbecken in denen ich sicher schwimmen kann. Auch ein paar kleine Strände sind leicht zu erreichen. Natürlich mit dem Auto - zu Fuß ist das dann doch etwas weit - und die Bundesstraße ist hier wirklich nicht freundlich zu Fußgängern.

Meinen Lieblingsbadestrand, Punta de Teno, der ist leider gesperrt. Die Straße dorthin ist auf einem Teilstück abgerutscht. Es ist zum Weinen :(
Trotzdem, Strände zum Schwimmen gibt es auf Teneriffa genug!

Mein Ziel: Die herrlichen Berge von Teneriffa!

Meine Gymnastikstunde findet leider nur einmal in der Woche statt. Das ist mir eigentlich zu wenig. Ich finde 3x die Woche viel effektiver. Deshalb war ich heute bei Decathlon einkaufen. Eine Matte, Gewichte, ein Gymnastikband, einen Ball und... Nordic Walking Stöcke.

Teneriffa bietet sich einfach zum Wandern an!
Teneriffa bietet sich einfach zum Wandern an!
Bild: K/Vegpool

Jawohl, ich werde irgendwann auch die herrlichen Berge von Teneriffa bezwingen, das ist mein Ziel.
Aber ich fange klein an... erst einmal bezwinge ich die Ebenen und die Wälder. Da laufe ich schon immer gerne. Ich hab mir jetzt mal die Stöcke ausgeliehen und ich muss sagen, es läuft sich schon etwas leichter mit der Unterstützung.

Eine Sportskanone werde ich nie werden, das ist mir schon klar. Aber wenn ich oft sehe, wie viel ältere Touristen an mir vorbeistürmen, dann möchte ich schon manchmal laut schreien: "Ich kann nicht so schnell, ich bin schon 90, sehe nur etwas jünger aus...".

Also, ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie das mit meinen sportlichen Aktivitäten so weitergeht. Der Anfang ist gemacht, und im Vertrauen: Bewegung macht schon sehr viel Spaß. Man muss nur einmal loslegen!

Das nächste Mal erzähle ich, wie mir der Online-Kurs von Kilian unter vegan-werden.de geholfen hat, nicht von rechten Weg abzukommen. Hier geht's weiter.
Sonnige Grüße aus Teneriffa
Ingrid


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Kommentare

FrauMaus
Kommentar #2 08.10.2016, 16:37 Uhr
Ja, Ingrid, mach auf jeden Fall weiter!
Ich bin wahrscheinlich noch ein wenig älter als du - ich bin 66 - und ich betätige mich auch dreimal pro Woche sportlich: Yoga, Gymnastik, Wassergymnastik und Schwimmen. Zusätzlich fahre ich alle meine Wege mit dem Fahrrad und einmal pro Woche machen meine Freundin und ich einen Ausflug. Immer so zwischen 15 und 20 km laufen wir da - bei fast jeden Wetter.
Alles macht mir großen Spaß und macht mein Leben reicher.
Du wohnst in einer tollen Gegend - Laufen und wandern bietet sich da ja geradezu an.
Viel Freude an deinen sportlichen Betätigungen wünsche ich dir!

rossie
Kommentar #1 02.10.2016, 17:02 Uhr
Ach Ingrid. Du hast den Anfang gemacht, super. Stell dir bloß nicht so große Ziele, immer schön langsam. Der Sport macht auch Spaß!!
Ich habe auch mal 30Kg abgenommen. Das halten ist viel schwerer.
Ich treibe Sport und es macht mir Freude. Fühle mich gut dabei.
Wünsche dir viel Erfolg und auch Freude dabei.

Grüße von Rosi

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