Lebensweise

Mit veganer Ernährung gegen das Leid der Tiere

Viele Leser die das erste Mal auf unserer Seite sind fragen sich, was "Vegan" eigentlich genau bedeutet. Viele wissen zwar, dass Veganer "auf Tierprodukte verzichten", sind sich aber nicht sicher, ob sie die Gründe dafür wirklich nachvollziehen können.
Doch es gibt gute Anlässe, den eigenen Umgang mit Tieren und Tierprodukten offen zu hinterfragen. Denn vegane Ernährung ist der beste Schritt, um sinnlose Gewalt gegen Tiere zu stoppen.

Veganer sind ganz normale Menschen. Die meisten Veganer haben früher selbst Fleisch und andere Tierprodukte verzehrt. Als ehemalige Fleischesser kennen sie beide Seiten - und erinnern sich an ihre innere Zerrissenheit, zwischen Tierliebe einerseits und ihren tierquälerischen Ess-Gewohnheiten.

Den meisten Menschen liegt ein fairer Umgang mit Tieren am Herzen. Sie lieben Tiere oder sind von ihnen zumindest fasziniert. Ob Hunde oder Katzen, muntere Ferkelchen oder tollpatschige, junge Enten: Für die meisten Menschen ist es völlig klar, dass auch Tiere frei und ohne Leid sein möchten. Dass es grauenvoll wäre, ihr Leben aus egoistischen Motiven zu zerstören. Sie einzusperren, zu mästen, sie endlos weit zu transportieren und dann zu töten.

Doch nie zuvor mussten so viele Tiere so sehr leiden wie heute.

Automatisierte Tierhaltung im Verborgenen

Seit Systeme erfunden wurden, um Tiere fast automatisiert zu halten, zu mästen und sie zu Fleisch zu verarbeiten, ist es weitgehend vorbei mit dem respektvollen Kontakt zwischen Mensch und "Nutztier". Früher wurde womöglich eine Kuh gehalten, um die Milch zu nutzen. Sie gehörte praktisch zur Familie dazu und auch wenn sie geschlachtet wurde, war dies mit Trauer verbunden.

Junges Schwein
Verbraucher vergessen, wie Tiere leiden müssen.
Bild: liz west, flickr.com, CC-BY

Heute werden Rinder zu Hunderten gehalten und von Robotern maschinell ausgepumpt. Sie werden geschlachtet, so lange ihr Fleisch noch etwas wert ist. Selbst Bio-Betriebe sind inzwischen zu modernen Massentierhaltungen geworden. Nur wenige Bio-Rinder sehen je eine Weide.

Tierhalter berufen sich auf wirtschaftliche Zwänge. Verbraucher verlassen sich auf trügerische Siegel. Sie sind entsetzt, wenn sie hören, wie raffiniert und effizient die Tierindustrie inzwischen ist. Dann wollen sie es "lieber gar nicht wissen". Doch am Ende sind es die Tiere die darunter leiden, dass Menschen wegsehen. Wegsehen bedeutet, Verantwortlichkeit abzulehnen.

Veganismus als Akt des Anstands.

Die meisten Veganer sind keine Revolutionäre und Aktivisten. Für sie ist es einfach nur anständig, Tierquälerei nicht durch den Kauf von Tierprodukten zu finanzieren. Niemand wird als Veganer geboren. Jeder kann sich dazu entschließen, vegan zu essen. Veganismus ist eine Philosophie, die auf der Annahme gründet, dass der wichtigste Schritt gegen unnötige Gewalt der ist, eigene Gewalt zu beenden.

Früher versorgte ein Bauer etwa 4-10 Haushalte. Er kannte "seine" Tiere und ihren Charakter. Oft hatten die Tiere sogar Namen. Heutige Betriebe versorgen 1000 und mehr Familien. Das Tierleid ist weit entfernt von den Städten. Niemand sieht, wie Rinder, Schweine, Hühner gehalten werden. Oft verprüppelt, oft voller Geschwüre, nahezu bewegungslos. Niemand sieht, wie sie schier endlose Strecken transportiert und dann, oft schon halb tot, geschlachtet werden.

Ein veganer Weihnachtsbraten von Topas ("Wheaty")
Macht satt, aber ohne Tierleid: Seitan.
Bild: K/Vegpool

Dieses Leid ist für Verbraucher abstrakt. Ihre Ausflüchte sind keine Begründungen, sondern allenfalls Erklärungen. Die meisten Veganer sagen rückblickend, dass sie von dem Unrecht durchaus gewusst, es aber verdrängt hätten. Viele wünschten sich, viel früher aufgehört zu haben, Tierprodukte zu kaufen.

Für die Tiere ist das Leid die Realität.

Wer weiß heute noch, wie sozial Rinder sind, wie neugierig und reinlich Schweine? Wer kennt das Leben dieser Tiere in Freiheit, außerhalb von Ställen, in natürlichen Herdenstrukturen, in denen auch alte und männliche Tiere leben können?

Die meisten "Nutztiere" werden heutzutage schon im Jugendalter getötet. Kaum ein "Nutztier" erreicht auch nur ein Viertel seiner möglichen Lebenszeit. Ein Besuch auf einem Lebenshof für ehemalige Nutztiere ist für viele Menschen ein Auslöser, sich mehr Gedanken darüber zu machen, wen sie da eigentlich verzehren.

Eine Frau macht einen Smoothie
Vegane Ernährung ist vielfältig, bunt und gesund!
Bild: Fotolia.com

Übermächtige Agrar-Lobby beeinflusst die gesellschaftliche Debatte

Die Agrarlobby ist in Deutschland übermächtig. Ihre Handlanger sitzen in höchsten, politischen Ämtern. Die Tierindustrie in Deutschland wird jährlich mit über 55 Milliarden Euro aus Steuergeldern subventioniert und damit weitgehend von marktwirtschaftlichen Zwängen befreit.

30% aller Schweine in Deutschland landen im Müll, weil sich dieses System so sehr lohnt.
Nur aus diesem Grund können Tierprodukte so viel billiger angeboten werden als pflanzliche Lebensmittel. Und, weil Tierprodukte oft auch noch steuerlich begünstigt werden.

Dass Verbraucher diese Zustände hinnehmen, liegt wohl daran, dass in der Gesellschaft nicht über das Leid gesprochen wird, das mit (fast) jeder Mahlzeit verbunden ist. Dass das Thema als Tabu verdrängt und totgeschwiegen wird. Dass Mitgefühl als "Sentimentalität" herabgewertet wird, ohne die Wahrheit zu kennen. Und dass einfach kein Kontakt mehr zu den Tieren besteht. Dass wir die Tiere zu schnell vergessen.

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Und die Industrie möchte jede offene Diskussion verhindern. Nicht ohne Grund verschanzen sich Massentierhalter und Schlachthöfe vor der Öffentlichkeit. Sie werben mit Transparenz-Siegeln, die genau eines verhindern sollen: Kritische Nachfragen.

Eine pflanzliche, vegane Ernährung ist der wichtigste Schritt, diese sinnlose Gewalt gegen Tiere zu beenden. Proteste und sogar neue Gesetze konnten nicht einmal die schlimmsten Formen der Tierquälerei beenden. Es ist der Nicht-Konsum, der Tierquälerei unwirtschaftlich machen kann. Der zeigt, dass es sehr gute Alternativen gibt. Schließlich tragen wir als Fleischesser mit fast jeder Mahlzeit zum Tierleid bei. Oder eben nicht.

Wir haben das Recht, unser Geld in Produkte zu investieren, die wir als anständig empfinden.

Es geht hierbei nicht darum, explizit "Veganer" zu sein. Es geht darum, das Leid der Tiere nicht weiter zu finanzieren. Veganismus ist meist die Folge der Erkenntnis, dass das Tierleid unnötig und grauenvoll ist - und dass wir daran teilhaben, wenn wir uns nicht dagegen entscheiden.

Wie ernähren Sie sich?
vegan
vegetarisch
ich esse auch Fleisch

Vegane Ernährung: Gut für uns, gut für die Tiere.

Wer sich überlegt, sich künftig pflanzenbasiert zu ernähren, darf zugleich beruhigt sein. Wir sind längst nicht mehr auf Tierprodukte angewiesen. Wir waren es auch noch nie. Wir können Fleisch verwerten, brauchen es aber nicht, wenn Alternativen verfügbar sind.

Seit Jahrhunderten essen ganze Bevölkerungsruppen pflanzenbasiert. In den "Blue Zones", den Orten mit der höchsten Lebenserwartung, ist eine pflanzenbasierte Ernährung besonders stark verbreitet. Eine bunte, bewusst pflanzenbasierte Ernährung trägt sogar dazu bei, dass wir nicht nur alt werden, sondern dabei auch gesund bleiben.

Die wichtigsten Zivilisationserkrankungen hängen auch mit dem hohen Konsum von Tierprodukten zusammen. Ob Diabetes Typ 2, Übergewicht (ein ernstzunehmendes Krebsisiko!) und die Todesursache Nummer eins in Deutschland: Herz-Kreislauf-Erkrankungen - sie alle können durch Tierprodukte verursacht oder begünstigt werden. Natürlich kann man auch mit einem geringen Konsum von Tierprodukten gesund leben. Doch die Vorteile, die eine pflanzliche Ernährung bietet, sind immens. Für uns Menschen - besonders aber für die "Nutztiere".

Die Nutztiere haben keine Lobby. Doch jeder kann beginnen, ihr Leid zu verringern. Sofort.



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