Reisen

Vegan im Urlaub: Rein pflanzlich auf der ganzen Welt


Der nächste Urlaub naht, und damit die schönste Zeit des Jahres! Doch als Veganer wird man sich vielleicht fragen, ob der vegane Urlaub genauso leicht und unbeschwert verlaufen wird, wie die Urlaube zu Zeiten, als man noch nicht vegan gelebt hat. Tatsache ist: Man muss heute auch als Veganer natürlich nicht auf die Freuden des Urlaubs verzichten. Dennoch: Wer vegan Urlaub machen möchte, sollte ein paar Vorbereitungen treffen. Und: Auch wenn das vegane Angebot in Hotels und Unterkünften wächst, kann man sich als Veganer leider noch nicht auf vegane Verpflegung in der Unterkunft verlassen.

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Buch: Wurst und Käse vegan

Wenn man nicht gerade in ein Land reist, das eine Vielzahl an traditionell veganen Gerichten bereithält (oder gar ein veganes Hotel-Arrangement bucht), sollte man sich etwas genauer mit der Verpflegung vor Ort beschäftigen. Hier ein paar Tipps, damit der vegane Urlaub ein guter, veganer Urlaub wird!

Die vegane Verpflegung im Hotel

Wer Urlaub im Hotel macht, darf ruhig auch Service erwarten. Jedes Hotel, das etwas auf sich hält, wird (rechtzeitig geäußerte) Kundenwünsche nach bestem Können umsetzen. Da aber Hotel-Personal in der Regel keine vertieften Kenntnisse über eine gesunde vegane Ernährung hat, kann man auch hier etwas Vorarbeit leisten und ein paar Beispiele für vegane Gerichte auflisten. Bei der Hotelbuchung kann man sich ggf. die veganen "Extrawünsche" schriftlich bestätigen lassen. Bei der Buchung gilt natürlich: Immer schön freundlich, aber bestimmt bleiben. Sicherheitshalber sollte man wenige Tage vor Anreise nochmal freundlich anrufen und sich bestätigen lassen, dass für vegane Speisen gesorgt wird.

Vegane Hotels
Gute Hotels gehen auf die Wünsche ihrer veganen Gäste ein.
Bild: Stephen Colebourne (bearb.), CC-BY

Wer nicht gerade Vollpension gebucht hat, sollte sich frühzeitig umsehen, welche veganen Essmöglichkeiten es in der näheren Umgebung es gibt. Bei Urlaubszielen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hilft der Wegweiser bei der Suche nach veganen Restaurants. Und für viele Länder gibt es regionale Auflistungen für vegane Restaurants. Auch hier gilt: Wenn keine veganen Angebote vorhanden sind, hilft manchmal eine freundliche Bitte weiter. Selbst manch ein Steakhaus kann (bei entsprechend rechtzeitiger Anmeldung) überraschend gute vegane Gerichte zaubern (vorausgesetzt natürlich, man möchte in einem Steakhaus vegan speisen).

In vielen Ländern gibt es traditionelle Gerichte, die typisch vegan sind. Besonders viel Auswahl gibt es in südeuropäischen, sowie in vielen afrikanischen, südamerikanischen und asiatischen Ländern. Wer der jeweiligen Sprache mächtig ist, kann natürlich auch Extrawünsche äußern, zum Beispiel Pizza ohne Käse, aber mit mehr Gemüse. Klassische Reiseführer geben in der Regel auch einen Einblick in die regionale Küche. Hieraus ergeben sich oft ungeahnte Möglichkeiten - und tolle, kulinarische Entdeckungen! Auch online findet man inzwischen oft gute Reise-Informationen und -Berichte.

Vegane Selbstverpflegung in Apartment oder Ferienwohnung

Es gibt Menschen, für die bedeutet Urlaub, nicht selbst kochen und abwaschen zu müssen. Für andere wiederum ist der Urlaub gerade eine besonders gute Gelegenheit, endlich einmal nach Herzenslust zu brutzeln, backen und grillen. Wohl dem, der dann eine Ferienwohnung oder ein Apartment mit eigener Kochgelegenheit gebucht hat. Denn praktisch überall findet man zumindest Grundzutaten für leckere, vegane Gerichte. Schwerer erhältliche Zutaten zum abschmecken und verfeinern von veganen Gerichten (z. B. Kala Namak oder Würzhefeflocken) finden oft noch ein kleines Plätzchen im Gepäck.

Schnell zubereitet und lecker: Tomatensalat mit Kichererbsen
Tomatensalat mit Kichererbsen: Auch im Urlaub schnell zubereitet
Bild: K/Vegpool

Wichtig ist auch bei der Selbstverpflegung, sich im Voraus zu erkundigen, welche Kochmöglichkeiten es gibt. Denn nicht jede Küche ist optimal eingerichtet. Manch ein Apartment verfügt gar nur über eine Herdplatte - perfekt für Eintopf-Gerichte, aber nicht ideal für Mehr-Gang-Menüs. Darauf sollte man entsprechend vorbereitet sein. Ein Anruf beim Vermieter genügt.

Urlaub über Airbnb und Co
Inzwischen gibt es im Internet einige Anbieter, die private Unterkünfte vermitteln. Diese sind oft deutlich preiswerter als Hotels - und bieten manchmal auch viel mehr Komfort, wie zum Beispiel voll ausgestattete Küchen mit Backofen, Stabmixer und Co. Ob die Küche mitbenutzt werden darf, ergibt sich in der Regel aus der Beschreibung.

Übrigens bieten manche Unterkünfte - insbesondere Hostels und Jugendherbergen - auch eine Küche für ihre Gäste an. Dort hat zwar grundsätzlich jeder Hotelgast Zutritt - doch nicht jeder nutzt diese Möglichkeit. So hat man manchmal das Glück, ganz alleine eine gut ausgestattete Küche nutzen zu können. Oft sogar ohne zusätzliche Kosten. Prüfen Sie vor der Hotel-Buchung, ob ein solches Angebot besteht!

Vegan im Urlaub: Das beste draus machen!

Der Urlaub in einem fremden Land mit einer fremden Sprache kann auch manch einen langjährigen Veganer vor Herausforderungen stellen. Denn auch wenn es in der Regel zumindest kleinere Gerichte mit traditionell veganer Rezeptur gibt, kann es doch sein, dass die tatsächliche Zubereitung variiert. Vielleicht serviert ein Hotel die kanarischen Schrumpelkartoffeln mit grünem und rotem Mojo aus rein pflanzlichen Zutaten, während es der Strandimbiss nicht so genau nimmt, und einfach klassische Mayonnaise dazu gibt.

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Um solchen Missverständnissen vorzubeugen, kann man sich zuvor die wichtigsten Bezeichnungen für Tierprodukte in der Landessprache notieren und dem Kellner schon beim Betreten des Restaurants mit viel Zeichensprache befragen. Die vegane Lebensweise ist nicht überall bekannt, daher kann man nicht immer davon ausgehen, dass das Personal etwas mit dem Begriff anfangen kann. Doch manch ein Veganer hat mit freundlichem Fragen schon den Ehrgeiz des Koches geweckt - und wurde mit leckeren, rein veganen, lokalen Spezialitäten verwöhnt.

Wer aus ökologischen oder ethischen Gründen vegan lebt (also keine Allergien oder Unverträglichkeiten hat), sollte sich - wie immer - danach richten, was ohne größere Probleme im Alltag möglich ist. Es hilft nicht weiter, mit knurrendem Magen am Strand zu sitzen, nur weil man nicht sicher weiß, ob der Weißwein nun mit Gelatine geklärt wurde. Manchmal ist der erste Kontakt mit veganen Gästen für das Personal vor Ort der Impuls für die Entwicklung eines veganen Sortiments. Und wer macht nicht gerne gut gelaunte Gäste glücklich - auch wenn es zu Beginn vielleicht nicht zu 100% klappt?


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