Vegan ohne Zusatzstoffe - geht das eigentlich?

Viele Lebensmittel enthalten künstliche Zusatzstoffe.
Viele Lebensmittel enthalten künstliche Zusatzstoffe. Bild: pixabay.com (Kombi)

Wenn es um vegane Ernährung geht, denken viele Menschen an vegane Würstchen, veganen Käse oder andere Fertigprodukte, die mit einem "Vegan"-Label gekennzeichnet sind. Viele dieser Produkte enthalten Zusatzstoffe und sind so gar nicht natürlich.

Doch klappt eine vegane Ernährung nicht auch ohne künstliche Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel, Antioxidationsmittel, Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Co?

Wenn hier die Rede von "Zusatzstoffen" ist, dann sind Lebensmittelzusatzstoffe, aber auch -Hilfsstoffe gemeint. Die EU definiert einen Lebensmittelzusatzstoff wie folgt:

[...]ein Stoff mit oder ohne Nährwert, der in der Regel weder selbst als Lebensmittel verzehrt noch als charakteristische Lebensmittelzutat verwendet wird und einem Lebensmittel aus technologischen Gründen bei der Herstellung, Verarbeitung, Zubereitung, Behandlung, Verpackung, Beförderung oder Lagerung zugesetzt wird, wodurch er selbst oder seine Nebenprodukte mittelbar oder unmittelbar zu einem Bestandteil des Lebensmittels werden oder werden können;[...] (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments

Alles klar? :-)

Zusatzstoffe in veganen Produkten

Es gibt ungefähr 300 Zusatzstoffe, die völlig unterschiedlich sind. Viele davon sind ganz harmlos. Und doch möchten viele Menschen eine gesunde Ernährung anstreben, in der möglichst gar keine Lebensmittelzusatzstoffe zum Einsatz kommen. Unsere Vorfahren konnten es ja auch!


Lässt sich eine vegane Ernährung überhaupt ohne Zusatzstoffe umsetzen?

Die Antwort ist klar: Eine vegane Ernährung funktioniert nicht nur ohne künstliche Zusatzstoffe ‐ sie wird dadurch sogar erst richtig gesund und vielfältig!

Denn auch wenn nicht jeder Zusatzstoff ungesund ist, so kommen Zusatzstoffe vor allem dann zu Einsatz, wenn ein Lebensmittel nicht sofort frisch verzehrt wird.

Ein veganer Portobello-Burger. Ganz ohne Fleisch und Fleisch-Ersatz.
Dieser vegane Burger (Patty ist ein Portobello-Pilz) kommt ohne Zusatzstoffe aus. Bild: K/Vegpool

Lebensmittelzusatzstoffe kommen praktisch immer in Produkten zu Einsatz, die über längere Zeit haltbar sein und appetitlich aussehen sollen. Also oft in stark verarbeiteten Lebensmitteln, die noch Wochen oder Monate nach der Produktion genau so aussehen sollen wie am ersten Tag.


Für uns als Verbraucher kann das komfortabel und bequem sein. Aber es ist alles andere als eine ursprüngliche, weitgehend natürliche Ernährung.

Vegan und ohne Zusatzstoffe essen

Eine vegane Ernährung ohne Zusatzstoffe ist am einfachsten realisierbar, indem man seine Nahrung selbst und aus frischen Lebensmitteln zubereitet. Denn dann wird das Gericht einfach direkt nach der Zubereitung verzehrt und benötigt keine Stabilisatoren, Konservierungsstoffe und Antioxidationsmittel.

Dass so viele Menschen beim Thema "vegane Ernährung" gleich an Produkte denken, die reich an Zusatzstoffen sind, liegt wohl daran, dass sie glauben, Veganer würden nur solche Produkte verzehren. Und das ist natürlich ein Vorurteil.

Die gesündesten und vielfältigsten veganen Produkte findet man nämlich in der Obst- und Gemüseabteilung, bei den Hülsenfrüchten, Getreiden, Saaten, Nüssen, Kräutern und Pilzen.

Salat mit Avocado und Beeren
Der bewusste Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe führt oft zu mehr Vielfalt. Bild: Fotolia.com

Diese Lebensmittel sind von Natur aus vegan, von Natur aus frei von künstlichen Zusatzstoffen und von Natur aus vielfältig.

Dass Zusatzstoffe verwendet werden, hat oft Kostengründe. Viele Zusatzstoffe lassen sich vermeiden, indem mehr höherwertige Zutaten verwendet werden (z. B. Früchte in einem Dessert, statt Säuerungsmittel und Farbstoffe). Im Biomarkt findet man eine besonders große Auswahl an veganen Fertigprodukten ohne künstliche Zusatzstoffe.

Und wenn sich in einem veganen Würstchen oder einer Scheibe veganem Käse Zusatzstoffe verbergen, dann oft einfach nur, weil das hilft, das Tierprodukt besser nachzuahmen. Denn auch verarbeitete Tierprodukte sind reich an Zusatz- und Hilfsstoffen. Manche Zusatz- und Hilfsstoffe kommen sogar ausschließlich in Tierprodukten zum Einsatz (z. B. Lab (Käse) und Nitritpökelsalz).


Dafür kommen vegane Alternativprodukte ohne Tierprodukte und deren Nachteile für Umwelt, Gesundheit und die Tiere selbst aus.

Fazit: Vegan ohne Zusatzstoffe ist besonders gesund

Eine vegane Ernährung ohne Zusatzstoffe lässt sich gut realisieren, indem man seine Nahrungsmittel frisch zubereitet.

Dass Zusatzstoffe in Lebensmitteln eingesetzt werden, hat mit veganer Ernährung per se wenig zu tun. Es liegt vor allem an unserer Bequemlichkeit und der Lust auf Produkte, die schnell zubereitet sind und trotzdem gut schmecken.

Viele vegane Fertigprodukte (wie z. B. Sojamilch, veganer Joghurt und Co) sind aber - entgegen gängiger Vorurteile - ohnehin frei von Zusatzstoffen oder lassen sich ohne großen Aufwand in einer entsprechenden Variante auftreiben.

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Autor: Kilian Dreißig

4,7/5 Sterne (15 Bew.)

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Ohne Zusatzstoffe vegan essen
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Letzter Beitrag: 11.02.2021, 16:11 Uhr


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Schlagworte: Ernährung vegane Ernährung Gesundheit gut zu wissen


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