Vegane Ernährung - welche Veränderungen treten auf?

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Glückliche Frau mit vierblättrigem Kleeblatt.Welche Veränderungen treten bei veganer Ernährung eigentlich auf?
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Wenn man sich entscheidet, vegan zu werden, dann ist es ganz normal, dass man im Laufe der Zeit ein paar Veränderungen feststellt. Ganz offensichtlich ist, dass man sich als Veganer anders ernährt als zuvor. Oft kommt es auch zu gesundheitlichen Veränderungen, zu Veränderungen bei der Verdauung, beim seelischen Wohlbefinden und auch im sozialen Umfeld.

Wir verraten die, welche Veränderungen beim Vegan-Einstieg auftreten können. Dabei nennen wir nicht nur die positiven, gewünschten Veränderungen, sondern auch jene, die vielleicht erst mal ein bisschen unangenehm sein können.

Vegan zu werden bedeutet zunächst einmal, bewusst etwas zu verändern. Wer Veganer wird, der strebt also Veränderungen an. Aus guten Gründen.

Zugleich sind Veränderungen etwas, das viele Menschen verängstigt - und insbesondere ihren Inneren Schweinehund. Veränderung bedeutet nämlich auch manchmal, die eigene Komfort-Zone zu verlassen.

Die meisten Veränderungen bei einer veganen Ernährung sind aber gewünscht - und mitunter sehr erfreulich!

Gesundheitliche Veränderungen bei veganer Ernährung

Viele unserer Leser berichten (z. B. im Forum), dass Allergien verschwunden sind. Wir hören das so oft, dass da wohl irgendetwas dran sein muss. Viele Leser berichten, dass sie besonders davon profitiert haben, Milchprodukte zu meiden.

Viele Veganer berichten von gesundheitlichen Veränderungen.
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Oft wird auch von Veränderungen der Haut berichtet. Manche Hauterkrankungen wie Akne, Rosazea oder Neurodermitis sollen einfach verschwunden sein, nachdem Betroffene begonnen haben, Tierprodukte von ihrem Speiseplan zu streichen.


Liegt es daran, dass Tierprodukte entzündungsfördernde Arichidonsäure enthalten? Wir wissen es nicht, denn Erfahrungsberichte sind natürlich auch keine medizinischen Studien.

Sehr häufig erzählen Vegan-Umsteiger, dass sie ihr Übergewicht reduzieren oder ganz loswerden konnten. Der wichtigste Grund dafür liegt auf der Hand: Wer sich bewusst ernährt und mit frischen Zutaten kocht, der kann die Kalorien-Aufnahme besser kontrollieren.

Eine pflanzliche Ernährung kann auch dabei helfen, Bluthochdruck loszuwerden. Und wer sich ausgewogen vegan ernährt, wird auch beim Hausarzt feststellen, dass dieser weniger zu meckern hat und vielleicht weniger Betablocker und Co verschreibt. (Übrigens einer der Gründe, warum auch Senioren von veganer Ernährung profitieren).

Faszinierend finden wir, dass eine pflanzliche Ernährung bei verschiedenen arthritischen Erkrankungen (darunter Psoriasis Arthritis und Rheuma) mitunter sehr unterstützend wirken kann. Dieser Arzt empfiehlt sogar vegane Ernährung bei Rheuma.


Selbstverständlich betreffen solche Veränderungen nicht alle Vegan-Einsteiger und natürlich gibt es auch Menschen, bei denen die genannten Erkrankungen nicht verschwunden, oder nur schwächer geworden sind. Das trifft aber für alle Veränderungen zu, die wir hier aufzählen.

Es kann also durchaus sein, dass du als Vegan-Umsteiger überhaupt keine unerwarteten Veränderungen bemerkst. Also nur die, die du sowieso erwartest und anstrebst.

Veränderungen im sozialen Umfeld

Ob du in deinem sozialen und beruflichen Umfeld Veränderungen feststellst, hängt stark vom Umfeld selbst ab. In Großstädten kennen die meisten Menschen Veganer und kommen gut damit klar, dass jemand nicht jeden Tag Produkte von gequälten Tieren verzehrt.

Ein kleines KalbManche Menschen verstehen Respekt vor Tieren als persönlichen Angriff auf eigene Essgewohnheiten.
Bild: egrego2, flickr.com (bearb.) Bildtitel: Jersey Calf, CC-BY

Es gibt aber natürlich auch intolerante Menschen, die eine vegane Ernährungs-Umstellung als persönlichen Angriff verstehen - warum auch immer.




Manche Menschen glauben, Veganer, die sich bewusst gegen die Ausnutzung von Tieren stellen, würden sie dafür verurteilen, dass sie es nicht tun. Und sie "reagieren" auf diese vermeintliche Abwertung mit persönlichen Angriffen. Dieses Phänomen wurde auch schon psychologisch untersucht.

Wie du im Beruf am besten mit den Menschen umgehst, die dir das Leben als Veganer schwer machen wollen, erfährst du hier.

Auch die Verdauung verändert sich

Wenn du jahrelang Fertiggerichte und Tierprodukte verzehrt hast und plötzlich auf eine vegane Ernährung mit viel mehr frischen Bestandteilen umstellst, wird sich natürlich auch erst mal dein Verdauungssystem umstellen.

Hülsenfrüchte gibt es in allen Farben und FormenAuch die Verdauung stellt sich um - und lernt neue Lebensmittel kennen.
Bild: pixabay.com

Deine Darmflora passt sich deiner Ernährung an. Das kann sich in der ersten Zeit auch mal mit Magengrummeln, Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall äußern. Geh es daher behutsam an und gib deinem Körper die Zeit, sich anzupassen.


Besonders häufig sind solche Veränderungen, wenn du früher viele stark verarbeitete Lebensmittel verzehrt hast und jetzt z. B. häufiger frisches Gemüse oder Hülsenfrüchte isst. Beginne daher mit kleinen Portionen, iss langsam und kaue gut. Nach einigen Wochen wird sich dein Körper umgestellt haben. Weitere Tipps bei Verdauungsproblemen findest du hier.

Veränderungen für Geist und Seele

Viele Menschen stellen ihre Ernährung um, nachdem sie erfahren haben, wie Tiere für die Erzeugung von Tierprodukten behandelt werden. Sie möchten nicht mehr teilnehmen an einem System, das auf purer Ausbeutung benutzt und Tiere entsetzlichen Qualen aussetzt. Aus Angewohnheit und scheinbarem Genuss.

Manchmal hilft DurchatmenDer Ausstieg aus der Ausnutzung von Tieren erleichtert auch die Seele.
Bild: Fotolia.com (bearb.)

Wer Veganer wird, bemerkt daher sehr oft, dass er sich einfach wohler fühlt. Dass er das Tierleid einfach nicht mehr verdrängen muss, weil er nicht mehr daran teilnimmt. Immer wieder berichten Veganer davon, dass sich ihr psychisches Wohlbefinden verbessert hat. Dass sie nicht mehr so gereizt und schwermütig sind und dass sie nachts auch besser durchschlafen.


Auch hier ist es natürlich so, dass diese Veränderungen nicht immer und bei jedem Vegan-Umsteiger auftreten. Aber nachvollziehbar finden wir sie.

Manche Veganer berichten auch, dass sich ihr Selbstbewusstsein verbessert hat. Vielleicht liegt das nicht direkt an der veganen Ernährung, sondern vielmehr daran, dass diese Menschen merken, wie gut es tut, dem eigenen Herz zu folgen. Auch, wenn die Gesellschaft noch nicht so weit ist, dies vollständig anzuerkennen. Übrigens sprechen Psychologen hier von dem Gefühl der Selbstwirksamkeit (einer oft unterschätzten Grundlage für ein zufriedenes Leben).

Wir Menschen lehnen Veränderungen instinktiv ab. Unser Innerer Schweinehund will uns vor dem Unbekannten beschützen. Doch er hält uns oft auch davon ab, Chancen zu nutzen.

Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass eine vegane Ernährung einfach echt viele Vorteile hat. Und die gute Nachricht: Innerhalb von 4-6 Wochen beginnen wir, neue Routinen zu entwickeln. Dann ist auch der "Innere Schweinehund" wieder beruhigt.

Lehne Veränderungen also nicht gleich ab, sondern gib ihnen eine Chance.

Veränderungen: Die Basis für neue Routinen

So wird der Umstieg auf eine vegane Ernährung, den du vielleicht lange vor dir hergeschoben hast, plötzlich ganz normal. Rückblickend fragst du dich womöglich, warum du nicht viel früher begonnen hast.

Denn auch wenn der Vegan-Umstieg bedeutet, sich zu verändern, sind viele gesundheitliche Veränderungen durchaus erwünscht - und oft wie eine Belohnung dafür, dass du begonnen hast, deinen Zielen zu folgen. Und: Sobald du deine neuen Routinen erlernt hast, fühlt sich alles wieder ganz normal an.

Autor: Kilian Dreißig
4,9/5 Sterne (28 Bew.)
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