Vegan werden und gleich alles richtig machen

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Immer mehr verantwortungsvolle Menschen überlegen, vegan zu werden. Wir erreichen viele tausend Leser am Tag mit diesem Thema. Denn es gibt triftige Gründe dafür, die Ernährung umzustellen. Und doch ist es wichtig, beim Vegan-Umstieg alles richtig zu machen und typische Einsteiger-Fehler zu vermeiden.

Immer noch wird viel Wirbel rund um eine vegane Ernährung gemacht. Manche Menschen denken an "Asketen", die überhaupt nichts mehr essen können. Oder sie glauben, dass veganes Essen nicht schmeckt oder irgendwie "öko" sei. Du bist wahrscheinlich schon viel weiter, denn sonst wärst Du wohl nicht auf diesen Artikel gestoßen!

Für viele Menschen ist der Vegan-Umstieg eine positive Herausforderung. Sie wollen es einfach mal ausprobieren und schauen, ob das zu ihrem Leben passt. Und auch wenn das eigentlich eine tolle Sache ist, verbirgt sich hier oft schon der erste Fehler:

Vegane Routinen entwickeln

Die vegane Ernährung wird mit der Routine einfacher. Unser Gehirn braucht etwa 4-6 Wochen, um sich auf neue Routinen einzulassen. Wenn Du eine "Vegan-Challenge" machst, solltest Du diese mindestens 6 Wochen durchziehen und Dich wirklich auf die Vielfalt der veganen Ernährung einlassen (und nicht nur Tierprodukte weglassen).

Hol Dir also ein Buch über vegane Ernährung, vielleicht auch 1-2 Kochbücher, und lass Dich richtig auf die neue Lebensweise ein. Es ist keine Diät. Und wir hören immer wieder von unseren Lesern, dass sie den Vegan-Umstieg als beste Entscheidung ihres Lebens empfinden.

Dann ist die Vegan-Entscheidung nicht nur der beste Weg gegen Klimawandel und Tierquälerei - sondern auch zu mehr Lebensqualität.

Entspannt vegan werden.

Eine zweiter, häufiger Fehler ist lähmender Perfektionismus. Denn woher soll man denn auch wissen, wo überall Tierprodukte enthalten sind? Und ist man als Veganer denn glaubwürdig, wenn man doch nie ganz perfekt vegan leben kann?

Und doch können wir das mutwillig erzeugte Leid deutlich reduzieren. Genau darum geht es. Wir können im Alltag ganz entspannt und ohne Perfektionismus vegan leben.

Wenn Du beim Vegan-Einstieg also alles richtig machen möchtest, dann entspanne Dich, nimm es auf die leichte Schulter und fange beschwingt und motiviert an. Tu das, was Du ohne übermäßigen Aufwand im Alltag tun kannst. Vegan leben ohne Perfektionismus.

Zu diesem Thema empfehlen wir Dir diesen Artikel: Vegan leben nach dem Pareto-Prinzip.

Angst vor Nährstoff-Mangel

Veganer sollten zusätzliche Vitamine aufnehmen, hört man oft. Und das stimmt. Als zivilisierte Menschen sind wir in der Lage, unseren Bedarf an bestimmten Nährstoffen zu decken, ohne Tierprodukte zu verzehren. Und: Auch Nutztiere erhalten Vitamine über das Futter.

Wie ernähren Sie sich?
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ich esse auch Fleisch

Und deshalb solltest Du Dir den Kopf nicht zu lange über die Vitamin-Supplementation zerbrechen. Empfohlen wird häufig die Aufnahme von Vitamin B12 und Vitamin D3 (übrigens auch für Fleischesser). Das ist über Tropfen oder Kapseln problemlos möglich und im Grunde ein Kinderspiel. Nichts, über das es sich lohnt, den Kopf zu zerbrechen. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, lass beim Hausarzt einen Bluttest machen (einmal zu Beginn und dann z. B. jährlich).

Sinnvolle Informationen erkennen

Die Diskussion über Veganismus wird in Deutschland überwiegend emotional geführt. In ernährungswissenschaftlichen Fachkreisen ist längst bekannt, dass eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung deutliche Vorteile für die Gesundheit hat. Auch bei der Vorbeugung (Prävention) der wichtigsten Zivilisations-Erkrankungen spielt eine pflanzliche Ernährung eine wichtige Rolle.

Aus dem Grund ist es wichtig, Informationen klug zu beurteilen und sich von Provokationen nicht irritieren zu lassen. Bei individuellen Fragen zur Ernährung sind Ärzte und Berater mit Zusatz-Qualifikation die richtigen Ansprechpartner. Nicht aber Nachbarn, Oma oder der Zahnarzt, auch wenn sie es sicherlich nur gut meinen.

Zusammenfassung: Die typischen Fehler vermeiden...

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die meisten Fehler beim Vegan-Umstieg auf Irrtümern oder Fehl-Interpretationen beruhen. Statt Dir den Kopf über Perfektionismus oder Vitamin-Supplementation zu zerbrechen, konzentriere Dich lieber darauf, was eine vegane Ernährung für Tiere, Umwelt und Deine Gesundheit bedeutet. welche Vorteile dieser Lebensstil in Dein Leben bringt!

Es spielt erstmal keine Rolle, ob der Fruchtsaft nun mit Gelatine geklärt wurde, oder ob der Leim in Deinen Schuhen aus Knochen hergestellt wurde. Konzentriere Dich auf die 95% der Tierprodukte, die offensichtlich und ganz leicht zu vermeiden sind.

Statt übertrieben perfektionistisch zu leben, empfehlen wir Dir, Dich auf die positiven Dinge zu konzentrieren. Darauf, wie Du neue Frische und Vielfalt in Deine Ernährung bringst. Probiere neue Dinge aus, tausche Dich im veganen Forum aus und knüpfe Kontakte zu Gleichgesinnten. So machst Du von Anfang an alles richtig.

...und alles richtig machen.

Vorurteile und Klischees halten immer noch viele Menschen davon ab, vegan zu werden. Dabei ist es ein Klischee, dass Veganer besonders konsequent sein müssten. Ein Klischee, das der Tier-Industrie sehr gelegen kommt und dazu führt, dass viele Menschen in Resignation verharren und das Leben anderer Menschen kommentieren.

Du kannst allein vielleicht nicht die Welt verändern. Doch als Teil einer rasant wachsenden Bewegung wirst Du als Veganer einen Beitrag leisten. Und vergiss nicht, dass jeder weitere Veganer auch ein Beweis dafür ist, wie gut eine vegane Ernährung im Alltag funktioniert. Denn es liegt Veränderung in der Luft.

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