Veganer Einstieg

Als Veganer immer hungrig – was tun?

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Seitan-GerichtSeitan-Gericht
Bild: Lablascovegmenu, flickr.com Bildtitel: Curried tomato seitan, CC-BY


Nicht wenige Menschen erleben bei der Umstellung ihrer Ernährung auf vegan, dass ihr Sättigungsgefühl nicht lange anhält und sie sich nahezu permanent hungrig fühlen. Das kann zunächst ein wenig ängstigen, doch keine Sorge, der Hunger muss nicht bleiben! Das häufige Hungergefühl verschwindet, wenn Sie die Bandbreite der Möglichkeiten kennenlernen, die es gibt, um sich vegan und ohne hochverarbeitete tierische Produkte zu ernähren.

Im Wesentlichen gibt es zwei Gründe für den übermäßigen Hunger: Zu viele Nahrungsmittel mit geringer Kaloriendichte und die Umgewöhnung der Verdauungsorgane. Um die Nährstoffe in Magen und Darm gut verarbeiten zu können, muss sich der Körper in vielen Fällen erst einmal an die erhöhte Menge pflanzlicher und natürlicherer Kost gewöhnen – und daran, dass das Sättegefühl nicht unbedingt mit Völle einher gehen muss.

Behutsam an vegane Ernährung gewöhnen

Vor allem nach vielen Jahren mit industriellen tierischen Nahrungsmitteln sind die Verdauungsorgane nicht mehr richtig in der Lage, bei gesundem und veganem Essen richtig zu handeln. Die Gewöhnung an die Produkte der Lebensmittelindustrie (Geschmacksverstärker, Füllstoffe, Emulgatoren) kann hungrig machen, wenn die entsprechenden Speisen ausbleiben.


Zwiebelschmelz: sättigt gut und deftig
Bild: K/Vegpool
Dagegen kann helfen, zunächst kleine Schritte zu machen und nicht innerhalb kurzer Zeit vom Fast-Food-Omnivoren zum veganen Rohköstler zu werden. Nahrungsmittel, die nicht vegan sind, besitzen oftmals eine höhere Kaloriendichte und mehr Fett. Aus diesem Grund ist der Körper mit der Verdauung einer Fleischmahlzeit oder eines sahnigen Kuhmilchjoghurts länger beschäftigt als mit der einer Gemüse- oder Getreidemahlzeit. Bei einer veganen, ballaststoffreichen Ernährung kann nach der Mahlzeit das früher vielleicht gewohnte Völle-Gefühl ausbleiben und so als „Hunger“ empfunden werden.

Zufriedenes Sättegefühl statt Gefühl der Völle

Gegen solchen Hunger hilft es nicht nur, große Mengen von Kohlenhydraten zu essen. Kombinationen von eiweiß- und stärkehaltigen Speisen sättingen oft länger. Eine vegane Ernährung muss auch nicht zwangsläufig leicht und gemüsig sein. Kochen Sie ruhig deftig, mit Kartoffeln, Kohl, Zwiebeln, Fleischalternativen und hochwertigem Öl. Finden Sie Speisen, die die früheren Tierprodukte mehr als adäquat ersetzen.

5 schnelle Tipps gegen ständigen Hunger im Überblick

  • Lassen Sie Tierprodukte nicht einfach weg, sondern ersetzen Sie diese. Vegpool hält viele Informationen dazu bereit.
  • Kochen Sie rechtzeitig, damit ein gutes Mahl bereit steht, wenn der Hunger kommt.
  • Essen Sie langsam und ohne Ablenkung, kauen Sie gut.
  • Holen Sie sich Inspiration über Kochbücher, Restaurant-Besuche, in Foren oder bei gemeinsamen Kochabenden mit Freunden
  • Verwechseln Sie Satt-sein nicht mit Voll-sein. Viele Veganer fühlen sich nach dem Essen energiereich, statt voll und müde. Gewöhnen Sie sich an gutes, nährstoffreiches Essen, statt an stopfende Gerichte.

Tofu – Produkt aus SojabohnenZufrieden und satt statt Völlegefühl
Bild: Craig Dugas (bearb.) Bildtitel: Mapo Tofu, CC-BY
Entdecken Sie in veganen Restaurants und Kochbüchern beispielsweise leckere sättigende Gerichte wie gehaltvolle Linsen-Lasagne, Pfannengerichte und Aufläufe und lassen Sie sich von Alternativprodukten wie Käse-Alternativen nicht abschrecken – diese können den Umstieg sehr erleichtern.
Besonders hilfreich sind Kontakte zu Gleichgesinnten: Kochabende, Austausch in Vegan-Foren, Stammtische und gegenseitige Einladungen zum Essen.

Den Hunger vegan stillen

Vegan zu werden muss dank der zahlreichen Proteinquellen nicht bedeuten, ständig hungrig zu sein. Nutzen Sie die recht hohe Energiedichte von beispielsweise Saaten, Nüssen, Tofu, Seitan, Avocados, Bananen oder Kokosmilch. Wenn sich das Verdauungssystem nach einigen Wochen ohne tierische Produkte auf einen größeren Anteil pflanzlicher Kost eingestellt hat, werden Sie nicht öfter Hunger verspüren als Ihre fleischessenden Verwandten, sondern sich vielmehr leichter und aktiver fühlen.

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